Sisyphus am Straßenrand

Umweltverbände erwarten beim kollektiven »Frühjahrsputz« weniger Müll durch neu eingeführtes Pfand...

Am Straßenrand liegen eine zusammengequetschte Dose und anderer Müll.
Viele Menschen wissen nicht, dass sie beim Littering gegen das Abfallwirtschaftsgesetz verstoßen. Bild: Pexels.com/Suzy Hazelwood.

Der Anlass mag ein bedauerlicher sein, die gemeinsame Kraftanstrengung ist in vielen Gemeinden trotzdem längst eine lieb gewordene Tradition: Seit bald zwanzig Jahren rücken in Niederösterreich zehntausende Freiwillige zum kollektiven »Frühjahrsputz« aus, oft organisiert von lokalen Vereinen. Gemeinsam wird achtlos weggeworfener Müll aufgeklaubt – »vom Zahngebiss bis zum Autowrack«, berichtet Lorenz Wachter, Geschäftsführer der Umweltverbände. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie gegen das Abfallwirtschaftsgesetz verstoßen, wenn sie Müll beispielsweise aus dem Auto werfen. Theoretisch wären empfindliche Strafen vorgesehen. In der Praxis wird kaum jemand erwischt.
Das sogenannte »Littering« ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Für die Landwirtschaft sind Dosen und Glas gefährlich: Gelangen sie ins Tierfutter, verenden die Tiere qualvoll. Längerfristig verwittert herumliegender oder versehentlich eingeackerter Kunststoff – und wird zu Mikroplastik. Problemstoffe wie Motorölreste oder die Kühlflüssigkeit von Kühlschränken verunreinigen den Boden. Lorenz Wachter rechnet 2025 erstmals mit etwas weniger eingesammeltem Müll – dank des kürzlich eingeführten Pfands auf Getränkedosen und PET-Flaschen, denn: »Niemand wirft freiwillig 25 Cent weg.«

Lorenz Wachter erklärt im Interview, wie sich der Anfang 2025 eingeführte Pfand auswirkt.

BIORAMA Niederösterreich #15

Dieser Artikel ist im BIORAMA Niederösterreich #15 erschienen

Biorama abonnieren

VERWANDTE ARTIKEL