It’s fantastic, it’s made of plastic.

Ein aus Plastikmüll recyceltes Bilderbuch appelliert an das Haushaltsgewissen. Kinder-Pop-Sänger Matthäus Bär hat sich angesehen, wie das Mädchen Pippa kunststofffrei zur Königin der Meere wird.

The Ocean Plastic Book ist aus recyceltem Meeresplastik gefertigt.
Das Buch der Initiative Waste Free Oceans soll Kindern helfen, das Plastikproblem auf unserer Welt zu verstehen. Bild: Luisa Hanika.

Manchmal verlangen Kinder nach Antworten, die selbst die schlagfertigsten Eltern in Verlegenheit bringen. So wie letztens, als die Erstklässlerin wissen wollte, warum wir nicht grundsätzlich ohne Plastik auskommen wollen im Leben. Tja, gute Frage, warum eigentlich nicht? Es wäre eh super, war die gestammelte Antwort, nur wie genau sollte das denn funktionieren? Angefangen bei Telefon und Tablet, ob Haargummi oder Zahnbürste, bis hin zu den zahlreichen und offenbar notwendigen Lebensmittelverpackungen – überall ein wenig Plastik drin.

Aber wäre es wirklich so unmöglich ganz ohne auszukommen? Nein, wäre es natürlich nicht, wie diverse Blogs und Instagramaccounts eindrucksvoll beweisen. Es ist schlussendlich eine Frage der eigenen Bequemlichkeit. Möglich wäre ein Leben ohne Plastik mit Sicherheit. Vielleicht muss aber auch gar nicht auf absolut jeglichen Kunststoff im Alltag verzichtet werden. Es ist schon mal auf jeden Fall hilfreich, sich zu vergegenwärtigen, was mit all dem Plastikmüll passiert, den man/frau tagtäglich produziert. Und wo der überall landen könnte.

Das Buch richtet sich vor allem an Kinder, die sich für Natur und das Meer begeistern.

Im Buch macht sich die Protagonistin Pippa auf, Meerestieren zu helfen, die Plastikmüll zum Opfer gefallen sind. Bild: Luisa Hanika.

Ein Gedanke, den die NGO Waste Free Oceans mit einem hübschen Bilderbuch vorantreibt. Die Storyline mag zwar etwas hahnebüchern sein, seinen Zweck verfehlt das gänzlich aus recycelten, aus dem Meer gefischten Plastik gefertigte »How Pippa Became tThe Queen Of The Ocean« aber nicht. Spätestens wenn der traurigen Schildkröte ein schmerzender Strohhalm aus der Nase gezogen und dem Delphin das Atemloch freigelegt wird, wird fieberhaft überlegt, welche Kunststoffquellen im Haushalt eingespart werden könnten. Mit der Erstklässlerin einigen wir uns auf den Verzicht von Plastiktüten. Die braucht wirklich kein Kind, und Meerestiere sowieso nicht.

The Ocean Plastic Book

Die Initiative WFO (Waste Free Oceans) will durch eine simplen Idee dazu beitragen, die Verschmutzung unserer Ozeane zu stoppen. Das Buch soll bei jenen für Umdenken zu sorgen, die die Verschmutzung der Meere am stärksten treffen wird: Kinder. Für sie haben sie das Projekt »The Ocean Plastic Book« gestartet. Motto: Kinderbücher gegen Meeresplastik – gefertigt aus recyceltem Meeresplastik. Dementsprechend richtet sich das Buch an alle Eltern, die sich für einen nachhaltigen, schonenden Umgang mit der Natur interessieren. Und natürlich an Kinder, die ein Faible für alles haben, was sich mit dem Meer beschäftigt, erklärt WFO.

Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #56 erschienen

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