Mit essbarem Besteck gegen den Plastikberg

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Der Plastikmüll ist mittlerweile in Indien zu einer Plage geworden. Mit essbarem Besteck soll dies geändert werden. Foto: Black Ticket Films

Plastikbesteck macht einen wesentlichen Teil des globalen Müllberges aus. Gerade in Indien ist das ein großes Problem. Um das Problem zu lösen, wurde jetzt essbares Besteck entwickelt. 

120 Milliarden Stück Plastikbesteck landen täglich in Indien im Müll. Die Zersetzung bei Plastik kann bis zu 450 Jahre dauern und belastet also mindestens genau so lange unsere Umwelt. Abwasserkanäle werden verstopft und mutieren regelrecht zu Müllhalden. Zahlreiche Überflutungen sind die Folge. Narayana Peesapathy will mit seiner Idee dieses Problem lösen. Essbares Besteck soll hierbei helfen. Wenn man seinen Löffel aber nicht essen möchte, zersetzt sich das Besteck nach einer Woche selbst.

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Der Hersteller ist überzeugt, mit essbarem Besteck, ein Mittel gegen die Plastikplage in Indien gefunden zu haben.

„Warum benutzen wir so viel Plastikbesteck?“- „Weil es keine Alternative gibt – Jetzt gibt es eine.“

Der engagierte Geschäftsmann weiß, dass es in Indien zu wenig bis gar keine Alternativen für Plastikbesteck gibt. Dies war 2011 der Anstoß für Narayana Peesapathy um Bakeys ins Leben zu rufen. Mit seiner Firma stellt er nachhaltige und essbare Löffel, Gabel und Essstäbchen in verschiedenen Geschmacksrichtungen her. Der Hirselöffel gesüßt mit Zucker oder die Gabel mit scharfem Ingwer. Bakeys bietet ein weites Spektrum an Geschmackserlebnissen an.  Laut dem Hersteller sind die Produkte originalverpackt bis zu drei Jahren haltbar. Narayana Peesapathy war vor allem wichtig alle Aspekte eines nachhaltigen Produktes zu berücksichtigen. Aus diesem Grund verwendet er bei der Produktion hauptsächlich Hirse und wenig Reis – da Reis 60 Mal mehr Wasser für den Anbau benötigt. Dieser Ansatz kommt in Indien gut an. Bis jetzt wurden 1,5 Millionen Stück verkauft.

Mit seinem Werbevideo hat der Gründer einen viralen Hype kreiert, der um die ganze Welt geht.

„Wir leben nicht gerade ressourcenschonend, eher feiert die Welt momentan eine „WG-Party auf Kosten der Natur“

Planso ist der erste plastikfreie Onlineshop Europas. Dort werden nicht nur die Produkte – unter anderem auch Besteck und Geschirr – plastikfrei hergestellt, sie werden auch plastikfrei verpackt und verschickt. Dabei werden Recycling-Kartonagen verwendet und in einem Kraftpapierbodenbeutel vernäht und versendet. Essbar sind die Produkte nicht, allerdings genau so nachhaltig wie die Produkte von Bakeys. „Die produzierten Müllberge werden mehr und mehr zu einem der langfristigen Probleme unserer Zeit. Plastik ist dabei eines der langfristigsten“, so das Plasno-Team.

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„Nachhaltigkeit – ein Wort in aller Munde, so oft und beliebig benutzt, dass es mittlerweile kaum noch beeindruckt.“. Foto: Plasno

Der Edible-Spoon verfolgt die richtigen Ziele 

„100% natürlich, 100% biologisch abbaubar, 100% essbar. Und 100% gut für dich und für die Umwelt“, so wirbt der amerikanische Hersteller Triangle Tree für sein Produkt.  Die Firma stellt ebenfalls, wie das indische Unternehmen Bakeysessbares Besteck her. Auch hier kann man zwischen drei Geschmacksrichtungen wählen. Der Edible-Spoon ist so designed, dass er nach dem Verzehr der Mahlzeit, durch seine Rillen in kleiner Stücke gebrochen werden kann um ihn besser essen zu können. Eine ebenfalls besondere Innovation, die den Plastikverbrauch reduzieren kann. Der Trend der Nachhaltigkeit geht auf jeden Fall in die richtige Richtung.

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Der essbare Löffel als Pendant zum Plastikbesteck. Foto: Inhabitat

Nachhaltigkeit als Werbemittel 

Immer mehr Unternehmen spezialisieren sich auf eine umweltschonende Herstellung und Verwendung von Ressourcen. Keine schlechte Idee, aber Ernsthaftigkeit sollte dabei an erster Stelle stehen. Halbherzige „Öko“-Produkte helfen der Umwelt kaum. Stattdessen schmälern sie das Vertrauen der Menschen in die Werbung und in die Konzerne.

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