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Skurril: Durch die Digitalisierung wächst unser Papierverbrauch

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Papier Verschwendung Drucker

Die Digitalisierung führt dazu, dass weltweit immer mehr Papier verbraucht wird. Wie kann das sein, obwohl wir von immer mehr Geräten mit bunten Displays umgeben sind, die uns Daten überall abrufen lassen? 

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Jeden Morgen hat unser Drucker eine Seite mit seinen eigenen technischen Daten ausgespuckt – so wie vermutlich Hunderttausende Drucker weltweit. Damit ist nun Schluss. Schließlich landet schon genug Papier völlig sinnlos im Altpapier. Und es wird mehr. Der Papierverbrauch hat zwei – vermeintliche – Wendepunkte in der Geschichte durchgemacht. Zum einen die Erfindung von Guttenbergs austauschbaren Lettern und so die Ausbreitung von Büchern und Zeitungen. Der Zweite ist die Digitalisierung seit dem letzten Jahrhundert. Man nahm an, es würde in Zukunft weniger Papier verbraucht werden, da es ja jetzt Computer gebe und man nicht mehr alles analog vor sich haben müsste. Ein Irrtum. 1970 wurden weltweit 130 Millionen Tonnen Papier hergestellt. 35 Jahre später waren es fast dreimal so viel. Der Papierverbrauch war noch nie so hoch wie heute und wir hier in Österreich sind mit 235 Kilogramm pro Jahr und Kopf noch vor den USA einer der größten Verbraucher. Aber auch unsere deutschen Nachbarn haben eine beachtlichen Verbrauch: Jährlich verbrauchen die Deutschen mehr Papier als Afrika und Südamerika (mit insgesamt 1,5 Milliarden Einwohnern) zusammen. Einzig positiver Punkt ist, dass und in der gesamten EU mehr recycelt wird als auf anderen Kontinenten.

Wir bestellen und lesen online

Was eine unmittelbare Auswirkung auf die Papierindustrie hat, ist unser Konsumverhalten. Bei steigendem Internethandel wird viel in Kartons verpackt. Der Anteil der Verpackungskartons und -papier stieg laut dem Kritischen Papierbericht vom Forum Ökologie und Papier sowie dem Institut für Ökologie und Politik um knapp drei Prozent innerhalb eines Jahres. Dagegen sinkt die Papierproduktion für Zeitungen um bis zu neun Prozent. Trotz mehr und mehr digitalen Medien, die Einzug in unseren Alltag erhalten haben, prognostizieren Experten einen Zuwachs in der Zelluloseerzeugung von 1,2 Prozent jährlich für die gesamte Europäische Union bei einer gleichbleibenden Bevölkerungszahl.

Papier Verschwendung Hygienepapier

Hygienepapier wie Toilettenpapier, Windeln und Taschentücher wird unabhängig von der konjunkturellen Lage immer gekauft.

Bis der Papierkorb übergeht

Wer kennt das nicht: ein Dokument, eine Studie, ein interessanter Artikel ist schnell ausgedruckt. Hat man wichtige Informationen irgendwo schwarz auf weiß, fühlt es sich fast so an, als hätte man sie gelesen. Wirklich lesen tun viele Menschen dabei längst nicht alles, was sie sich ausdrucken.

Obwohl heute so viel auf dem Smartphone gespeichert und online gelesen werden kann – und das auch unterwegs, drucken wir weiter aus. Jährlich landen allein in deutschen Büro sechs Prozent der Ausdrucke im Müll. Ungelesene Ausdrucke. Das sind 169 Millionen Euro die für nichts in Tinte, Strom und Papier investiert werden. 500.000 Bäume müssen für unsere Gewohnheiten abgeholzt werden. In Italien und England werden ganze 17 Prozent aller Ausdrucke ungelesen in den Papierkorb geworfen.

Der Drucker beginnt in vielen Büros schon zu drucken, bevor überhaupt irgendjemand auf den Druck-Button geklickt hat, nämlich sobald er eingeschaltet wird. Jeden Morgen kommt aus dem Drucker ein Konfigurationsbericht mit allen möglichen und unmöglichen Daten und Fakten zum Drucker. Für die meisten Menschen reichlich überflüssige Informationen. Schließlich braucht man keine tägliche Erinnerung an die genaue Typenbezeichnung des Druckers und seine Konfigurationen, außer man möchte sie auswendig lernen. Dieses Feature haben wir heute bei unserem BIORAMA-Drucker ausgeschaltet. Denn jedes Jahr einen genau 2,5 Zentimeter hohen und 498 Gramm schweren Stapel aus Papier wegzuschmeißen muss nicht sein.

Statt neuem, oft chemisch gebleichtem Papier sollte man Recyclingpapier benutzen, das es übrigens längst auch in weiß gibt und nicht nur im grauen, angestaubten Ökopapier-Look. Green-Printing-Softwares erkennen Leerräume in Dokumenten und entfernen diese auf dem Ausdruck. So lässt sich der Verbrauch von neuem Papier wenigstens ein Stück weit reduzieren, selbst wenn man lieber analog liest, statt auf einem Display.


Es gibt neben Tetrapaks und Fahrscheinen so einiges, was nicht in die Papiertonne gehört. Einige Magazine zum Beispiel:

Gehören Hochglanz-Magazine in den Papiermüll?

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