Liefergemüse aus Ostösterreich

Die Ökokoiste heißt in Wien Biokistl...

Bild: Istock.com/Tatiana Davidova.

Gemüseabonnements sind stabile Einkommen für LandwirtInnen – und StädterInnen die Motoren der Biobewegung. Das Angebot an Abos, über die man sich regelmäßig Gemüse (und oft auch Obst und mehr) direkt vom Bauern oder von ZwischenhändlerInnen nach Hause liefern lassen kann, ist inzwischen glücklicherweise endlich zu groß geworden, um alle AnbieterInnen hier vorzustellen zu können. Die Anbauverfahren und die Qualität der angebotenen Lebensmittel sind allerdings schon recht unterschiedlich. Wo das Sortiment größtenteils oder zur Gänze auch wirklich bio ist, lässt sich mitunter erst durch längeres Websitestudium feststellen. Grund genug, ein paar aus Wien vorzustellen – vielleicht nicht neu, aber eben gut. Und manches womöglich kopierenswert.

Bioferdl

Bild: Bioferdl.

Bioobst und -gemüse im Abo gibt es auch hier – seit 2017 bringt der Onlinebestelldienst Bioferdl seine gesunden Packerl aus Oberösterreich bis nach Niederösterreich, Salzburg, Graz und Wien. Im Gegensatz zu anderen Anbietern werden hier nur Obst- und Gemüsekisten zusammengestellt – diese sind aber nicht weniger knackig befüllt. Neben dem normalen Obst- und Gemüse-Packerl gibt es auch Themenboxen wie das Sommer- oder Mama-Kind-Packerl und ein Regional-Packerl. Während im Regional-Packerl nur Produkte aus Österreich enthalten sind, umfassen die anderen Boxen zum Teil auch Importprodukte. Kleiner Minuspunkt: Zu den PartnerInnenbetrieben findet man im Shop leider keine weiteren Infos. Alle Kisten sind in vier Größen erhältlich und können so auf die Haushaltsgröße und den individuellen Verbrauch angepasst werden. Die Boxen kosten durchschnittlich zwischen 17,90 und 33,45 Euro. In wöchentlichen, zweiwöchentlichen oder monatlichen Abständen erhält man die Kisten plastikfrei, zwischen Dienstag und Freitag, im Karton nach Hause oder ins Büro geliefert. Auf der Website findet man dazu für die frischen Zutaten auch noch gschmackige Rezepte. Samantha Breitler

bioferdl.at

Adamah

Bild: Adamah/Thomas Topf.

Im Werbefernsehen und im Mythos kommt das österreichische Gemüse eigentlich fast ausschließlich von den nur 7000 Hektar des niederösterreichischen Marchfeldes nördlich von Wien. Wirklich dort angesiedelt ist zum Beispiel der Biohof Adamah. Er liefert Obst und Gemüse von seinen 100 Hektar eigener Ackerflächen und denen seiner regionalen und internationalen PartnerInnenbetriebe in den Großraum Wien. 1997 hat die Familie Zoubek damit begonnen und ist inzwischen so erfolgreich, dass jeder ihrer Kühltransporter (und Lastenräder) in Wien alle paar Hundert Meter Adamah-KundInnen beliefert und so die Klimabilanz des bezogenen Gemüses trotz Zustellung vor die Wohnungstür fast unschlagbar ist.


2021 hat die Gründungsgeneration das kleine Bioimperium an Kinder und Schwiegerkinder übergeben. Bio ist im gesamten Sortiment default, entscheiden kann man sich zwischen Kistlgrößen (13–26 Euro bei der klassischen Gemüsekiste) und der Beschränkung auf regional verfügbares Obst und Gemüse – oder Kisten, die auch Kiwis und Orangen und im Winter Tomaten enthalten. Das Ausmaß, in dem die KistenempfängerInnenbedürfnisse antizipiert werden, beeindruckt: vom »Easy- Cooking-Gemüsekistl« für jene, die nicht viel Zeit zum Kochen haben, bis zum »Jausen-Kistl« für die, die das gar nicht wollen, und einem »Green-Smoothie-Kistl« für die, die immer noch Green Smoothies wollen. Wer zumindest an zwei Tagen in der Woche zwar nicht das Kochen, aber das Nachdenken über dessen Gestaltung auslagern will, bekommt eine personalisierte Rezeptkiste – schnellkochend oder ein bisschen aufwendiger, mit oder ohne Fleisch. Zu den Kisten oder separat kann online aus einem sehr breiten Sortiment an Bioprodukten bestellt werden. Alles da.

adamah.at

Hopf

Bild: Hopf.

Wöchentlich liefert der Biobauer und Kabarettist Pepi Hopf aus dem Marchfeld seine Obst- und Gemüsekisten an verschiedene Standorte in Wien und Niederösterreich aus. Von Juni bis Ende Jänner gibt es ein saisonales Sortiment an frischem Bioobst und -gemüse sowie Kräutern aus eigenem Anbau – nur ein ganz geringer, gekennzeichneter Anteil wird zugekauft. KundInnen können jeweils bis Sonntag oder Montag das »Kistl der Woche« oder individuell zusammengestellte Boxen über Facebook bestellen. Einen eigenen Webshop gibt es bisher nicht, dafür bekommt man immer aktuelle Updates zum Angebot. Für manche mag es ein kleines Manko darstellen, andere sehen auch darin das Positive: Da die Boxen in einem festgelegten Zeitraum bei einem der KooperationspartnerInnen selbst abgeholt werden müssen, entsteht an den Abholorten quasi ein Nachbarschaftstreffpunkt. Und: Die Selbstabholung ermöglicht ein Preisniveau der großen Kisten zwischen 15 und 17 Euro. Neben dem Obst- und Gemüsesortiment gibt es zusätzlich Honig und Met, zu Beginn der Saison werden auch Jungpflanzen verkauft. Die Pfandkisten können entweder mit nach Hause genommen oder aber gleich beim Verteiler gelassen werden.

facebook.com/BiogemuseHopf

Bioigel

Bild: Luiza Puiu.

»Die regionalste Biokiste für Wien und Niederösterreich« – das ist der Slogan des Biolebensmittellieferdienstes Bioigel aus Tresdorf in Niederösterreich. Selbst im Winter gibt’s hier kein Obst und Gemüse aus dem Ausland, das gesamte Sortiment orientiert sich an der Saison und kommt von regionalen KooperationspartnerInnen, die im Shop vorgestellt werden. Bei den Kisten kann man zwischen drei Körben auswählen: dem Obst-Gemüse-Kistl, dem Gemüse-Kistl und dem Büro-Kistl. Die Boxen kosten größenabhängig von 17,90 bis 25,90 Euro, sie werden in Pfandkisten wöchentlich oder vierzehntägig zu dir nach Hause geliefert. Zusätzlich gibt es im Onlineshop noch weiteres Obst und Gemüse, Backwaren, Eingelegtes, Snacks, Getränke und andere Produkte zum Kochen oder für die Speisekammer.

bioigel.at

Afreshed

»Vom Bauern ums Eck bis hin zur Banane von einem heimischen Händlerbetrieb« – das Linzer Jungunternehmen Afreshed »rettet« seit 2020 biozertifiziertes Obst und Gemüse aus der Region und Rückläufer aus dem Handel. Die Lebensmittel würden ansonsten vernichtet werden, da sie entweder von der Norm abweichen oder Überproduktion darstellen. Gemeinsam mit LandwirtInnen und HändlerInnen aus Österreich verpacken sie zweiwöchentlich gutes Obst und Gemüse in ihren »Retterboxen« und versenden es in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien im Mehrweggebinde, im Rest Österreichs mit der Post.
Zusätzlich stellt das junge Unternehmen auch Rezeptinspirationen auf seinen Social-Media-Kanälen zur Verfügung, um den Zero-Waste-Gedanken in mehr Haushalte zu bringen. Die Box mit 5–6 Kilogramm Inhalt kommt für 19,99 Euro inklusive Versand ins Haus. Für jede gekaufte »Retterbox« pflanzt Afreshed über das Unternehmen »Eden Reforestation Project« einen Baum.

afreshed.at

BIORAMA Wien–Berlin #2

Dieser Artikel ist im BIORAMA Wien–Berlin #2 erschienen

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