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CSR-Brille #20: Wo bleiben neue Kampagnen gegen Konzerne?

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Gegen Barbie, KitKat und George Clooney hat´s funktioniert: Wo bleiben neue Kampagnen gegen Konzerne? 

Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber in letzter Zeit ist es in der Welt der NGO-Kampagnen auf Social Media ein bisschen ruhiger geworden. Wenn es um Umweltschutz und Unternehmen geht, werden die erfolgreichen Klickbringer in letzter Zeit meist als Positivkampagne durch die Firmen selbst auf den Markt gebracht – siehe die aktuelle Kampagne von Soda Stream mit Glamour-Star Paris Hilton oder beim diesjährigen Superbowl. Irgendwie ist schon lange kein Konzern mehr so richtig an den Pranger und damit an die Facebook walls dieser Welt gestellt worden.

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Zielscheibe Unternehmen

Klassische Problemfelder wie Erdöl sind seit den 1970ern und damit seit dem Beginn des Entstehens von Umweltorganisationen immer wieder unter Beschuss – und das mit Erfolg. Kein Unternehmen – auch nicht Großkonzerne wie die OMV oder Nestlé – können sich eine solche Negativ-PR leisten, die insbesondere durch die rasante Verbreitung über Twitter & Co. Fahrt aufgenommen hat. Auch Nachhaltigkeitsratingagenturen nehmen das übrigens ernst und berücksichtigen derartige Kampagnen in ihre Bewertung.

Muss Umweltschutz in Schockbildern vermittelt werden?

Schockbilder funktionieren immer. Niemand, der auf den Spot geklickt hat, wird den mit Blut verschmierten abgehackten felligen Gorillafinger, der einen KitKat-Riegel darstellen sollte, vergessen. Dieser Spot der Greenpeace-Kampagne gegen Palmöl aus dem Jahr 2010 – veröffentlicht in über 30 Ländern – wurde millionenfach angeklickt und gehört zu den erfolgreichsten Aktionen in diesem Sektor. Aber natürlich sollte der Erfolg solcher Kampagnen nicht an den Views von aufrüttelnden Bildern, sondern an den wirklichen Taten der Unternehmen gemessen werden. Im Falle der Greenpeace-Aktion hat der angegriffene weltweit größte Lebensmittelkonzern Nestlé reagiert und seine Zusammenarbeit mit einer umstrittenen Palmöl-Firma in Indonesien beendet. Auch bei der „Detox“-Kampagne gegen Textilriesen, die ebenfalls von Greenpeace ins Leben gerufen wurde, gibt es bis zum Jahr 2020 zumindest Absichtserklärungen.

Gegen Barbie, KitKat und George Clooney: 3 erfolgreiche Beispiele für Kampagnen

  • Help Ken: Grandioses Video, in dem Ken mit Barbie aufgrund der Tatsache Schluss macht, dass bei der Verpackung der Plastikpuppe illegal geschlagenes Holz aus dem Regenwald verwendet wird.

  • Rettet die Orang-Utangs im indonesischen Regenwald: Blutige Kampagne gegen Nestlé und deren Verwendung von Palmöl im Schokoriegel KitKat.

  • Schreiben Sie George Clooney: Das Schweizerische Arbeitshilfswerk bringt in diesem Spot ein Double von George Clooney zu Fall und fordert von Nespresso (Nestlé) endlich den Umstieg auf fairen Kaffee.


Mehr Zusammenarbeit mit den Konzernen?

Jede große NGO hat mittlerweile eine Abteilung, die sich mit Unternehmenskooperationen beschäftigt. Teilweise kommt ein großer Brocken des Budgets der Organisationen auch aus diesen Kooperationen. Es stellt sich somit auch die Frage, ob und wie viel Abhängigkeit möglich und nötig ist? Es bleibt eine Gratwanderung, inwieweit sich Unternehmen ihr gutes Gewissen erkaufen oder NGOS wirklich die Chance haben, sich strukturverändernd einzubringen und nicht nur ein „Label“ darstellen. Vielleicht ein Grund dafür, dass es ein bissl ruhiger geworden ist, obwohl die Themen doch brisanter denn je sind! Ich stehe auf jeden Fall immer bereit: zu klicken, zu liken, zu sharen und was sonst noch nötig ist…!

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