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Greenwashing: Mit diesen 5 Tipps geht es ganz einfach!

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Greenwashing und „Öko-Schmähtandeln“: Wie funktioniert die oberflächliche Unternehmensbegrünung und woran kann man sie erkennen? Fünf heiße Tipps. 

Ein Rundgang durch den Supermarkt zeigt: Obwohl die Konsumentinnen und Konsumenten in den letzten Jahren gefühlt kritischer geworden sind und Social Media viel schneller Firmen mit Blödsinnigkeiten entlarvt, kann das berühmte Greenwashing noch immer so einfach sein! Dazu 5 Tipps für Unternehmen, die auch einmal einen auf „grün“ machen wollen und für alle, die das „Öko-Schmähtandeln“ entlarven möchten:

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1. Irgendwelche Gütesiegel ohne Erklärung

Hat ein Unternehmen keine Lust auf teure und aufwendige Zertifizierungsprozesse (wie z.B. bei anerkannten Zertifizierungen wie dem EU-Bio-Gütesiegel), dann ist es ganz einfach: Man nehme ein grünes Blatt, klatsche es auf ein Produkt und warte, bis es die Öko-Fuzzis kaufen! Noch besser und total hip: Denk dir ein Vegan-Zeichen aus (Anmerkung: auch hier gäbe es ein anerkanntes Siegel), obwohl im angebotenen Produkt niemals tierische Stoffe Verwendung finden würden! An dieser Stelle sei auch erwähnt: Es gibt Produkte, die augenscheinlich vegan scheinen, es aber nicht sind, z.B. Fruchtsaft oder Binden und Slipeinlagen (das Problem ist hier der Klebstoff).

2. Her mit den Panda-Babys, Blumenwiesen und Schmetterlingen

Vergiss nie die Bildsprache! Die glückliche Kuh auf der saftigen Almwiese zieht immer. Wenn die Kuh aber gerade nicht zum Produkt passt, dann gibt es ja noch immer andere Behelfe: Das grüne Blatt (eh klar) und Blümchen überall sind schon einmal wunderbar, aber noch besser sind: Panda-Babys (z.B. auf Chips-Packungen), Schmetterlinge (z.B. für unnötige Intimwaschlotionen) oder irgendwelche Gesichter von neuen besten Freunden, für die du was spenden kannst (z.B. bei „Buy-one-give-one“-Systemen). Besonders glaubwürdig in diesem Kontext: anonyme „Stock“-Bilder von Fotoagenturen, die von ganz vielen Unternehmen für die unterschiedlichsten Themen verwendet werden! Nur ja Kosten und Mühen scheuen! Noch einfacher und die Königsdisziplin des Greenwashing: Färbe das Unternehmenslogo und die Produktverpackung einfach grün ein, wie z.B. Coca-Cola ihre Life-Edition.

3. 100% umweltfreundlich und sonstige unerreichbare Ziele

100% natürliche Zutaten und 100% umweltfreundlich. Na klar! Das wird besonders von Kosmetikherstellern gerne verwendet. Wieso? Wenn nur ein geringer Anteil von einem Zusatzstoff wie z.B. Öl wirklich natürlich ist, dann kann man das, wie bei Palmolive, einfach vorne draufdrucken (siehe „Greenwashing – vermeintliche Naturkosmetik im Test“).

Ich muss jetzt leider alle enttäuschen, die schon auf einen solchen Slogan reingefallen sind. 100% umweltfreundlich geht gar nicht! Wenn man ein Produkt in die Hand nimmt, dann hat es tendenziell eine Wertschöpfungskette hinter sich und neben CO2 auch andere Emissionen rausgepustet.

4. Beweise à la „CSR ist in unserer Unternehmens-DNA verankert“

Fast mein Lieblings-PR-Spruch, der sich seit den 90er Jahren stetig in CSR-Broschüren und Nachhaltigkeitsberichten findet. Wem dieser Spruch in die Hände fällt, sollte mal genauer nachfragen. Denn wo ist der Beweis dafür? Eher neu und auch immer wieder mal ein Trend: Das „Pinkpainting“ (mehr dazu in der CSR-Brille #8), bei dem sich Unternehmen plötzlich ach so frauenfreundlich präsentieren. Ein hilfreicher Tipp in dieser Hinsicht, der mir von einer Konferenz aus dem Silicon Valley berichtet wurde: Lass die supertaffe „Diversity-Beauftragte“ die Eröffnungsrede halten und dann fällt gar nicht mehr auf, dass danach den ganzen Konferenztag nur Männer in Führungspositionen auf dem Podium sitzen (Stichwort #allmalepanel).

5. Technisches Blabla

Irgendwelche technischen Nummern von ISO-Normen auf eine Verpackung drucken und schon ist ein Produkt sicher. Wenn Beschreibungen irrelevant sind, diese sowieso gesetzlich vorgeschrieben sind oder es keiner mehr versteht, dann ist das eine perfekte Idee, um Konsumentinnen und Konsumenten in Sicherheit zu wiegen und sich als Vorbildunternehmen zu verkaufen.

An dieser Stelle darf ich auf den wunderbaren Greenwashing Guide von Futerra verweisen, der für Unternehmen, die sich auf Greenwashing spezialisieren möchten, nochmal alles Wichtige zusammenfasst.

Bleiben wir als Konsumierende gespannt und wachsam, was sich in den nächsten Jahren in den Supermarktregalen tut! Die Liste wird gerne bei Bedarf ergänzt!

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