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Biokistl auf Rumänisch

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Cosul de Legume

BILD Cosul de Legume

Wie Cosul de Legume gesunde Ernährung und biologische Landwirtschaft in einem innovativen Geschäftskonzept vereint und damit Bukarest erobert.

Die Auseinandersetzung mit gesunder und ökologisch nachhaltiger Ernährung hat nicht notwendigerweise für jeden höchste Priorität. Sobald Kinder da sind, kann sich dies jedoch schlagartig ändern, und es stellt sich die Frage, wo denn das Essen auf dem Teller eigentlich herkommt, wie es angebaut wurde und wie nahrhaft es wirklich ist. So ging es auch Matei Dumitrescu und seiner Frau, als sie Eltern wurden. Gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen wurden sie selbst aktiv und gründeten mit Cosul de Legume Bukarests erfolgreichstes Biokistl, das biologische Landwirtschaft, die Verwendung alter Kulturpflanzen und Bildung zum Thema Ernährung in einem innovativen Geschäftsmodell vereint.

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BIORAMA: Wie ist Cosul de Legume entstanden?

Matei Dumitrescu: Wir sind zwei Jungfamilien und kennen uns schon seit vielen Jahren. Wir kommen aus unterschiedlichen beruflichen Richtungen: von IT, über Psychologie und Architektur bis hin zu Volkswirtschaft. Als wir Eltern wurden, haben wir begonnen, uns für gesunde Ernährung für unsere Kinder und uns zu interessieren. Unsere Werte und Prinzipien hinsichtlich der Ernährung unserer Familien haben uns schnell zur biologischen Landwirtschaft gebracht. Andrei baut schon seit 2009 Kräuter an. Hinzu kommt, dass er, Alexandra, Sabina und ich, alle an innovativen Geschäftsmodellen und Unternehmertum interessiert sind. Nach vielen Gesprächen haben wir uns auf ein Konzept geeinigt und 2011 Cosul de Legume gegründet.

Wie produziert Cosul de Legume?

Unter dem Konzept »beyond organic« haben wir uns dem Anbau und Vertrieb von biologisch angebautem Gemüse verschrieben, welches ohne Pestizide oder chemische Dünger auskommt und so einen maximalen Nährwert erzielt. Die Landwirtschaft in Rumänien ist nicht so entwickelt wie in Westeuropa. Hier gibt es entweder riesige Bauern, die auf zehntausenden Hektar Fläche anbauen, oder es gibt ganz kleine Bauern, mit nur ein bis zwei Hektar Land. Wir befinden uns da irgendwo in der Mitte. Wir sind kein biologischer Industriebetrieb, in dem nur die produktivsten Hybridsamen verwendet werden, für Gemüse, das dann monatelang gelagert und durch ganz Europa transportiert wird. Für unsere Produktion verwenden wir fast ausschließlich Samen von Kulturpflanzen. Diese liefern nicht nur einen besseren Geschmack: Gemüsesorten, die seit Jahrzehnten, manchmal sogar Jahrhunderten in Rumänien angebaut werden, sind auch eine nährstoffreichere Alternative zu modernen Hybridsorten. Zusätzlich bauen wir nur auf dem offenen Feld an, um noch mehr Nährstoffe und Geschmack zu erhalten. Das bedeutet aber natürlich auch, dass unser Gemüse klein und hässlich sein kann und nicht länger als drei Tage im Kühlschrank hält – eine Herausforderung für den Transport.

Wie funktioniert euer Vertriebskonzept?

Wir produzieren 50 Gemüsesorten sozusagen vom Feld direkt auf den Tisch. Wir liefern unser Gemüse in Warenkörben wöchentlich über Vertriebspartner an Endkonsumenten, entweder nach individueller Bestellung oder über ein Abonnement. Wir liefern die Gemüsekörbe an zentrale Knotenpunkte in Bukarest, zum Beispiel an Kindergärten, kleine Familienrestaurants, ein Gemeinschaftsbüro für nachhaltiges Unternehmertum usw. Die Endkonsumenten, die diese Orte sowieso frequentieren, können sich dann ganz praktisch ihren Gemüsekorb abholen.

Was sind die Überlegungen hinter eurem Vertriebskonzept?

Verschiedene Nischenprodukte und Leistungen für Kunden an einem Ort zu vereinen, erschien uns als interessante Geschäftsmöglichkeit. Daher arbeiten wir mit anderen Organisationen und Firmen zusammen, die als Vertriebspartner fungieren und ähnliche Kunden wie wir ansprechen. Wir erzielen damit tolle Ergebnisse: So bringen wir Vertriebspartnern neue Kunden, wenn Leute kommen, um ihren Korb zu holen; und wir profitieren von den bestehenden Kunden des Vertriebspartners, die auf uns aufmerksam werden und Gemüse bestellen. Nehmen wir zum Beispiel einen Kindergarten: Wenn sich die Leitung des Kindergartens dazu entscheidet, Distributionspartner zu werden, haben wir mit den Eltern der Kinder mit einem Schlag Zugang zu 50 potenziellen Kunden. Wir helfen dem Kindergarten auch, selbst im Garten Gemüse anzubauen und machen Workshops mit den Kindern, in denen sie über Gemüse und biologischen Anbau lernen. Der Kindergarten kann aber auch Gemüse von uns beziehen. Die Partnerschaft wirkt sich insgesamt positiv auf das Image des Kindergartens aus und es für alle Beteiligten wird Wert geschaffen.

Was sind eure nächsten Ziele?

Wir wollen der führende Online-Händler für biologisches Gemüse in Bukarest werden. Darüber hinaus möchten wir verschiedenste Produzenten biologischer Lebensmittel in der Region zu einer Marke bündeln: von Milchproduzenten in den Karpaten über Früchte und Beeren aus Moldawien bis zu Entenzüchtern aus dem Donaudelta. Wir möchten unser Sortiment um verarbeitetes Gemüse und Obst, vielleicht sogar biologisches Fleisch und Milchprodukte erweitern und so den Markt für biologische Lebensmittel in Rumänien weiter aufbauen. Wir machen schon Workshops und Seminare zu gesunder Ernährung und biologischer und nachhaltiger Landwirtschaft und wollen diese Informationen so vielen Menschen wie möglich näher bringen und auch weiter an gesunder Ernährung, vor allem für Kinder, arbeiten.

www.cosuldelegume.ro

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