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„Schwammerlwoche“ für Kinder im Bayerischen Wald

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Lentaria afflata im Nationalpark Bayerischer Wald: Kann im Rahmen der „Pilzwochen“ im bayerisch-oberösterreichisch-tschechischen Grenzgebiet entdeckt werden. (Foto: Peter Karasch)

Die „Pilzwoche“ im Nationalpark Bayerischer Wald lädt heuer auch erstmals Kinder zum aktiven Schwammerlsuchen, Mitmachen und Bestimmen. Nationalpark-Sprecher Peter Karasch über das Programm. 

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BIORAMA: Im Rahmen der „Pilzwoche“ (bis 2. August) der Deutschen Gesellschaft für Mykologie gibt es im bayerisch-böhmisch-österreichischen Grenzgebiet erstmals auch ein Citizen-Science-Projekt, an dem sich auch Kinder beteiligen können und sollen. Was erwartet die Kleinen denn dabei?
Peter Karasch: Ein Wald voller faszinierender Schwammerl und Antworten auf ihre Fragen.

Ist für Kinder oder Erwachsene, die sich an dem Bürgerwissenschaftsprojekt beteiligen wollen, Vorwissen erforderlich?
Peter Karasch: Vorwissen wird nicht erwartet, nur Neugier und Freude am Lernen in der Natur.

Ob meine persönliche Beobachtung repräsentativ ist, weiß ich nicht. Aber lässt es sich statistisch belegen, dass Schwammerln im Kindesalter oft nicht schmecken und man oft erst mit fortschreitendem Alter auf den Geschmack kommt?
Peter Karasch: Das lässt sich statistisch nicht belegen, denn die Erinnerungen an unsere Kindheit sind ja oft sehr subjektiv. Kinder, die in ihrer Freizeit viel in der Natur unterwegs sind, nehmen aber eine ganz andere Entwicklung und wertschätzen später ein natürliches Umfeld.

Die „Pilzwoche“ gibt es heuer nicht das erste Mal. Wer kommt denn erfahrungsgemäß zu dieser Veranstaltung und was waren die Erkenntnisse der letztjährigen Zusammenkünfte?
Peter Karasch: Es kommen Experten und Pilzfreunde zusammen, um die Funde zu bestaunen und fachsimpeln zu können. Da der Nationalpark und Bayerische Wald im Sommer sehr viele Touristen anzieht, kommen sowohl Einheimische als auch Auswertige Schwammerlenthusiasten zusammen. Der Erfahrungssaustausch ist immer wieder bereichernd, denn von den Älteren können die Jüngeren immer etwas über alte Namen und der Verwendung von Pilzen lernen.

Hericium flagellum in voller Pracht. (Foto: Peter Karasch)

Wer keine Zeit hat, mit seinen Kinder auf die „Pilzwoche“ zu kommen, den Kleinen das Schwammerlsuchen aber trotzdem schmackhaft machen möchte: Gibt es ein für Kinder besonders geeignetes Pilzbestimmungsbuch?
Peter Karasch: 
Kinder brauchen für die Pilzbestimmung immer die Unterstützung von erfahrenen Pilzkennern, ein Buch reicht dafür nicht aus. Ein relativ neues Mitmachbuch für Kinder über Pilze von Rita und Frank Lüder gibt es beim Haupt-Verlag.

Apps sind zum Schwammerlbestimmen wahrscheinlich weniger geeignet, weil es gerade im Wald nicht überall Empfang gibt, richtig?
Peter Karasch:
Es gibt schon ein paar brauchbare Apps, aber sie ersetzen nicht die langjährige Erfahrung von Pilzberatern. Einen Pilz-Apptest gibt es auf www.dgfm-ev.de.

Gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald Schwammerl, die man anderswo schwer finden kann?
Peter Karasch: 
Ja, die gibt es. Denn hier gibt es urwaldähnliche Strukturen und Lebensräume, die anderswo in Europa sehr selten geworden sind. Zum Beispiel der Rosenduft-Feuerschwamm hat hier einen seiner letzten stabilen Lebensräume weltweit.

Weiterführende Infos zur „Pilzwoche“ im Nationalpark Bayerischer Wald finden sich auch auf dessen Facebook-Page.

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Thomas Weber

Herausgeber

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