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Urbane Utopie: Was wurde aus Masdar City?

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Viel Stadt gibt es noch nicht zu sehen, in Masdar City. (Bild: Philip Lange / Shutterstock.com)

Viel Stadt gibt es noch nicht zu sehen, in Masdar City. (Bild: Philip Lange / Shutterstock.com)

Masdar City – von der urbanen Utopie einer nachhaltigen Stadt in der Wüste. Was wurde aus den kühnen Plänen am Persischen Golf?

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Eine Vorzeigestadt in der Wüste Abu Dhabis, das sollte Masdar City werden. Keine Emissionen. Kein Abfall. Wohnort für 50.000 Menschen. Ein Blueprint für die nachhaltige Stadt der Zukunft, richtungsweisend für Städteplaner weltweit. So priesen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ihr ambitioniertes Projekt Masdar City vor etwa 10 Jahren an. Baubeginn 2009, geplante Fertigstellung 2016. Was wurde aus den hochgesteckten Zielen?

Die Pläne waren vielversprechend: Energie ausschließlich von Sonne und Wind, Fortbewegung in futuristischen, selbstfahrenden Mini-Cabs (Personal Rapid Transit), schattenspendende Architektur mit traditionellen Einflüssen und viele Grünflächen. Auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern wollte man vorführen, was die Stadt der Zukunft ausmacht. Doch wie der Fotovergleich zeigt, sieht die Realität anders aus:

Masdar City: Plan and Reality

Links der ursprüngliche Masterplan, rechts eine aktuelle Satellitenaufnahme (Fotos: Masdar.ae, Google Earth)

Der französische Fotograf Etienne Malapert besuchte Masdar City im vergangenen Jahr und fand sich in einer Geisterstadt wieder. In The City of Possibilities zeigt er auf eindrucksvolle Art und Weise, wie es um die einst kühnen Pläne in der Wüste steht. Laut The Guardian leben aktuell rund 300 Studierende in Masdar, von den Bauvorhaben sind in etwa 5% realisiert. Die globale Wirtschaftskrise, welche sich zu Projektbeginn ausbreitete, sei einer der Hauptgründe hierfür, so Masdar City Design Manager Chris Wan. Viele Investoren seien abgesprungen. Auch das Ziel absolut emissionsfrei zu sein, habe man mittlerweile verworfen.

Eine Aufnahme aus dem Jahr 2013, aktuelles Bildmaterial ist Mangelware. (Foto: Massimo Santanicchia)

Eine Aufnahme des Areals aus dem Jahr 2013, aktuelles Bildmaterial ist Mangelware. (Foto: Massimo Santanicchia)

Dennoch: Still geworden ist es um Masdar City nicht. Die Geisterstadt ist Teil der großen Masdar Initiative. Das Ziel: Abu Dhabi und die VAE am Energiemarkt der Zukunft zu positionieren, um die Abhängigkeit vom schwarzen Gold weiter zu verringern. So mischt die Masdar-Initiative auch am Bau einer Mega-Photovoltaik-Anlage nahe Dubai mit. In dieser Hinsicht nehmen die VAE eine Vorreiterrolle in der Golf-Region ein. Die emissionsfreie Stadt Masdar soll dabei gleichzeitig Aushängeschild sowie Zentrum eines Technologie-Clusters werden. Dass in dieser Vorzeigestadt der Nachhaltigkeit nun auch das staatliche Nuklearunternehmen ENEC seinen Hauptsitz hat, mag hingegen verwundern.

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Masder setzt auf Sonnenenergie. Dieses Solarwärmekraftwerk wurde 2013 fertiggestellt. (Foto: Masdar.ae)

Was bringt die Zukunft für Masdar City? Abu Dhabi verfolgt sein Vorzeigeprojekt weiterhin, vor 2030 sei jedoch nicht mit einer Fertigstellung zu rechnen. Die Frage, ob es denn jemals nachhaltig sein kann, eine Stadt in der Wüste aus dem Boden zu stampfen, bleibt offen. Immerhin könnte das Vorhaben, schafft es jemals den Sprung vom Papier in die Realität, aber inspirieren und zeigen, was mit cleverem Design, neuen Technologien und viel Geld möglich ist. Vorerst bleibt Masdar City aber eine Utopie.

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