Der Emissionskataster zeigt die Emissionsmengen je nach Gemeinde. Umwelttechniker Manfred Brandstätter vom Amt der Landesregierung erklärt, was die Karte zeigt.

BIORAMA: Was bringt der Emissionskataster zum Ausdruck?
Manfred Brandstätter: »Der Kataster ist eine Darstellung der Gesamtemissionen, jeweils normiert auf die Fläche pro Gemeinde. Das heißt: Wir sehen uns dafür alle Emissionen auf einem Gemeindegebiet an, dividieren sie durch die Gemeindefläche und stellen sie dann auf einer Karte dar.«

Wie werden die Werte dafür erhoben?
»Die Emissionen werden einerseits durch Fragebögen erhoben und andererseits durch statistische Daten aus unterschiedlichen Quellen.«

Ist dort, wo die Karte besonders dunkel ist, die Luft schlechter?
»Das kann man so nicht sagen. Eine hohe Emissionsdichte ist nicht gleichbedeutend mit schlechter Luft. Kraftwerke zum Beispiel haben ja hohe Schornsteine, damit die Schadstoffe in einer hohen Luftschicht ausgebracht werden und eine Verdünnung stattfindet. Die Menschen in der Umgebung eines Kraftwerks atmen deshalb nicht direkt die Emissionen ein, sondern die Immission.«

Was sind konkrete Anwendungen des Katasters?
»Zum Beispiel Energiekonzepte von Gemeinden oder Luftreinhaltungspläne wie das Feinstaubprogramm NÖ.«

Welche Emissionen werden im Kataster dargestellt?
»Wir können Kohlendioxid (CO2), Schwefeldioxid (SO2), Stickoxid (NOx) und Feinstaub (PM10) in dieser Form darstellen. Die Kartendarstellungen gibt es also für verschiedene Emissionen.«

Gibt es Beispiele für bestimmte Entscheidungen, die ganz eng mit Emissionswerten und der Luftqualität verknüpft sind?
»Na ja, zum Beispiel die Reduktion von Schwefel aus dem Hausbrand-Heizöl. Da hat man festgestellt, dass es Gebiete gab, in denen extrem hohe SO2-Emissionen stattfanden. Es wurde dann festgestellt, dass es aufgrund der hohen Schwefelwerte notwendig war, den Schwefelanteil zu reduzieren.«

Den Kataster gibt es bereits seit 1976. Wie entwickeln sich die Emissionen seither?
»Eine extreme Erfolgsgeschichte ist tatsächlich die schon angesprochene Reduktion der Schwefelemissionen. Saurer Regen ist deshalb heute kein Thema mehr. Wir haben die SO2-Emissionen seit 1990 um rund 94 Prozent reduziert. Auch die Stickoxide sind um ein Drittel zurückgegangen. Wir haben in den vergangenen sechs Jahren keine Feinstaubüberschreitungen mehr. Durch weniger Emissionen kommt es zu einer besseren Immissionssituation.«


Emissionsschwerpunkte wie der Großraum Wien oder die Westautobahn sind als dunkle Einführungen deutlich in der Karte zu erkennen.
Die Karte zeigt nur die CO2-Emissionen. Darstellungen für andere Emissionsarten gibt es online. Einfach »NÖ Emissionskataster Luft« googeln!

Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #-4 erschienen

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