Wer füttert jetzt das Meerschwein durch?
Österreichs größtes Tierheim beklagt Mängel in der Haustierhaltung – und Folgekosten...
»Wir haben noch nie so viele Tiere betreut wie 2024«, sagt Martin Aschauer von Tierschutz Austria. Insgesamt waren im vergangenen Jahr mehr als 15.000 Tiere kurzfristig in der Obhut des Vereins, davon allein 7000 Schwalben. Diese gerieten infolge des Hochwassers in Not. Neben mehr als 3000 weiteren Wildtieren, die abgegeben oder dem Verein gemeldet wurden, steht eine ebenfalls große Zahl an Haustieren. 1139 Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen wurden 2024 aufgenommen. Mehr als 70 Prozent der Haustiere konnte Tierschutz Austria an neue BesitzerInnen vermitteln.
Etwa ein Viertel der häufig gechippten und registrierten Haustiere konnte an ihre ursprünglichen BesitzerInnen zurückgegeben werden, sagt Aschauer. Es handelt sich bei diesen Tieren, vor allem Hunde und Katzen, also um AusreißerInnen. Die meisten der restlichen aufgefundenen Tiere sind laut dem Verein von den BesitzerInnen ausgesetzt worden. Darunter seien immer öfter kranke Tiere. Aufgrund der Teuerung in allen Bereichen können sich laut Aschauer viele Leute die Tierarztkosten nicht leisten. Dies ist aber nur eine Frage betreffend Haustierhaltung, die den Verein umtreibt. Eine weitere ist die zunehmende Zahl aufgefundener oder abgegebener exotischer Tiere. Die artgerechte Unterbringung von Schlangen oder Affen kostet allerdings auch die Tierschutzorganisation viel Geld. Zuletzt seien die Ausgaben des Vereins Tierschutz Austria, der sich aus Spenden, Erbschaften und Schenkungen finanziert, stark gestiegen. Einerseits durch hohe Kosten für die Betreuung kranker Tiere sowie gestiegene Futter- und Energiepreise, aber auch die Kosten für Personal und Öffentlichkeitsarbeit waren in den vergangenen Jahren deutlich höher als früher.
Ausgesetzte Katzen führen nicht nur für Tierschutzhäuser zu Problemen – auch für freilebende Kleintierpopulationen sind sie eine große Gefahr.
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