Was einmal glitzert, glitzert für immer

In der Festivalsaison 2018 geht wenig ohne Konfetti und Glitzer. Leider wird die Umwelt durch die künstlichen Glitzerpartikel und Konfettimüllberge belastet – für alle, die nicht auf den Partytrend verzichten wollen gibt es ökologischere alternativen.

Glitzer all over in der Festivalsaison. Bild: Michael Hametner/Acoustic Lakeside.

Schaut man sich auf einem Festival um, fallen einem die vielen Menschen mit glitzernden Highlights im Gesicht und Konfetti in den Haaren auf. Was aber oft übersehen wird, sind die schimmernden Reste die sich in der Wiese verteilen, oder einfach im Duschabfluss verschwinden. Der Partytrend rund um Glitzer und Konfetti hält an. Bei den herkömmlichen Produkten handelt es sich meistens um Bastelglitzer und gefärbtes Konfetti aus Papier – das ist in vielerlei Hinsicht problematisch für die Umwelt.

Forever Sparkling

Handelsüblicher Glitzer besteht aus Plastik oder Metall und ist dementsprechend sehr beständig. Die winzigen Teilchen brauchen sehr lange um abgebaut zu werden und reichern sich in der Umwelt an. Die mögliche Annahme, dass kleine Plastikprodukte weniger ökologisch belastend sind und Glitzer damit unbedenklich ist, stimmt leider nicht. Was für unser Auge kaum noch sichtbar ist, kann sich mitunter am stärksten negativ auf die Umwelt auswirken. Im Gegensatz zu Plastiksackerln oder PET-Flaschen müssen sich die feinen Glitzerpartikel nämlich nicht erst über einen langen Zeitraum auflösen, um zu Mikroplastik zu werden, denn oft ist Glitzer (je nach Material und Größe) schon beim Kauf Mikroplastik.

Die kleinen Glitzerpartikel wird man nicht mehr so einfach los, darunter leidet auch die Umwelt. Bild: Warpaint by Kinolamp (CC BY-SA 2.0)/Flickr.

Was noch nach Jahrhunderten von der Party übrigbleibt

Ob direkt auf einer Wiese verteilt, oder durch einen Abfluss gespült – verschwinden können Glitzerreste nicht so einfach. Dadurch das die Partikel so klein sind, können sie häufig nicht von Kläranlagen aus dem Wasser gefiltert werden und gelangen so in offene Gewässer. Letztendlich kann das Plastik auch wieder den Menschen erreichen, wenn Fische konsumiert werden, die Mikroplastik aufgenommen haben. Auch wenn die meisten Mengen an Mikroplastik aus Verpackungen oder PET-Flaschen in die Umwelt gelangen, trägt ein glitzerndes Festivalwochenende seinen Teil zur Verschmutzung bei.

Neben Glitzer tut man der Umwelt auch mit klassischem Konfetti keinen Gefallen. Auch wenn Konfetti zumeist aus Papier, also einem biologisch abbaubaren Stoff besteht, sind die nur manche der Schnipsel ökologische harmlos. Denn einerseits setzen viele Produzenten giftige Farbstoffe ein, andererseits sind die Konfetti-Müllberge nach den Festivals oder Straßenfesten recht aufwändig zu entfernen.

Erst in der Luft, dann auf dem Boden – Konfettiregen dauert wenige Sekunden und bleibt als bunter Müllberg zurück. Bild: Pixabay.

Party hard, but eco!

Mittlerweile ist nicht nur der Festivaltrend, sondern auch das Umweltproblem dahinter ein offenes Geheimnis. Aus diesem Grund gibt es bereits viele Unternehmen, die sich auf die Herstellung von umweltfreundlichem Glitzer und Konfetti spezialisiert haben, denn eine umweltbewusste Lebensweise muss nicht am Eingang des Festivalgeländes enden (wie der BIORAMA Green Festival Guide 2018 zeigt).

Die Ökovarianten des Glitzers sind in der Regel frei von Kunststoff, Schwermetallen und giftigen Farbstoffen. Viele Bioglitzerproduzenten setzen auf Biokunststoff (wie zum Beispiel PLA) – dieser ist allerdings ebenfalls umstritten, denn der Ökokunststoff ist zwar biologisch abbaubar, braucht dafür aber mehrere Monate. Die Dauer des Abbaus hängt unter anderem von äußeren Faktoren wie Feuchtigkeit oder der Temperatur ab. Falls gar nicht auf das Glitzererlebnis verzichtet werden kann, ist es besser, die Reste des Bioglitzers mit einem feuchten Tuch zu entfernen und anschließend im Biomüll zu entsorgen.

Konfetti gehört für viele zum Festival dazu und mit der Biovariante muss sich daran auch nichts ändern. Bild: Michael Hametner/Acoustic Lakeside.

Geht es um Konfetti, ist das Angebot an Alternativen nicht ganz so groß, aber umso unbedenklicher. So gibt es zum Beispiel kompostierbares Konfetti aus Reispapier und sogar 100% wasserlösliches Konfetti. Alle, die beim nächsten Festival oder der Party am Wochenende nicht auf Glitzer oder Konfetti verzichten möchten, finden hier vielleicht eine gute Bioalternative:

Birkenspanner / Eco Sparkle

Perfekt zugeschnitten auf umweltbewusste Festivalbesucher und –besucherinnen ist der Onlineshop Birkenspanner. Der Festivalshop hat sich auf nachhaltige Produkte spezialisiert, die auf keinem Festival fehlen sollten. Unter anderem kann man hier auch biologisch abbaubares Glitzer von Eco Sparkles bestellen.

Glitterkram

Der Glitzer von Glitterkram ist ebenfalls vegan, besteht aus Biokunststoff (wird also aus Maisstärke oder Zuckerrohr gewonnen) und kommt ohne Verwendung von Schwermetallen aus. Kaufen kann man den Glitzer sowohl im Onlineshop, als auch in fünf ausgewählten Läden in Deutschland.

Der Glitzer von Glitterkram wird aus Biokunststoff hergestellt. Bild: Glitterkram.

Nature Glitz

Glitzer von NatureGlitz ist biozertifiziert und wird in Deutschland aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Der vegane und tierversuchsfreie Glitzer wird außerdem in Verpackungen aus recycelten Materialien versendet.

Confetti FX Biokonfetti

Neben normalen Konfettivariationen bietet Confetti FX auch eine Bioalternative an, das aus Reispapier hergestellt wird und kompostierbar ist. Nach kurzer Zeit zersetzt sich das Konfetti und ist somit gut für Outdoor-events geeignet.

Mach dich bunt, „Kornfetti“

Das Biokonfetti von Mach dich bunt ist eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Konfetti – Es ist nämlich wasserlöslich und kompostierbar. Nach der Party wird es entweder vom nächsten Regen oder dem Wischmob ohne Rückstände entfernt, wodurch Konfettimüllberge gar nicht erst entstehen können. Das „Kornfetti“ ist frei von chemischen Stoffen und trotzdem bunt, ohne dabei abzufärben.

Das Biokonfetti lässt sich ganz einfach wegwischen, wodurch Müllberge vermieden werden. Bild: Mach Dich Bunt.

 

 

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