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Wenn Eisberge heulen

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Durch Klimaerveränderungen schmelzen immer mehr der großen Riesen (Bild: flickr, McKay Savage, CC BY 2.0)

Die Geräusche von schmelzenden Eisbergen werden beim Projekt Iceberg Songs zu Musik.

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Nicht nur 2015 war überdurchschnittlich warm, auch 2016 fing hitzig an. Genauer gesagt war der Januar nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA der weltweit wärmste seit 1880. Das spürt man nicht nur in unseren Breiten.

1,04 Grad Celsius lag die Temperatur über dem Durchschnitt aller Januar-Aufzeichnungen. Damit reiht sich der Jänner 2016 in eine traurige Hitparade ein: Er ist der neunte Monat in Folge, in dem Temperaturrekorde gemessen wurden.

Am meisten tut das wohl den arktischen Eisflächen weh. Nach NOAA-Angaben sind die so klein wie noch nie in einem Januar seit Anbeginn der Messungen 1979, nämlich 7,1 % kleiner als im Mittel. Aber auch das Eis der Antarktis schrumpft. Wie sich das anhört, haben Forscher des Alfred-Wegener-Instituts  im Weddellmeer festgehalten:

 

Dumpfes Klopfen, lautes Trommeln, klägliches Wimmern und Heulen – kla(n)glos nehmen Eisberge ihr Schicksal nicht hin. Aus den veröffentlichten Tonspuren hat die Serviceplan Campaign gemeinsam mit Plan.Net und dem digitalen Produktionsstudio Buzzin Monkey ein Soundprojekt gestartet.

 

„Iceberg Songs“ heißen die künstlerischen Interpretationen der Töne, an denen sich bisher unter anderem Produzent und Elektro-DJ Trentemøller und das Münchner House-Duo TSFNL beteiligt haben. Weitere sollen nach und nach folgen. Neben den namhaften Musikern kann auf der Kampagnenseite jeder Einzelne die Sounds herunterladen, beliebig verändern und zu neuen Iceberg Songs beitragen.

Man will den Eisbergen buchstäblich Gehör verschaffen. „Eisberge schmelzen natürlich auch ohne Klimaerwärmung, aber sie sind in den letzten Jahrzehnten lauter geworden. Ihre Geräusche erinnern heute mehr denn je an Laute verletzter Tiere“, so Nick Nuttall der UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC).

Neben dem Klangerlebnis, gibt’s freilich auch was zu sehen. Alle Songs werden von 180-Grad-Visualisierungen der sterbenden Eisriesen begleitet, Bässe und Lautstärke können von den Nutzern per Mouseover verändert werden.

556:33:40

Über 556 Stunden – also etwa 23 Tage – wurden die Iceberg Songs schon gehört. Die Zugriffsdauer der Nutzer wird beim Anhören mitgestoppt. Ein symbolischer Akt: Auf der „Aprés Paris“, die Ende Mai in Berlin stattfinden wird, will man Politikern das entstandene Soundrepertoire vorspielen und ihnen die gesammelte Zeit für eine Lösung des Klimaproblems geben.

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