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Eine Bahn, die verbindet und trennt

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Ein Zug der Addis Ababa Light Rail. (Bild: Thomas Stollenwerk)

Die Addis Ababa Metro ist die erste Stadtbahn in Subsahara-Afrika. Sie verbindet die Stadtteile der äthiopischen Metropole. Und gleichzeitig spaltet sie die Stadt. 

Südlich der Sahara gibt es eine Straßenbahn. Nur eine. Und die fährt seit 2015 in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Gebaut wurde sie von der China Railway Company, die auch Betreiberin der Addis Ababa Metro ist. Auf knapp 32 Kilometern Länge führen zwei Linien durch die Stadt.

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Die Viertel der Metropole werden durch die Bahn verbunden. Manche werden allerdings eher durch sie getrennt. Denn dort, wo die moderne Bahn nicht durch Tunnel oder über Hochtrassen gleitet, ist sie ein Hindernis. Denn überqueren lassen sich die Gleise nur bei den Stationen. Zwischen den Stationen sind die Gleisanlagen durch kilometerlange Zäune von Fußgängern und Autoverkehr abgeschirmt.

Viadukte prägen das neue Stadtbild Addis Abebas. (Bild: Thomas Stollenwerk)

Das hat Folgen. Wo man noch vor ein paar Jahren einfach die Straße überqueren konnte, muss man heute oft hunderte Meter Umweg in Kauf nehmen und bis zur nächsten Station gehen, um die Gleise zu überqueren. Stadtplanerisch wirkt das ziemlich verrückt. „Das ist schon ein ziemliches Problem – auch für die Händler entlang der Strecke. Vorher war es viel einfacher, einkaufen zu gehen. Nun muss man Umwege gehen,“ erklärt die in Addis Abeba lebende Regisseurin und Fotografin Terhas Berhe. „Am Anfang sind viele Leute einfach über die Zäune und über die Gleise geklettert“. Das scheint nun nicht mehr so häufig zu passieren. Einen Spitznamen haben die Gleis-Barrieren im Stadtgefüge bereits: The Great Chinese Wall.

Und zwischen den Stationen: kilometerlange Zäune. (Bild: Thomas Stollenwerk)

Alternative zum Minibus

Eine Konkurrenz stellt die chinesische Metro vor allem für die Minibusse der Stadt dar. Das typische öffentliche Verkehrsmittel afrikanischer Städte befördert preiswert durch die Stadt. Zwei Äthiopische Birr zahlt man in Addis Abeba in aller Regel, wenn man sich in einem der Minibusse durch den Stadtverkehr transportieren lässt. Das zahlt man auch für eine Kurzstrecke in der Metro.

Täglich werden auf den beiden Linien, die zur Unterscheidung in grün und blau gehalten sind, bereits 200.000 Menschen zwischen 39 Haltestellen hin und her transportiert.

Das Innere der Bahnen ist klimatisiert und meist gut gefüllt. (Bild: Thomas Stollenwerk)


Ticket-Sharing: Solidarität in Grazer Öffis

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