An altem Obst knabbern

Dörrwerk verkauft Lebensmittel, die eigentlich gar nicht bei den KundInnen landen sollten.

Äpfel zweiter Wahl
Dörrwerk verwendet Obst und Gemüse, das aufgrunfgrund optischer Mängel nicht im Supermarkt verkauft wird und macht daraus neue Produkte. Bild: istock.com/jchizhe.

Dörrwerk verarbeitet aufgrund optischer Mängel aussortierte Lebensmittel zu neuen Produkten. 2014 begann das Berliner Unternehmen, Obst, das es nicht in den Handel schafft, aufzukaufen und zu einem haltbaren Produkt weiterzuverarbeiten: Fruchtpapier der Marke Dörrwerk – produziert mit Äpfeln, die vorrangig aus Deutschland stammen und von Supermärkten nicht gekauft werden. Das Apfelfruchtmark wird mit einer Zweitfrucht kombiniert – etwa Mangos, Ananas, Erdbeeren oder Brombeeren, welche ebenfalls nicht mehr »erste Wahl« sind. Durch ein Crowdfunding 2015 wurde ein größeres Dörrwerk finanziert und der Vertrieb auf ganz Deutschland ausgeweitet. Mittlerweile ist das Fruchtpapier auch in Österreich erhältlich.

Auch die Produktpalette konnte vergrößert werden – mit der Marke Rettergut verarbeitet Dörrwerk nicht mehr nur Obst, sondern verschiedenste Lebensmittel weiter. Etwa Mais-Hartweizen-Fusilli, die aus Nudeln produziert werden, die aufgrund ihrer zu langen Enden bei der Herstellung aussortiert werden und für den Müll vorgesehen sind. Über Umwege landen sie aber bei Dörrwerk, wo die überlangen Endstücke weiterverarbeitet und unter dem Namen Rettergut in den Handel gebracht werden. Rettergut wurde 2021 mit dem »Zu gut für die Tonne!« Preis des deutschen Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in der Kategorie Landwirtschaft und Produktion ausgezeichnet.

Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #72 erschienen

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