Die Möglichkeit einer Rettungsinsel

Ausgehend vom Bodenseeraum knüpft ein emeritierter Vogelkundeprofessor ein deutschlandweites Netz aus künstlichen Biotopen – als Lebensraum für Vögel.

Bild: Andreas Hammer.

Wer Peter Berthold einmal begegnet ist, weiß: Dieser Mann ist von seiner Sache – der Vogelwelt – beseelt. Nach dem Hören seiner fundierten Schwärmerei über die »Faszination Vogelzug« – die ihn von Aristoteles bis zur globalen Klimaerwärmung führt und die als Hörbuch vorliegt – möchte man dem langjährigen Direktor der Vogelwarte Radolfzell folgen, sich auf Graugänse schwingen und wie Nils Holgersson mit den Gänsen davonfliegen. Doch nicht Smirre der Fuchs, sondern die intensive Landwirtschaft ist der wahre Feind der Vogelvielfalt, weil sie die Landschaft ausräumt, eintönig und artenarm macht. Seit zwölf Jahren schon knüpft der bald 80-Jährige deshalb an einem Netz von künstlichen Lebensräumen. Ausgehend vom baden-württembergischen Bodenseeraum und unterstützt von der Heinz-Sielmann-Stiftung entstanden bereits 100 Biotope: selten gemähte Naturwiesen oder ein Weiher auf einem ehemaligen Maisacker. Tausende solcher Biotop-Projekte sollen es deutschlandweit werden: »ein Flickenteppich von Rettungsinseln für Vögel und Insekten, der womöglich das Artensterben stoppen könnte« (SWR).

Bild: Ulrich Simmat.

Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #60 erschienen

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