Maran Vegan eröffnet als erster veganer Supermarkt in Österreich

Stefan und Josefine Maran Bild: leisure.at/Christian Jobst

Stefan und Josefine Maran
Bild: leisure.at/Christian Jobst

Österreichs erster veganer Supermarkt eröffnet am 18. Juli in Wien. “Wir sind nicht gerne die Zweiten” stellt Stefan Maran, schon durch seine Vorreiterrolle bei den Biomärkten bekannt, fest. Gemeinsam mit seiner Frau hat er den 400-Quadratmeter-Laden in der Stumpergasse 57 eröffnet. Seit einem Jahr ernähren sich beide vegan, nun haben sie diesen Lebenswandel auch auf ihre berufliche Tätigkeit übertragen. (Anmerkung 18.7. – Davor war Stefan Maran Vegetarier.) Nach Konflikten bei der Entstehung werden nun hoher Umsatz und langsames, gesundes Wachstum erwartet.

 

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Über 40.000 Veganer gibt es in Österreich, das hat Potenzial, meinen Stefan Maran und seine Frau Josefine. Was sie früher im Bio-Segment waren, wollen sie nun für die vegane Welt werden – Vorreiter mit Supermärkten in Österreich. Die Bio-Maran-Märkte sind inzwischen von der deutschen Kette Denn’s übernommen worden, die Marans sind bereit für eine neue Erfahrung. Sie waren nicht mehr zufrieden mit der Bio-Szene und wollten etwas anderes machen, das ihrem Lebensstil und ihren Ansprüchen an Nachhaltigkeit gerecht wird. “75 % der rund 4.000 Produkte, vorsichtig geschätzt, sind auch im Maran Vegan von biologischer Qualität. Wir kooperieren wieder mit vielen Partnern aus der Bio-Laden-Zeit. Erweitert haben wir das Sortiment um Fleisch-, Wurst- und Käseersatz-Produkte, um Veganern ein volles Sortiment zu bieten.”

1998 haben sie mit einer Bio-Laden-Kette begonnen, Stefan und Josefine Maran sind alte Hasen im Geschäft. Diese Markt-Eröffnung war insgesamt die achte für Herrn Maran, alles läuft wie am Schnürchen, die Warenpräsentation ist attraktiv. Auch die neun Mitarbeiter des neuen Marktes sind Veganer oder Vegetarier. Das Team versteht die Produkte und kann somit bessere Beratung bieten, davon ist Maran überzeugt.

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Konflikte gab es im Vorfeld auch. Eigentlich war die Eröffnung gemeinsam mit Jan Bredlack, der mit seiner Veganz-Kette in Deutschland bereits erfolgreich den Markt bedient, geplant, nun haben er und Maran entschlossen, eigene Wege zu gehen. Herr Maran sieht das eher gelassen. “Es gab zu viele persönliche Differenzen, wir legen auf verschiedene Dinge Wert und konnten uns oftmals nicht einigen. Jan Bredack hat anscheinend noch viel geplant, das ist gut, so dynamische Menschen braucht die Branche.” Mit Kuno Haas, einem Mitbesitzer der Grünen Erde, haben die Marans nun einen anderen starken Partner ins Boot geholt.

Die rund 450.000 Euro Anfangsinvestition stammen weitgehend aus Eigenmitteln. Bezüglich einer weiteren Expansion gibt es eher vorsichtige Aussagen: “Wir werden sehen, wie lang wir dem Drang, noch etwas zu machen, standhalten. Wir haben vorerst keine schnelle Expansion geplant, wir wollen lieber langsam wachsen”, meint Stefan Maran. Für eine zukünftige Erweiterung wollen sie sich auch auf Crowd Funding stützen. Daran, dass das Marktpotential vorhanden ist, glaubt er definitiv. Nicht nur die 15.000 Veganer in Wien sondern auch andere Menschen, die aus Gesundheitsgründen auf vegane Kost umsteigen müssen oder wollen, sind angesprochen. Natürlich finden auch Vegetarier ein breites Sortiment vor und Bio-Liebhaber haben hier auch eine größere Auswahl, als in konventionellen Supermärkten.

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Ein besonderes Extra ist auch der vegane Bistro-Bereich auf ca. 100 Quadratmetern. André und Margit Stolzlechner von der Hollerei arbeiten hier mit Maran Vegan zusammen, um ein ansprechendes Angebot aus Brot, Kuchen, Kaffee und frischen Smoothies zusammenzustellen und auch für in der Nähe Arbeitende einen täglichen Mittagsteller anzubieten. Das Know-How an Konsumenten weiterzugeben und ihnen bei Fragen Anregungen für die Zubereitung veganer Speisen zu geben, ist ihr wichtig. Auch vegane Kochkurse sind geplant. Dabei liegt der Fokus auf Vielfalt: “Wir wollen traditionelle, österreichische Gerichte anbieten. Natürlich werden wir aber auch Inspirationen aus der mediterranen und orientalsichen Küche und andere kreative Ideen umsetzen.” meint Margit Stolzlechner. Von der Verbindung zwischen Handel und Gastronomie erwarten sich die Partner gegenseitige Anregungen und größere Zielgruppenreichweite.

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Maran Vegan
1060 Wien, Stumpergasse 57

Mo.-Fr. 8.00-19.00 Uhr
Sa. 8.00-17.00 Uhr

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4 Antworten

  1. Rawvegan sagt:

    Vor einem Jahr ganz zufällig Veganer geworden? Mal sehen wie lang es anhält. Kling nach einem Marketingtrick. Sorry!

  2. bärbel sagt:

    Köstlich immer wieder sehr amüsant zu lesen wie immer wieder versucht wird das Rad neu zu erfinden.ggg meine Eltern haben in der 60iger Jahren mit großem Engagement das erste wiener Reformhaus gegründet. Mit bio,makrobiotik vegan und vegetarischen Produkten und fürten dieses bis in die späten 80iger-leider war die zeit damals nicht so weit und dann entdeckte der Handel die Marktlücke und unterbot wo man als kleiner Einzelhändler nicht mit halten konnte.und jetzt boomts und ein paar Pharisäer mutieren zu Propheten. Arg aber die Mitläufer wissens halt ned besser.

  3. Ursula sagt:

    Seit ca. 15 Jahren bin ich selber Vegetarier und merke in den letzten Monaten, dass mein Körper die wenigen tierischen Lebensmittel die ich noch esse wie z.B. Butter nicht mehr verträgt. Der nächste Schritt heißt daher fließende Umstellung auf vegan! Ich freue mich daher, dass Ihr den mutigen Schritt wagt und ein veganes Geschäft eröffnet. Bei meinem nächsten Wienbesuch komm ich vorbei und werde beim Einkaufen gustieren. Ich wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg.
    Herzlichen Ursula

  1. Juli 17, 2013

    […] diesem sinne: stay tuned! und inzwischen schon mal die ersten berichte der einschlägigen bioramas & veganblätter […]