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Interview: Katarina Trenk

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Sex Jams, Foto: Lena Gold

Sex Jams, Foto: Lena Gold

Es ist da, das neue, dritte Album der Wiener Sex Jams: Catch! Es klingt wie ein guter Wein aus den 1990er Jahren schmeckt. BIORAMA Sound Sustain stellte Katarina Trenk, der Sängerin und Texterin der Band, ein paar Fragen über Musik, das Girls Rock Camp und die Notwendigkeit von Role Models.

BIORAMA: Erzähl mir ein bisschen über die Geschichte von Sex Jams! Wie habt ihr zusammengefunden? Wie sind eure Arbeitsmethoden? 

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Katarina Trenk: 2008 führten Peter T. (Bass) und ich feurige Gespräche über das aktuelle Musikgeschehen. Meine Gitarristin Evil Eve, mit der ich “leeloo.” gegründet habe, hatte damals auch gerade keine Zeit für’s Musik machen und so war klar: ich brauchte eine neue Band. Lukas (Gitarre), der zuvor mit Peter T. schon in einer Band gespielt hat, konnten wir gleich überzeugen. Rudi, der damals in Birmingham gelebt hatte, buchte sich sofort ein OneWayTicket zurück nach Wien.  Eine 7″ und ein Album später kam dann Wolfgang Möstl in die Runde.

Das Spannende und das, was mich immer noch am meisten bei Sex Jams fasziniert, ist das gemeinsame Erarbeiten von Songs. Es haben alle was zu sagen. Wir sind auch noch 2015 eine Gang ohne Leader und das sind 7 Jahre voll mit Liebe, Wahnsinn und Spass.

Übernimmst du allein das Lyrics-Writing? Wie baut ihr eure Songs? 

Ja, ich schreibe alle Texte, bis auf Peter T., der meistens einen Song am Album hat, dessen Text von ihm stammt. („Jumper“ auf „Catch!“) Wir jammen und proben. Ich arbeite am liebsten zu Hause und komme dann mit meinem Gesang dazu.

Du bist auch auch beim Girls Rock Camp als Host dabei, wie kam es dazu? Was hast du aus dieser Kollaboration mitgenommen? Und ist es wichtig, dass es Role Models gibt? 

Ich war 2014 das erste Mal als Workshop-Leiterin (Gesang, Performance) dabei und heuer 2015 als Bandcoach. Als das Girls Rock Camp damals zum ersten Mal im Gespräch war und ich gefragt wurde, dort einen Workshop zu machen, war ich in meinen Augen noch viel zu jung und dementsprechend aufgeregt und habe abgesagt.

Ein paar Camps und ein paar Jahre später wurde der Schwerpunkt 2014 auf Performance gelegt und da hab ich mich dann mit 26 Jahren getraut und es war eine super Entscheidung. Als musikschaffende Mitt-Zwanzigerin war ich dann auch ein bisschen eifersüchtig, dass es in meiner Teenagerzeit kein so ein Camp gab, so geht’s auch meinen Kolleginnen. Das Tolle am Girls Rock Camp ist die Atmosphäre, die Frauen, die zusammenkommen und so viel kreative Energie!

Es ist bemerkenswert, dass sich die meisten Mädchen am ersten Tag erst kennenlernen, am selben Abend ihre Bands gründen, dann  4 Tage lang an ihren Songs arbeiten und am Samstag schon ein  Konzert vor Publikum spielen! Es geht viel weiter in der Woche und es ist schön mitzuerleben wie groß der Support unter den jungen Frauen ist. Es wird Musik gemacht, aber auch viel diskutiert und gefragt.

Hmh, Role Models! So finde ich sie wichtig: Ich sehe z.B: eine Frau an der Gitarre, die singt, und das beeindruckt mich und ich denke mir, das kann ich auch! Ich probiere das. Als ich klein war, hat mir das noch den zusätzlichen Antrieb gegeben weiter Musik zu machen. Ich hatte damals Karen O. im TV gesehen und war begeistert, dass sie so herumhüpft wie ich, nur sie in angesagten Clubs und ich hinten im Heizraum meiner Mutter. Oder damals als die Gustav-Platte „Rettet die Wale“ rauskam, war ich 16 Jahre alt und saß zu Hause und dachte mir „Was? Die lebt in Wien? Waaaas die macht das alles alleine?“ –  Ich war begeistert und das hat mir dann noch zusätzlich was gegeben, zu wissen, das passiert nicht nur in New York sondern auch in Wien. Ich habe als Teenager immer geglaubt, dass sowas unmöglich ist… Konzerte spielen, mit einer Band unterwegs sein.. und wenn ich damals gesehen habe, das passiert hier in meiner Umgebung, sowas ist möglich, dann hat mich das zusätzlich motiviert. Ich denke das passiert auch beim Girls Rock Camp, viele junge Frauen kommen und haben Künstlerinnen, die sie gerne mögen und so ähnliche Musik machen wollen, sie probieren es dann und finden ihren eigenen Zugang und ihren eigenen Stil. Solange die Vorbilder eine Motivation sind sich auszuprobieren und nicht zum Zwang werden, finde ich sie wichtig.

Du hast ein großes Spektrum an Gesangs-Stimmungen. Und live bist du für das Publikum großartig, liebst du es zu performen? Würdest du die Aussage unterschreiben, dass du performen musst und nicht nur willst? 

Es ist mein Zugang zur Musik, den ich so auf der Bühne auslebe. Ich kann das nicht beschreiben oder unterschreiben.

Wie war für dich die Arbeit im Studio? Gibt es Unterschiede zu euren beiden anderen Alben? 

Ja. Nach den vielen Touren mit “Trouble, Honey” hatten wir alle das Gefühl, dass wir es bisher noch nicht geschafft haben unsere Energie, die wir live vermitteln auf eine Platte zu pressen.  Wir waren gemeinsam eine Woche lang im Studio und haben fast alles live eingespielt, dadurch hat sich eine eigene Dynamik entwickelt, die für die Songs wichtig war. “Catch!” ist für uns die Zusammenfassung aus den letzten Jahren mit Sex Jams.

Und zum Abschluss: Dein momentaner Lieblingssong?

Clara Luzia – Cosmic Bruise

Das Album "Catch!", Artwork: Burnbjörn

Das Album „Catch!“, Artwork: Burnbjoern

„Catch!“ ist bereits bei This Charming Man / Cargo erschienen.

 

Sex Jams gibt es live zu erleben:

2015-11-17 GER – Köln, Tsunami

2015-11-18 GER – Münster, Gleis 22

2015-11-19 GER – Solingen, Waldmeister

2015-11-20 GER – Hamburg, Aalhaus

2015-11-21 GER – Berlin, Cassiopeia

2015-11-23 GER – Leipzig, Ilses Erika

2015-11-24 GER – München, Glockenbachwerkstatt

2015-11-25 GER – Nürnberg, K4

2015-12-04 AUT – St. Pölten, Freiraum

2015-12-11 AUT – Wr. Neustadt, Sub

2015-12-19 AUT – Graz, Forum Stadtpark

2016-01-08 AUT – Wien, Arena

 

https://www.facebook.com/sexjams/

 

 

 

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