Die Rückkehr der Wölfe

Die Doku „Die Rückkehr der Wölfe“ wird der Komplexität der Wolfs-Kontroverse gerecht.

Schafhalter Ueli Metz auf der Alp Ramuz (Bild: Mythenfilm)

Die Doku „Die Rückkehr der Wölfe“ wird der Komplexität des kontrovers diskutierten Themas gerecht.

Null Romantik, null Polemik – das macht »Die Rückkehr der Wölfe« auch nach vielen tausenden TV-Minuten, die sich mittlerweile diesem Thema gewidmet haben, noch volle 90 Minuten lang sehenswert. Der Schwyzer Thomas Horat, der für den Film vom Sommer 2016 bis zum Sommer 2019 in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Polen, Bulgarien und im amerikanischen Minnesota gedreht hat, schildert das mitteleuropäische Ringen um den richtigen Umgang mit dem Wolf, der nach 150 Jahren mittlerweile überall wieder angekommen ist.

Spreefotograf Karsten Nitsch und Wolfswanderführer Stephan Kaasche in der Zschornoer Heide (Bild: Mythenfilm)

Der Wolf und die Landbevölkerung

Auffällig, dass neben der engagierten Wissenschaft fast ausschließlich die Landbevölkerung zu Wort kommt, die sich – wie es Ueli Metz auf der Alp Ramuz ausdrückt – gerade auch im Wolfs-Diskurs oft als »Bevölkerung zweiter Klasse« sieht. Die interessantesten Inputs liefert vielleicht der Schweizer David Gerke, der als Schafhirte, Jäger und Aktivist der Gruppe Wolf Schweiz unterschiedlichste Rollen in sich vereint und etwa einmahnt, real existierende Kosten für den Einsatz von Herdenschutzhunden keinesfalls isoliert zu betrachten. Am Beispiel von Graubünden erläutert er wie zu hohe Wildbestände mittlerweile verhindern, dass sich der für menschliche Siedlungen überlebenswichtige Schutzwald selbst verjüngt und erneut – und welche Rolle der Wolf beim Schutz des Schutzwalds spielen sollte.
Ein wichtiger Beitrag zu einer leidigen Debatte.

In der Schweiz ab 7. November im Kino.


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