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CSR-Brille #19: Intrapreneurship

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Der CSR Trend des Jahres 2017 heisst Intrapreneurship. Und so funktioniert’s. 

Social Intrapreneurship – schon wieder ein neues Mitglied im Begriffsdschungel rund um CSR? Nein, oder zumindest nicht ganz. Es handelt sich um eine Anlehnung an den Begriff Social Entrepreneurship (was das wiederum genau bedeutet, ist in der 10. CSR-Brille nachzulesen), aber im Gegensatz zu Entrepreneuren, wo das unternehmerische Handeln selbst auf die Lösung sozialer Probleme gerichtet ist, sollen beim Social Intrapreneurship die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als „Change Agents“ für das Unternehmen fungieren.

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Das ist übrigens gerade hip und angesagt und einer der CSR-Trends 2017, wenn man einschlägigen Blogs folgt. Laut einer Studie der Ethical Corporaton wird die Hoffnung beim Thema Social Intrapreneure übrigens bei über 50% der Unternehmen (mal wieder) in die Generation Y gesetzt. Ihre Aufgabe: Das Engagement für mehr Nachhaltigkeit innerhalb der Firmen zu stärken und sinnvolle Innovationen anzustoßen. Es muss nicht immer das eigene Start-up sein!

“Be the change you want to see in your company”

Wer Vorbilder für Social Intrapreneurship sucht, findet diese bei vielen Großunternemen wie z.B. Intel, dem Automobilkonzern GM oder auch Levis. Die Idee für die Levi’s Water<Less™-Jeans hat sich beispielweise keine teure Beratungsagentur ausgedacht, sondern wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Leben gerufen. Bei der Allianz startete man nach der Tsunami-Katastrophe durch internes Engagement eine Mikrokredit-Offensive für betroffene Gebiete. Und auch in Österreich finden sich von der ÖBB bis hin zum Finanzministerium engagierte Personen, die in ihrer täglichen Arbeit über den Tellerrand blicken und dort ansetzen, wo es manchmal unbequem wird – aber aus Nachhaltigkeitssicht den größten Impact gibt.

Warum das in vielen Fällen zielführend sein kann, liegt auf der Hand: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen das Unternehmen und vor allem seine Stärken und Schwächen. Ein weiterer Vorteil: Die Ideen entstehen meist aus der eigentlichen Tätigkeit von Angestellten heraus und betreffen somit die direkte Unternehmenstätigkeit und keine zahnlose Charity-Idee. Die Chance einer erfolgreichen und damit auch nachhaltigen Umsetzung ist somit um einiges höher, als bei oktroyierten Maßnahmen.

Social Intrapreneurship: So kann es funktionieren

Wer jetzt schon die eine oder andere Idee mit sich trägt, tut gut daran, sich auf ein paar wichtige Erfolgsfaktoren in Sachen „Wandel“ im eigenen Unternehmen zu stützen:

Sich schlau machen: In großen Unternehmen gibt es CSR-Ziele, an denen sich Engagierte festhalten können. Wenn es Unternehmen ernst meinen, ist das ein guter Anhaltspunkt, in welchen Bereichen erfolgreich Akzente gesetzt und neue Ideen umgesetzt werden können. Wer in einer kleineren Organisation arbeitet, in denen es solche offiziellen Statements nicht gibt, muss nicht verzagen und kann in vielen Fällen sogar leichter und schneller Dinge umsetzen.

Die Zahlen kennen: Egal in welchem Bereich du arbeitest. Überlege, wo deine Tätigkeiten den größten gesellschaftlichen Einfluss haben und überlege dann weiter, wie du potenzielle negative Auswirkungen schmälern kannst. Voraussetzung dafür ist das Kerngeschäft zu kennen, also wie und womit das Unternehmen, in dem du arbeitest, wirklich sein Geld verdient. Sei immer auf die Frage „was bringt´s“ vorbereitet. Laut der Ethical Corporation sind übrigens leider nur 25% der CFOs (also der Finanzbosse) wirklich von den Nachhaltigkeitszielen im Nachhaltigkeitsbericht überzeugt. Daher empfiehlt es sich immer, den „Business Case“ für das Unternehmen im Hinterkopf zu haben.

Abteilungsübergreifend und vernetzend: Wenn es die Stelle in deinem Unternehmen gibt: Geh mit der für CSR/Umweltmanagement verantwortlichen Person doch einmal einen (hoffentlich biofair zertifizierten) Kaffee trinken. Aber auch die Vernetzung mit Social Intrapreneuers aus anderen Unternehmen kann inspirierend sein. Die BMW-Stiftung ist hier in Sachen Vernetzung und Veranstaltungen zu diesem Thema federführend.

Klein anfangen: Auch wenn es anfangs als Kampf gegen Windmühlen erscheint. Erste Erfolge werden dich weiterbringen. Und das geht in vielen Fällen auch ganz ohne Budget. Wenn du dich nach Jahren noch immer als Alien fühlst, dann ist es vielleicht auch nicht das richtige Unternehmen. Es gibt glücklicherweise mittlerweile genügend Firmen, denen Nachhaltigkeit wichtig ist.

Wir sind noch im ersten Quartal eines neuen Jahres. Ein guter Zeitpunkt, um Veränderungen zu starten. Wer sich näher einlesen will, ist mit dem Buch „Social Intrapreneurism and all that Jazz“ bestens bedient!


Annemarie Harant

Über mich – Annemarie Harant: Geboren in München und aufgewachsen in einem 100% Öko-Haushalt, arbeite seit über 5 Jahren für die Unternehmensberatung brainbows – the information company im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement mit Großunternehmen und durchlief davor verschiedene Stationen im Nachhaltigkeitsbereich der ÖBB, Fairtrade und der Unternehmensplattform respACT. Seit 2011 stehe ich als Co-Gründerin des Start-ups erdbeerwoche. Nachhaltige Frauenhygiene. DIE NEUE GENERATION. nun selbst vor der täglichen Herausforderung nachhaltiges Handeln im eigenen Unternehmen umzusetzen.

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