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Luchs-Abschüsse: Aufklärung statt Bagatellisierung gefordert

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In Österreich versuchen Artenschutzprojekte, den Luchsbestand zu sichern. (Foto: Mrovek)

Schon wieder ein Luchs geschossen. Nicht nur in fernen Ländern wird Jagd auf Tiere der roten Liste gemacht. Natur- und Tierschutzorganisationen fordern ein Mal mehr, dass die Politik auf den Abschuss bedrohter Arten entsprechend reagiert.

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Darunter auch der WWF Österreich, in dessen Artenschutzprojekt der im September im bayerischen Saalachsee, nahe der österreichischen Grenze, ohne Kopf und Pfoten gefundene Luchs „Alus“ im Jahr 2014 in Friaul ausgewildert wurde.

Mittlerweile ist klar, dass das Tier illegal erschossen wurde. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern konnten im Körper des Tieres Geschosspartikel nachgewiesen werden. Mitte Mai war der Luchsmännchen, Alus, zuletzt auf einer Wildkamera gesichtet worden.

Luchsmännchen Alus wurde im April 2014 in Friaul freigelassen. (Foto: Progetto Lince Italia)

Die Wildtiere sind stark gefährdet und international geschützt. Derzeit leben nur 15 bis 20 Luchse in Österreich. Laut der roten Liste gefährdeter Tiere Österreichs kann ihr Bestand heimisch nur durch ständiges Nachbesetzen gesichert werden. Ihre Erhaltung und Förderung ist nicht zuletzt auch mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden. BIORAMA hat mit WWF-Artenschutzexperten Arno Aschauer über die Bagatellisierung des gezielten Tötens einer stark bedrohten Art gesprochen – und darüber, was man dagegen tun kann.

“Im Gegensatz zum Wolf ist es unwahrscheinlich, dass Luchse von selbst einwandern. Wenn wir also bei ihrer Wiederansiedlung in Österreich mitwirken, die Tiere aber abgeschossen werden, ist das ein Riesenschaden”, sagt Arno Aschauer.

Aus diesem Grund besteht auch ein Recht auf Schadenersatz. Zuletzt gestand 2016 eine Jägerin, in Oberösterreich einen Luchs erschossen zu haben. Sie musste dafür 12.100 Euro Schadenersatz leisten. Im Falle Alus ist für Hinweise, die zum Täter führen, eine Belohnung von 15.000 Euro ausgeschrieben. Doch Aschauer weiß, dass “die Aufdeckungsrate sehr gering ist”.

In freier Wildbahn bekommt man die scheuen Luchse – anders als im Zoo – kaum zu sehen. (Foto: Luís Gonçalves)

Aufklärung über die Tragweite des Abschusses geschonter Tiere

Um in Zukunft Luchse zu schützen, sind hohe Strafen nur ein Weg zum Ziel. Ein wesentlicher Beitrag kann mit verbesserter Kommunikation geleistet werden. “Es muss in der Ausbildung der Jäger darauf aufmerksam gemacht werden, dass es sich hierbei nicht um Kavaliersdelikte handelt, sondern um kriminelle Straftatbestände.”

Zusätzlich fungieren Luchse, ähnlich wie Wölfe, als Gesundheitspolizei des Waldes. Sie bringen sich regulierend in das Ökosystem ein und verursachen fast keine Schäden. Auch haben sie nicht den befürchteten großen Einfluss auf die Menge des verfügbaren Rehwilds. Ein Luchs braucht, laut dem Luchsprojekt Österreich Nordwest, ca. 50 Rehe im Jahr als Nahrung. Im Vergleich dazu wurden in Österreich im Jahr 2016/17 280.036 Stück Rehwild von Jägern erlegt.


Weiterlesen? Wie es ist, sich auf Spurensuche nach Luchsen zu begeben, lest ihr in dieser BIORAMA Reportage

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