Liefergemüse aus Brandenburg
Das Biokistl heißt in Berlin Ökokiste...
Gemüseabonnements sind stabile Einkommen für LandwirtInnen – und StädterInnen die Motoren der Biobewegung. Das Angebot an Abos, über die man sich regelmäßig Gemüse (und oft auch Obst und mehr) direkt vom Bauern oder von ZwischenhändlerInnen nach Hause liefern lassen kann, ist inzwischen glücklicherweise endlich zu groß geworden, um alle AnbieterInnen hier vorzustellen zu können. Die Anbauverfahren und die Qualität der angebotenen Lebensmittel sind allerdings schon recht unterschiedlich. Wo das Sortiment größtenteils oder zur Gänze auch wirklich bio ist, lässt sich mitunter erst durch längeres Websitestudium feststellen. Grund genug, ein paar aus Berlin vorzustellen – vielleicht nicht neu, aber eben gut. Und manches womöglich kopierenswert.
Landkorb

Den Lindenhof im brandenburgischen Dorf Rohrlack und sein Angebot einer wöchentlichen Hauszustellung von Bioboxen gibt es schon seit 20 Jahren. Inzwischen bietet er seinen KundInnen eine Auswahl aus 6000 Artikeln, davon 850 aus der Region. Darunter neben dem eigenen Programm von über 50 Sorten Gemüse, Kräutern und Salat aus Demeter-Anbau auch jene von 75 PartnerInnenbetrieben – großteils aus der näheren Region. Bei den Gemüse-, Käse- und Obstkörben hat man die Qual der Wahl unter zehn Korbvarianten in jeweils drei bis vier Größen. Diese werden nach verschiedenen Schwerpunkten zusammengestellt – neben einer saisonalen und regionalen Auswahl gibt es auch Themenboxen wie den Rohkost- oder den Mutter-Kind-Korb. Ab einem Mindestbestellwert von 19,90 Euro kann man im Onlineshop einzelne Bioprodukte bestellen. In Berlin und Umland ist Landkorb mit den Kühltransportern zwischen Dienstag und Freitag unterwegs – einige Innenstadtgebiete werden mit E-Lastenrädern beliefert.
Märkische Kiste

Als einer der größten Anbieter liefert die Märkische Kiste quasi den gesamten Biomarkt nach Hause – oder an den Arbeitsplatz: Neben Obst- und Gemüseboxen und Themen- und Rezeptboxen sowie Produkten aus der Frischetheke gibt es so gut wie alles für die Speisekammer, Haushalts- und Drogerieartikel, Kochbücher und Zeitschriften. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse stammen nach eigenen Angaben nach Möglichkeit aus der Region Brandenburg – bereits seit 1997 arbeitet man hier mit Biobäuerinnen und -bauern in gemeinsamer Direktvermarktung zusammen. Detaillierte Informationen über die regionalen PartnerInnenhöfe und die weiteren LieferantInnen sind auf der Website gelistet. Geliefert wird an festgelegten Tagen in der Woche in Pfandkisten, die auch vor der Haustür abgestellt werden können. Mitgelieferte Infos und Rezepte unterstützen bei einer abwechslungsreichen Ernährung. Der Mindestbestellwert liegt bei 20 Euro, die Lieferung kostet 3,45 Euro. Für Unentschlossene gibt es auch ein wöchentliches Schnupperabo –
zehn Boxen beziehungsweise Wochen lang.
Brodowiner Ökokorb

Rund 70 km von Berlin entfernt, im »Dorf der sieben Seen«, findet man das Ökodorf Brodowin. Der Hof zählt nicht nur zu den BiopionierInnen Ostdeutschlands, er ist auch Deutschlands größter Demeter-Betrieb und hat sich im Biofachhandel als Regionalmarke etabliert. Die Erzeugnisse werden einem auch hier auf Wunsch bequem vor die Haustür geliefert. Ob für das Büro, das Homeoffice, den Familien- oder Singlehaushalt – die zehn unterschiedlichen Obst- und Gemüsekisten können in Größen und Lieferintervallen fein auf den eigenen Bedarf abgestimmt werden. Neben vielen weiteren Zusatzprodukten, die sowohl aus der eigenen Herstellung als auch von PartnerInnenbetrieben stammen, werden auch Smoothie-Pakete und Rezeptkisten angeboten. Im Onlineshop sind alle Produkte übersichtlich gekennzeichnet: nach ihrer Herkunft und danach, nach welchen Detailkriterien ihre Kultivierung erfolgt. Der Mindestbestellwert beträgt derzeit 20 Euro, für die Belieferung werden 3,50 Euro berechnet. Über eine eigene Stiftung werden mit den Einnahmen unter anderem verschiedene Naturschutzprojekte finanziert.
Querfeld

Jünger und kleiner als die anderen genannten, konzentriert sich Querfeld ausschließlich auf aussortiertes Biogemüse, das den Schönheitsanforderungen der Supermärkte nicht entspricht. Aus der Idee heraus, das Problem der Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen, arbeitet das Team inzwischen mit einem wachsenden Netzwerk aus kleinen und großen Biobetrieben in Deutschland und der EU zusammen. Das Obst- und Gemüseabo gibt es als Mix-Tüte in zwei unterschiedlichen Größen oder als Rohkost-Tüte und kostet zwischen 11,90 und 17,90 Euro. Es kann wöchentlich abbestellt werden. Neben verschiedenen Küchen von der Kita bis zum Betriebsrestaurant werden seit vergangenem Jahr auch selbstorganisierte öffentliche und private »Feldbotschaften« beliefert, von denen sich die Nachbarschaft ihre Bestellungen abholt. Ob Privatperson, Shop oder Café, alle können zur Feldbotschafterin oder zum Feldbotschafter werden. Bestellungen werden gesammelt und Transportwege reduziert. Zusätzlich kann man sich über die inzwischen wohl prominenteste Anti-Foodwaste-App des deutschsprachigen Raums, »Too Good to Go«, bei teilnehmenden Gastronomiebetrieben sowie an vier Abholstellen in Berlin eine Tüte von Querfeld bestellen und abholen.
BIORAMA Wien–Berlin #2
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