Lieblingsplätze und Eco-Hotspots in Meran

Veronika Wetzel zeigt uns ihre Lieblingsplätze und ihre Eco-Hotspots in Meran.

Flohmarkt Ost West Country Club

Der Ost West Club Meran ist ein gemeinnütziger Verein, der in der kreativen Freizeitgestaltung für Alt und Jung und der gesellschaftspolitischen und künstlerischen Bildung aktiv ist. Das kleine Clublokal liegt in der wunderschönen Altstadt Merans und hier ist Platz für vielfältige Aktivitäten wie Konzerte von Michael Grube mit seiner Amati-Geige oder Punk, politische Diskussionsrunden, Poetry-Slams, Lesungen, Ausstellungen und Kleidertauschpartys. Aber auch abseits dieser Veranstaltungen
treffe ich hier immer interessante Leute zum Gedankenaustausch. In den Sommermonaten zieht der Club nach draußen, auf einen aufgelassenen Minigolfplatz nahe der Altstadt. Hier finden allerlei Open-Air-Veranstaltungen wie Flohmärkte, Lesungen und Konzerte statt.

Genussmarkt Pur Südtirol Meran

Direkt am Kurhaus Meran gibt es den Pur Markt. In diesem Geschäft mit Bistro findet man ausschließlich Produkte aus Südtirol. Der Slogan lautet: Wir inspirieren Lebensfreude durch nachhaltigen und regionalen Genuss. Wenn ich das Geschäft betrete, freue ich mich immer wieder über das üppige Angebot an Getränken, Süßigkeiten, Fleisch- und Wurstwaren, Kosmetikprodukten und über Handgemachtes wie Filzpantoffeln – hier finde ich alles, was ich brauche. Im Sommer kaufe ich hier meinen Cidre und im Winter interessiert mich vor allem die Auswahl an Schokoladen. Letztendlich greife ich dann doch meistens zur Tafel mit Schüttelbrot.

Tappeinerweg

Bild: Veronika Wetzel.

Der Tappeinerweg ist eine sechs Kilometer lange Promenade an den Hängen des Küchelbergs, er wurde vom Meraner Arzt, Botaniker und Anthropologen Franz Tappeiner finanziert. Seit 1893 ist diese Promenade bei TouristInnen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Mehrmals im Jahr, über alle Jahreszeiten hinweg, verschlägt es mich hierhin. Manchmal in Joggingschuhen, manchmal nur, um die Seele baumeln zu lassen und auf einer der vielen Bänke ein Buch zu lesen. Der Tappeinerweg lädt aber nicht nur zum Flanieren und Verweilen ein, sondern ist auch ein botanischer Lehrpfad, der üppig und artenreich bepflanzt ist, die Bäume und Sträucher sind beschildert. Der Weg führt auch am Pulverturm vorbei, von dessen Aussichtsplattform man eine wunderschöne Sicht über die Kurstadt, die Nachbardörfer und die Berge hat.

MM – der Meraner Markt

Bild: Veronika Wetzel.

Auf der Kurpromenade wird von März bis Oktober ein Marktkonzept umgesetzt, das Landwirtschaft, Handwerk und Tourismus miteinander verbindet. Auf dem Meraner Markt dürfen nur Südtiroler Natur- und Handwerkserzeugnisse verkauft werden. Obst, Gemüse, Brot, Käse oder Speck, hier decke ich mich gerne mit frischen Früchten ein und kaufe Eier von Hühnern, die noch in der Erde scharren dürfen. Die angebotenen Produkte werden von den StandbetreiberInnen am Hof hergestellt und verarbeitet. Einige der Bauern und Bäuerinnen und Höfe kenne ich und da ich weiß, wie steil, abgelegen manche davon liegen und wie arbeitsintensiv ihre Bewirtschaftung ist, schmeckt mir mein Gemüse gleich noch mal so gut. Die Produkte haben kurze Wege hinter sich, sind frisch und ich bekomme von den MarktlerInnen Rezeptideen und Tipps zum Lagern.

Gruberhof Bioweingut in Marling

Bild: Veronika Wetzel.

In schönster Hanglage in Marling oberhalb von Meran liegt das Weingut Gruberhof. Seit dem Jahr 1995 wird der Familienbetrieb nach den über die Anforderungen des EU-Biologos hinausgehenden Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Ich habe immer ein paar Flaschen Gruberhof-Wein zu Hause und bringe auch meistens bei Einladungen eine als Gastgeschenk mit. Am liebsten trinke ich den Rosé, allerdings sollte man sich nicht von der Farbe täuschen lassen, er ist trocken ausgebaut und ich genieße ihn zu Pastagerichten und zur Marende, der typischen Jause mit Speck, Käse und Bauernbrot.

Bild: Veronika Wetzel.

Veronika wächst in Marling bei Meran auf und kehrt dorthin nach dem Studium in Wien wieder zurück. Sie engagiert sich ehrenamtlich in der Kleiderstube in Marling, die als Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft ins Leben gerufen wurde. Hier will man Kleidung möglichst lange im Umlauf halten. Jeder kann Teile abgeben und für 50 Cent pro Teil ein neues Lieblingsstück mitnehmen. Ein Mal pro Woche holt sie sich von der Mitnehmecke des Recyclinghofs Kleinmöbel und Gebrauchsgegenstände und möbelt sie auf. Wenn Veronika nicht in ihrer Werkstatt ist, findet man sie ihren großen Garten pflegend.

 

Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #57 erschienen

Biorama abonnieren

VERWANDTE ARTIKEL