FAQ EEG
Nicht nur wissen, sondern auch bestimmen, wo der Strom herkommt...
Viele Wege führen vom alleinigen KonsumentInnendasein in Richtung Produktion – sie bringen Mitbestimmung, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Gemeinschaft, Mündigkeit durch Wissenszuwachs – und letztlich auch finanzielle Ersparnis.
Welche Energiegemeinschaften stehen zur Auswahl?
Die kleinste Variante einer Energiegemeinschaft, die das österreichische Recht vorsieht, ist eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage (GEA). Die nächste Ebene sind die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG). Diese dürfen neben Strom auch Wärme erzeugen. Die dritte Variante sind Bürgerenergiegemeinschaften (BEG).
Was gibt es für einen Anschluss – und mehrere Haushalte?
In der GEA (gemeinschaftliche Erzeugungsanlage) erzeugen mindestens zwei TeilnehmerInnen gemeinsam Strom und teilen diesen. Bei dieser Form der Energiegemeinschaft wird in diesem Fall die Leitungsanlage eines Gebäudes oder ein gemeinsamer Netzanschluss genutzt. Für den zwischen den TeilnehmerInnen geteilten selbst erzeugten Strom entfallen Netzentgelte und Abgaben.
Wie geht dasselbe Prinzip im großen Stil?
In einer EEG (Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft) müssen sich die TeilnehmerInnen im Versorgungsgebiet einer Trafostation oder eines Umspannwerks, das heißt meist innerhalb eines 40-Kilometer-Radius, befinden. Mitmachen können Privatpersonen, Klein- und Mittelbetriebe, aber auch Gemeinden. Im Gegensatz zur GEA ist das Versorgungsgebiet größer. Die Netze des Energieanbieters können von den EEG, die sich als Vereine oder Genossenschaften zusammenfinden müssen, zu reduzierten Preisen benutzt werden.
Was, wenn ich meinen Strom durch Mitgliedschaft in einem nachhaltigen Projekt am anderen Ende des Landes beziehen will?
Das ermöglicht die BEG (Bürgerenergiegemeinschaft). Dabei handelt es sich um überregionale, stromproduzierende Gemeinschaften, an denen sich alle natürlichen und juristischen Personen beteiligen dürfen. Für diese in der Regel größeren Projekte fallen die Vergünstigungen für die Netzbenutzung weg. BEG bieten auch StadtbewohnerInnen einfacheren Zugang zur Mitbestimmung und zum Strombezug über eine Energiegemeinschaft.
Welchen Energiemix haben EEG üblicherweise?
Über die unterschiedlichen Formen der Energiegemeinschaften hinweg dominiert Photovoltaik – hieraus stammt die größte Strommenge. Aber auch bestehende Kleinwasserkraftanlagen wurden laut Informationen der Koordinationsstelle Energiegemeinschaften häufig eingebunden, und inzwischen wurden solche auch in manchen errichtet.
Wie finde ich Anschluss an die EEG oder BEG, die mir passt?
Erster Ansprechpartner ist die Gemeinde. Auch die Klima- und Energie-Modellregion-ManagerInnen dienen als AnsprechpartnerInnen vor Ort. Durch eine Landkarte, in die sich Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften und Bürgerenergiegemeinschaften eintragen lassen können, sollen sich bestehende Energiegemeinschaften und neue Mitglieder leichter finden – aber etwa auch Erfahrungsaustausch gefördert werden.
Auf der Plattform energiegemeinschaften.gv.at kann man sich als InteressentIn vernetzen und über unterschiedliche Möglichkeiten informieren.
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