Wer braucht Augenpflege?

Wozu der Augenpflegeterror? Was sind die Inhaltsstoffe in Augencremes, die Wirkung haben? Und wie steht’s um das diesbezügliche Naturkosmetikangebot von Drogerien?

Bild: Michael Mickl.

Es geht immer um die Feuchtigkeit. Die Haut unter den Augen ist vor allem dünner als an allen anderen Stellen des Körpers und sie hat auch etwas weniger Talgdrüsen, deswegen reagiert sie stärker auf alles, was unsere Haut altern lässt. Heißt: Sie ist nicht so stark beanspruchbar. Heißt weiter: Sonne, Umwelteinflüsse wie zuallererst das Wetter, Lebensstil und Veranlagung sowie das Alter zeigen sich hier gerne als erstes und stärker als an anderen Hautpartien. Lebensstil bedeutet das Übliche: Rauchen, Alkohol, Ernährung – mit einer speziellen Ergänzung: auch Lachen zeichnet sich in ein Gesicht.

So weit, so bekannt: Die sichtbaren Konsequenzen dessen sind vor allem die Falten, mitunter auch Augenringe oder Schwellungen. Feuchtigkeit kann hier überall eine Rolle spielen, vor allem bei Falten, und Augencreme kann zuallererst mit Feuchtigkeit versorgen. Feuchtigkeit polstert die oberste Hautschicht auf und strafft optisch das Hautbild.

Jenseits dieser feuchtigkeitsspendenden Wirkung verfügen viele Augenpflegeprodukte über zusätzliche Wirkstoffe. Aber was hat eine Augencreme, das nicht auch eine Tagescreme bieten kann? Grundsätzlich nichts. Beziehungsweise sogar weniger. Es geht vor allem darum, was eine Augencreme im Gegensatz zu einer Gesichtscreme nicht enthalten soll: Sie soll kein Kriechöl (das ginge zwangsläufig ins Auge) oder reizende Stoffe wie viele der üblichen Duftstoffe enthalten.

Never change a running System

Früh anfangen mit dem Augenumcremen lautet der laute Tenor der Kosmetikindustrie. Eine präventive Wirkung von Augencreme – Vorsorgen für später – ist allerdings nicht plausibel. Sprich: Wer kein Bedürfnis nach einer Augencreme verspürt und gute Erfahrungen mit der Tagescreme auch in der Augenpartie macht, kann guten Gewissens dabei bleiben. 

Wenn sich das ändert, kann man zur Augencreme greifen. Naturkosmetik bedeutet hier vor allem Verzicht auf bestimmte chemisch-synthetische Inhaltsstoffe – angesichts der Sensibilität des Hautbereichs besonders sinnvoll. Biokosmetik geht wie immer einen Schritt weiter.

Bild: Michael Mickl.

Die Jüngste im Bunde – die »Naturschön Augencreme von Alverde Naturkosmetik« setzt von Öl über Frucht bis zum Blatt auf die Kraft griechischer Oliven. Der Tiegel lädt allerdings zur Verwendung eines Spatels ein. Schön und erfreulich: die zum Großteil recycelte und umweltverträglich bedruckte Verpackung. Erhältlich bei DM.

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Die »Terra Naturi Regeneration straffende Augencreme Granatapfel & Arganextrakt« setzt neben diesen auch noch auf eine Spur Hyaluron und Vitamin E, überzeugt durch den kleinen Preis, ist allerdings parfümiert. Eigenmarke bei Müller.

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»Weleda Granatapfel straffende Augenpflege« ist unparfümiert, duftet dennoch herrlich nach Granatapfel und strafft sanft, aber spürbar. Nach dem natrue-Standard »Natural Cosmetics with Organic Portion« zertifiziert (70 % aus kontrolliert biologischem Anbau). Erhältlich in den meisten Drogerien, vielen Reformhäusern und bei Denn’s.

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Die »Bi Good Natürliche Augencreme Roter Klee« für normale und Mischhaut wird in Österreich hergestellt, pflegt mit Marillenkern- und Nachtkerzenöl, aber fettet nicht. Die Anti-Age-Version mit schwarzer Ribisel enthält zusätzlich auch noch Hyaluronsäure und ist auch für die kleine Börse optimal. Eigenmarke bei bipa. 

Bild: Michael Mickl.

Die extrem leichte Textur der »i+m Augenpflege mit Aloe Vera und Hyaluronsäure« ist nach dem cosmos-Standard biozertifiziert (95% Anteil aus Biolandwirtschaft). Verspricht außerdem noch Anti-Blue-light-Effekt durch Schmetterlings-flieder. Erhältlich bei DM und bei Denn’s.

Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #59 erschienen

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