Wie war das nochmal mit Yin und Yang? – TCM für AnfängerInnen

Was eigentlich ist TCM? Der Ratgeber »Gesund leben mit chinesischer Medizin« erklärt kompakt und verständlich Grundlegendes. Er ist der erste von 24 Bänden der TCM-Buchreihe »Yang Sheng – Die Kraft in mir«.

Das 2019 erschienene Buch von Johannes Bernot, Andrea Hellwig und Claudia Nichterl bietet LeserInnen einen facettenreichen Einblick in die Lehren der chinesischen Medizin. Um zu verstehen, was TCM ausmacht und warum mittlerweile viele Menschen der westlichen Welt auf die fernöstliche Wissenschaft vertrauen, wird zu Beginn des Ratgebers einleitendes erklärt.

In der westlichen Welt nehmen immer mehr Menschen starke Medikamente und auch die Zahl der chronischen Erkrankungen hat sich drastisch erhöht. Knapp ein Drittel der AmerikanerInnen nimmt regelmäßig opioidhaltige Schmerzmittel zu sich.

Die Schulmedizin des Westens ist vor allem in der Notfallmedizin und in der Chirurgie leistungsstark. Doch kritische Stimmen werden lauter: wird nach der konventionellen Medizin gelebt, kann nicht ohne regelmäßige Medikamenteneinnahme gealtert werden – so scheint es. Viele Menschen machen sich daher auf die Suche nach alternativmedizinischen Behandlungsmethoden und landen bei der Chinesischen Medizin.

Die Grundlage der Chinesischen Medizin bildet die Ansicht, dass der Mensch nicht unabhängig von seiner Umwelt betrachtet werden kann. Alles bildet eine Einheit und alles ist voneinander abhängig. In der Chinesischen Medizin werden daher Physische und Psychische Erkrankungen Hand in Hand diagnostiziert und behandelt. Außerdem werden nicht Symptome, sondern Ursachen behandelt. ­

Yin und Yang steht für einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte. Diese finden sich auch in der chinesischen Küche wieder. Bild: Steve Buissinne, Pixabay.
Yin und Yang steht für einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte. Diese finden sich auch in der chinesischen Küche wieder. Bild: Steve Buissinne, Pixabay.

Dünndarm verarbeitet Emotionen?

Diese und viele weitere Grundthesen der fernöstlichen Wissenschaft sind kompakt im 2019 erschienenen Ratgeber »Gesund leben mit chinesischer Medizin« verpackt.

Allgemeine Begriffe der Chinesischen Medizin – wie das Qi oder Yin und Yang – werden einführend für EinsteigerInnen verständlich erklärt. Das Qi bedeutet übersetzt Energie oder Lebenskraft und setzt sich aus immateriellen und materiellen Teilen zusammen. Alles ist Qi, auch der Mensch. Die Theorie von Yin und Yang gehört in der Chinesischen Medizin wie auch in der chinesischen Kultur zu den grundlegenden Thesen. Yin und Yang repräsentieren Phänomene, die einerseits im Gegensatz zueinanderstehen und sich andererseits aber auch ergänzen. Sie bilden gegensätzliche Pole.

Und dann taucht man mit den fünf Wandlungsphasen der Chinesischen Medizin, den Funktionskreisen oder dem Leitbahnsystem auch schon tiefer in die Materie. Die fünf Wandlungsphasen, auch fünf Elemente genannt, beschreiben in der Natur beobachtbare Phänomene, die sich auf alle Prozesse im Kosmos beziehen. So also auch auf den menschlichen Organismus. Die fünf Wandlungsphasen sind Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser und stehen in einer zyklischen Beziehung zueinander. Die Informationen werden dabei immer sehr anschaulich – mit Bildern, Grafiken und Infoboxen – erklärt, jedoch fällt es manchmal schwer, alles neue Wissen zu verarbeiten. Wer großes Interesse an der Chinesischen Medizin mitbringt, wird daran aber nicht scheitern.

Die chinesische Medizin stellt eines der ältesten Medizinsysteme weltweit dar. Ihre Wurzeln gehen bis ins dritte vorchristliche Jahrtausend zurück. Bild: Istock, yipengge.

Gewisse Inhalte können für Menschen, die bisher nur mit der westlichen Medizin vertraut waren, ungewohnt sein. Beispielsweise besteht in der Chinesischen Medizin die Ansicht, dass der Dünndarm nicht nur auf physischer Ebene die Aufgabe hat, reine von unreinen Substanzen zu trennen und aufzunehmen oder auszuscheiden. Auch auf psychoemotionaler Ebene hat er diese Aufgabe, indem er die Fähigkeit stärkt, zwischen verschiedenen Optionen zu unterscheiden. Er unterstützt damit das Herz bei der Verarbeitung von Emotionen.

Kulinarik und Qigong

Manche Informationen können also für EinsteigerInnen zu Beginn fordernd sein. Alles andere wäre aber auch verwunderlich. Würde man die Schulmedizin verstehen, nachdem man ein einziges Buch darüber gelesen hat – das obendrein weniger als 200 Seiten zählt?

Neben den theorielastigen Kapiteln kann man sich aber auf viele Praxiselemente in »Gesund leben mit chinesischer Medizin« verlassen. Geschmack, Wirkung und Verwendung verschiedenster Gewürze und Nahrungsmittel werden intensiv behandelt. Auch die Lehre der »Fünf Elemente Küche« kommt nicht zu kurz. Den LeserInnen werden auch einige Rezepte geboten. Außerdem erfährt man einige praxisnahe Informationen über Qigong, der Massagetherapie Tuina und der Akupressur. Auch bebilderte Übungen zum Nachmachen finden sich im Ratgeber.

»Gesund leben mit chinesischer Medizin« ist 2019 gemeinsam mit »Heuschnupfen« und »Wunschgewicht« als eine der ersten drei von insgesamt auf 24 Bände angelegten Ratgeberreihe »Yang Sheng – Die Kraft in mir« im »oekom verlag« erschienen. Im Oktober 2019 erscheinen die Bände »Kopfschmerzen und Migräne« sowie »Grippe und Infekte«.

»Gesund leben mit chinesischer Medizin« lautet der Name des ersten Bandes der TCM-Buchreihe »Yang Sheng – Die Kraft in mir«.

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