Sekt sells!

Hier geht es um Sekt. Genauer gesagt geht es um Biosekt. Hauptsächlich aus Österreich. Aber auch aus Frankreich. Lasst die Korken knallen.

Biosekt aus Österreich und Frankreich. Bild: Jürgen Schmücking.

1 – Grüner Veltliner Brut nature 2015, Weingut Zuschmann-Schöfmann

Es ist sicher kein Zufall, dass das östliche Weinviertel das Einkaufsparadies für Schaumweinproduzenten ist. Hier finden sie Grundweine für die Sektproduktion, und das in herausragender Qualität. Dass ambitionierte Betriebe früher oder später selbst Hand anlegen und Sekte keltern, kann da nicht überraschen. Das Weingut Zuschmann-Schöfmann ist so ein Betrieb. Mit dem Jahrgangssekt Grüner Veltliner Brut nature 2015 präsentiert das Winzerpaar den ersten biozertifizierten Schaumwein des Weinguts. Die Premiere ist gelungen. Brillant funkelndes und strahlendes Goldgelb, hochfeine Perlage und elegant apfelduftig.
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2 2015 Puntini (für Partysanen) Pet Nat Rosé, Weingut Markus Altenburger

Der Pet Nat im Bunde. Etwas lauter und kurz herausgepfeffert, klingt das eher wie ein Befehl eines zornigen Unteroffiziers. Das – rein sprachmelodisch – angenehmere »Pétillant naturel« kommt dem geschmeidigen Schäumer schon viel näher. Bei der Methode wird nicht zwischen erster und zweiter Gärung unterschieden. Der Most kommt samt Hefe in die Flasche und darf dort weitermachen. Zu erkennen an den herrlich aromatischen Heferückständen, die sich in der Flasche – wenn sie steht – am Boden absetzen. »Für Partysanen« schreibt Markus Altenburger drauf und trifft auch damit den Kern der Sache. Der Puntini ist ein fröhlicher Wein für ebensolche Anlässe. Und für ausgelassene Stunden mit der oder dem Liebsten. Oder mit FreundInnen – kann nämlich locker sein, dass sich die Weihnachtsfeier mit ihnen dann anders entwickelt und … Egal, lassen wir das.
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3 – 2013 Blanc de Blancs Große Reserve, Weingut Loimer

Ich habe lange nachgedacht, ob ich diesen Sekt hier überhaupt empfehlen soll. 48 und mehr Monate Hefelagerung sind ein ziemliches Machtwort, und der Schaumwein braucht jetzt vor allem eines: Zeit und Ruhe. Die ersten, von der Neugier getriebenen Kostproben lassen jedenfalls Großes erwarten. Unglaubliche Tiefe und Komplexität, warmes Hefegebäck, eine vibrierende Mineralik, die sich wie leicht salziges, feines Steinmehl am Gaumen bemerkbar macht. Ein recht sortentypischer Blanc de Blancs, vorwiegend aus Chardonnay-Trauben, aber auch Weiß- und Grauburgunder (alle aus Langenloiser Ortslagen) mischen ein wenig mit. Am besten jetzt kaufen und einlagern. Oder wirklich guten FreundInnen schenken. Mit dem Hinweis, dass sie sich bis Ende 2020 zurückhalten sollen.
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von links nach rechts: »2013 Blanc de Blancs Große Reserve, Weingut Loire«, »2015 Puntini (für Partysanen) Pet Nat Rosé, Weingut Markus Altenbürger« und »Grüner Veltliner Brut nature 2015, Weingut Zuschmann-Schöfmann«. Bild: Jürgen Schmücking.

4 – Blanc de Noirs Brut, Champagne Fleury

Champagne Fleury wird wachen Beobachtern der Bioszene bestimmt ein Begriff sein. Das Champagnerhaus aus Courteron gehört zu den Urgesteinen am Markt. Die Flaschen mit den markanten roten Etiketten und der geschwungenen goldenen Schrift waren sogar in den kleinsten Bioläden zu finden. In der Zwischenzeit hat sich auf dem Weingut vieles verändert. Die Linie wurde straffer, die Etiketten moderner. Gearbeitet wird biodynamisch und die Champagner selbst haben einen gewaltigen Sprung gemacht. Der Blanc de Noirs besticht durch zart-filigranes Mousseux, in der Nase durch ein Potpourri an reifen Früchten wie Birne und Mandarine hin zu feinem Blütenhonig.
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5 – Poiré Authentique, Eric Bordelet

Mit dem Poiré von Bordelet ist hier ein kleiner Pirat am Start. Der einzige Schaumwein, der nicht aus Trauben gemacht wird, sondern – wie der Name schon sagt – aus Birnen. Bordelets Birnen sind allerdings eine Besonderheit und eine kleine Sensation. Auf seinem Gut in der Normandie hat Bordelet Apfel- und Birnbäume. 10 Hektar, 20 Apfel- und 14 Birnensorten. Die Bewirtschaftung erfolgt biodynamisch, und der Boden, das Terroir, hat bei ihm höchste Priorität. Dementsprechend sind die Cidres und Poirés von Eric Bordelet keine weichen Fruchtschmeichler. Vielmehr entstehen in seinem Keller kristallklare, mineralische und extrem geradlinige Obstschaumweine, jeder einzelne eine Zierde seiner Art.
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6 – 2015 Blaufränkisch-Rosé-Sekt, Weingut Feiler-Artinger

Das kommt also dabei heraus, wenn ein Winzer, der in allen Disziplinen von Weiß- über Rot- und Rosé- hin zu den Dessertweinen erstklassige Ergebnisse liefert, beschließt, einen Sekt zu machen. Und weil ihm Rosé-Champagner besonders gut schmeckt, hat er auch gleich das entsprechende Vorbild. Kurz: Mit diesem Sekt ist Kurt Feiler ein großer Wurf gelungen. Blaufränkisch-Trauben aus den besten Lagen und frühe Lese (weil das für guten Sekt einfach notwendig ist) garantieren die hohe Qualität, die man aus dem Haus Feiler-Artinger kennt und gewohnt ist. In der Nase präsentiert sich der Sekt frisch und rotfruchtig. Ribisel, Erdbeeren. Alles sehr reif, alles sehr fein. Unglaublich lebendig das Ganze.
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von links nach rechts: »Poiré Authentique, Eric Brodelte«, »Blanc de Noirs Brut, Champagne Fleury« und »2015 Blaufränkisch-Rosé-Sekt, Weingut Feiler-Artenger«. Bild: Jürgen Schmücking.


Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #58 erschienen

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