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Warum auch Österreich ein Entwicklungsland ist

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Photo: Juan Antonio Capó Alonso, CC BY 3.0

Was provokant klingt, wurde durch die SDGs wahr. Wie es dazu kam und wie sich zwei junge Wiener erfolgreich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzten.

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2015 lösten die 17 Sustainable Development Goals (SDG) die Millennium Development Goals (MDG) ab. Auf Aufmerksamkeit stießen hierbei vor allem zwei Veränderungen. Neu war nicht nur, dass die neuen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen mit 169 Unterzielen wesentlich umfangreicher wurden, sondern auch, dass sich alle Länder gleichermaßen diesen stellen müssen. Die zuvor geltenden Millennium Development Goals hatten in erster Linie noch das Ziel, Entwicklungsländern unter die Arme zu greifen. Da Themen wie die Bekämpfung des Klimawandels oder die Gleichstellung der Geschlechter jedoch alle Länder betreffen, werden auch hochentwickelte Staaten wie Österreich zu Entwicklungsländern.

Die Rolle der Jugend

Bemerkenswert an den neuen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen ist auch, dass der Jugend eine wichtige Rolle in der Umsetzung zukommt. „Die Zukunft aller Menschen und der Erde liegen in unseren Händen. Insbesondere in den Händen der heutigen Jugend“, so lautet Paragraph 53 der Agenda 2030. Hiermit erklärten die UN Jugendliche zu Wegbereitern einer nachhaltigen Zukunft. Sie sind sich also durchaus bewusst, dass junge Menschen im Alter von 10 bis 24 Jahre, die immerhin 1,8 Milliarden Menschen der Weltbevölkerung ausmachen, einen entscheidenden Anteil an deren Gestaltung von Zukunftsperspektiven haben können.

Jung und aktiv

Das Problem, dass diese Personengruppe in der Regel nur sehr wenig über die SDGs weiß, ist ein Grund, warum eine junge Studentin schließlich selbst aktiv wurde. „Es hat mich schon immer interessiert, was in der Welt alles falsch läuft. Über die SDGs habe ich dann bei einer Weiterbildung im Zuge des WWFs erfahren“, so Nadine Schüberl, die bei Generation Earth, einem Netzwerk des WWFs für junge, engagierte Menschen in Österreich, aktiv ist. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Joel hat sie die Aktion „Youth4Future – Together Active for the Global Goals“ erfolgreich organisiert. An vier Terminen ging es zuerst durch die UNO-City Wien, um einen Einblick in die vielfältigen Tätigkeiten der dortigen Organisationen zu bekommen.

Photo: Claudio Wedenig

Fußabdruck

In den anschließenden Workshops wurden junge Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahre nicht nur über die SDGs informiert, sondern auch über den ökologischen Fußabdruck und über einen nachhaltigen Lebensstil. „Der Fußabdruck ergänzt sehr gut die SDGs, weil er einen einfachen Überblick darüber gibt, wie viele Ressourcen wir verschwenden. Man kann einfach keinen nachhaltigen Lebensstil führen, ohne auch den Fußabdruck zu reduzieren“, so Nadine. An dieser Stelle wird auch klar, warum sich Österreich noch zu den Entwicklungsländern zählen muss, schließlich gehört es zu jenen Ländern, die den größten ökologischen Fußabdruck auf der Erde hinterlassen.

Mehr Commitment

Zugleich wisse sie aber auch, dass Jugendliche in den Verhandlungen zu den Zielen selbst bestenfalls nur eine indirekte Stimme bekommen haben. Sie selbst wäre jedenfalls gerne daran beteiligt gewesen. „Im Nachhinein betrachtet, finde ich alle 17 Ziele wirklich sehr gut ausgearbeitet, und ich denke, dass kein Ziel fehlt“.

Nadine und Joel in Aktion. Photo: Claudio Wedenig

Über einen Umstand ist Nadine Schüberl wirklich unzufrieden. „Mir wäre wichtig gewesen, dass die Länder, die die Ziele beschlossen haben, diese auch wirklich umsetzen. Daran mangelt es leider wirklich.“ Ein großer Erfolg wäre für sie daher das Commitment und Engagement der Länder zu erhöhen, um die SDGs bis 2030 zu realisieren. Fest steht jedenfalls, dass sie mit der Aktion Youth4Earth ihren ganz individuellen Beitrag dazu geleistet hat.


Die Aktion „Youth4Future – Together Active for the Global Goals“ wurde zu einem der fünf besten Projekte im Rahmen der Aktionstage Nachhaltigkeit 2017 gekürt. 

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