Meine Stadt: Sofia

Lieblingsplätze und Eco-Hotspots in Sofia, gefunden und beschrieben von Irina Obushtarova, Journalistin und Gründerin des Wirtschaftsmagazins »The Recursive«.

Sofia
Sofia, die Hauptstadt Bulgariens, liegt im Westen des Landes und zählt momentan mit 1,2 Millionen EinwohnerInnen. Bild: iStock.com/Media Trading Ltd.

Wildnis mitten in der Stadt

Der Knjas-Borissowa-Garten wurde nach dem Zaren Boris III. benannt, dem Sohn des österreichisch-ungarischen Offiziers und späteren Königs von Bulgarien, Ferdinand I. Dieser Park ist der älteste und größte Park in Sofia und umfasst eine Fläche von 445 Hektar, von denen bis heute nur ein kleinerer Teil kultiviert wurde und der eher einem Wald mitten in der Stadt ähnelt. In dem Park erinnert das im Jahr 1956 gebaute Monument Bratska mogila (»Brüdergrab«) an das kommunistische Erbe Bulgariens, wo die sterblichen Überreste von PartisanInnen beigesetzt wurden.

Bratska mogila (»Brüdergrab«) in Sofia.
Der Obelisk des Bratska mogila (»Brüdergrab«) ist 41 Meter hoch und befindet sich im südöstlichen Teil des Knjas-Borissowa-Garten. Bild: Irina Obushtarova.

Schicht für Schicht bis zur Antike

Von der Rotunde des heiligen Georg wird behauptet, sie sei das älteste Gebäude in Sofia. Ihr zylindrischer Kuppelbau wurde bereits im vierten Jahrhundert zur Zeit des Kaisers Konstantin des Großen errichtet. Berühmt sind allerdings die im Inneren vorhandenen Fresken aus dem 12., 13. und 14. Jahrhundert, von denen bisher drei Schichten entdeckt wurden. Während der osmanischen Herrschaft wurde die Kirche übermalt und als Moschee genutzt – bis im 20. Jahrhundert die Fresken wieder freigelegt und restauriert wurden. Zwischen 1895 und 1897 fungierte die Kirche auch als Grabstätte für Alexander Graf Hartenau, der als Alexander I. von Battenberg der erste Fürst des neuzeitlichen Bulgariens war. 
Bulevard Kniaz Aleksandar Dondukov 2, Sofia

Die Rotunde des heiligen Georg, Sofia
Die Rotunde des heiligen Georg liegt im historischen Zentrum von Sofia. Bild: Irina Obushtarova.

Coworking with a View

Die Start-up- und Tech-Szene in Sofia boomt. Die bulgarische Hauptstadt landete unter den »Europäischen Städten und Regionen der Zukunft« auf dem dritten Platz (nach London und Dublin) für die Kosteneffizienz ausländischer Investitionen und in den Top 25 in der Rangliste der »Städte der Zukunft« von fDi (Financial Times Intelligence Division). Gut versteckt hinter den schweren Türen einer alten Fabrik befindet sich der größte Coworking Space in der Balkanregion: »Puzl CowOrKing«.

Der Coworking Space »Puzl CowOrKing« in Sofia.
Der Coworking Space »Puzl CowOrKing« liegt zwischen zwei großen Parks, die in der Mittagspause zu einem Spaziergang einladen. Bild: Irina Obushtarova

Und obwohl »Puzl« als Treffpunkt der »Hustler« gilt, bietet sein Co-Café (nicht bio) Mitgliedern und Gästen Entspannung auf der Dachterrasse – und eine atemberaubende Aussicht zum nahen Witoscha-Gebirge. Das Co-Café hat einen Fokus auf Zero-Waste-Lebensstil und organisiert auch entsprechende Events und Workshops. Es werden keine Plastikbecher und -halme verwendet. Der Fairtrade-Kaffee wird in essbaren Bechern serviert (Cupffee) und es wird aus vor der Entsorgung »geretteten«, im Handel aussortierten Früchten Limonade gemacht. 
Bulevard »Cherni vrah« 47, Sofia
puzl.com

Irina Obushtarova Portrait
Irina Obushtarova lebt seit 2018 in Sofia und gründet gerade »The Recursive«, ein Wirtschaftsmagazin für die Start-up- und Innovationsszene in Südosteuropa. Sie lebte elf Jahre lang in Wien, wo sie Publizistik und Kommunikati-onswissenschaft studierte und arbeitete, unter anderem beim transkulturellen Magazin »Biber«. Bild: Nikolay Manchev.

Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #71 erschienen

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