Natürlich sind die gefärbt!

Die BIORAMA-Redaktion wollte wissen, wie das Färben mit Naturhaarfarben funktioniert, was möglich ist und was nicht – und ob es wirklich wahr ist, dass man mit mehr oder weniger deutlichem Grünstich rechnen muss, wenn man mit Hennafarben über zuvor chemisch-synthetisch gefärbte Haare färbt.

1

Mashiah Sheikh hat mit »Radico Colour Me Organic« in »Weiches Schwarz« gefärbt. Der Wunsch …. eine Naturhaarfarbe zu finden, die graue Haare abdeckt und einen dauerhaft von den chemischen Haarfarben wegbringt. Die Wirklichkeit … »Weiches Schwarz« fällt auf! Noch nie wurde ich so häufig gefragt, ob ich meine Haare gefärbt habe. Die Pflanzenhaarfarbe ist genauso farbintensiv wie ihre chemisch-synthetische Konkurrenz und die Grauabdeckung hat funktioniert.

2

Irina Zelewitz glaubt jetzt an die Kraft der Rhabarberwurzel von »Le Erbe di Janas«. Der Wunsch … war, winterliche Farblosigkeit zu bekämpfen und rauszufinden, was Pflanzenhaarfarben bei hellbraunen Haaren können, wenn man nicht rot oder dunkelbraun färben möchte. Die Wirklichkeit … überraschend! Wer hätte darauf gewettet, dass nach satten 60 Minuten Einwirkzeit das Pflanzenpulver »Rabarbaro« die versprochenen »Goldtöne zaubert«? Und die kann man sich nicht einbilden.

3

Steffi Schermann (wir haben die haarfärbebegeisterte Kollegin von der Nachrichtenagentur APA ausgeborgt) hat »Hennetica« von »La Saponaria« in der Farbe Granatapfel probiert. Der Wunsch … war, auf meinen blond gebleichten Haaren einen natürlichen, satten Rotton zu erzeugen, der lange hält. Die Wirklichkeit … ist erdbeerblond. Bei Naturhaarfarben weiß man wohl tatsächlich nie, was man kriegt. In meinem Fall aber zum Glück Komplimente.

4

Yasmin Vihaus färbt ihre Haare in »Schokobraun« von »Logona«. Der Wunsch … ein kräftigeres, strahlenderes Braun durch ein Produkt, das die Haarstruktur weniger angreift als herkömmliche Haarfarben. Die Wirklichkeit: … So einfach das Anrühren der Farbe, so schwierig das Auftragen. Der Packung liegen keine Hilfsmittel wie Handschuhe, Dosierflasche oder Pinsel bei und die Farbe verklebt meine langen Haare. Trotz langem Einwirken ist der Farbton meiner zuvor ungefärbten dunkelbraunen Haare nicht erkennbar verändert.

5

Paula Wurzenrainer hat hasenfüßig »Dunkelbraun« von »Radico Colour Me Organic« probiert. Der Wunsch … war, auszuprobieren, wie gut mit einer hennabasierten Farbe über »Chemie« gefärbt werden kann. Die Wirklichkeit … hat leider gezeigt: Die Neugier war groß, die Vorsicht noch größer. Ich traute mich nicht, die volle Einwirkzeit abzuwarten.

Bis auf schönen Glanz gab es keine Veränderung, aber eben auch nicht die bei mir sonst häufigen Kopfhautirritationen, und vor Grün fürchte ich mich jetzt nicht mehr! Auf einen zweiten Versuch mit dem Rest der Packung – dieses Mal mit der gesamten Einwirkzeit!

6

Bernadette Schmatzer hat die Mischung »Pulverfarbe Dunkelbraun« mit der Haarfarbe »Creme Nougat-Braun« von »Logona« für ihre Haare probiert, sowie die Mineralerde-Vorbehandlung und die »Color-Fix-Nachbehandlung«.

Der Wunsch … war, herauszufinden, ob man eine akzeptable Färbung grauer Haare hinkriegt, die bei mir noch wenig, aber sichtbar sind. Die Wirklichkeit: Das graue Haar wurde ähnlich wie bei einer chemischen Tönung sanft getönt –  heller als beim Rest, aber durchaus kaschierend.

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Thomas Weber ist jetzt »cognacblond«. Der Wunsch … eine Reise in die Kindheit. Heute dunkelblond und im Haupthaar immer schütterer wollte ich schauen, ob mein Haar nach der Behandlung mit der Farbe von »Santé« noch so glänzt wie auf den alten Kinderfotos. Damals trank man den Cognac noch und ich war im Sommer immer richtig blond. Die Wirklichkeit … ist abhängig vom Lichteinfall. Am deutlichsten sichtbar ist die neue Farbe in der Sonne, da schimmert sie so, dass manche bei meinem Anblick womöglich sofort Lust auf einen Cognac bekommen.

Dieser Artikel ist im BIORAMA-Magazin #54 erschienen

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