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Ein Monat schon um?!?

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Unglaublich: Vor einem Monat habe ich mein Experiment begonnen, die Zeit ist wirklich schnell vergangen. Ich muss wohl zugeben, dass ich in den vergangenen Tagen etwas nachlässig geworden bin – das lag vor allem an der Zeitknappheit, die mich zu einem schnell eingenommenen Essen drängte. Am Montag habe ich tatsächlich gesündigt: Da war ich mit meinem Cousin im Gasthaus Kopp, konnte meinen Fleisch-Gusto nicht zurückhalten – und aß Spareribs mit Bratkartoffeln. Das Restaurant informiert zwar darüber, dass es „auf die Verwendung frischer und hoch qualitativer Ausgangsprodukte heimischen Ursprungs“ besonderen Wert legt, ob es meinen Regional-Kriterien genügt, konnte ich aber nicht überprüfen. Im Sündenregister der verganenen Woche finden sich außerdem noch 3 Tassen Kaffee, eine Linsensuppe, ein unregionales Gösser Bier. Was das Essen zuhause angeht, habe ich aber doch – bis auf die besprochenen Probleme – eine ganz gute regional-Saisonal-Diät durchziehen können. Hier eine Hitliste der Produkte, die meine Essens-Routine derzeit bestimmen.

Frühstück:

Haferflocken von Gradwohl (Bgld)

Brot, meist von den Bäckern Mauracherhof (Wien), Schrammel (Wien) oder vom Biohof Binder aus Sierndorf/Weinviertel, manchmal auch vom Bäcker Gragger in Ansfelden (das geht sich mit der 160km-Grenze vielleicht grad noch aus)

Obst: Verkochter Rhabarber, Äpfel

Honig aus dem Waldviertel (Sonnentor)

Mittagessen & Abendessen:

Brot- s. oben

Spargel Grün & Weiß (Marchfeld, ideal: Biospargel)

Kartoffel von Auland /Spar, von Binder aus Sierndorf

Nudel, Eier, Salat, Spinat, Radieschen von Helene Ziniel/Frauenkirchen

Emmer/Dinkelreis/Perlweizen vom Biohof Kettler

Topfen von Helwin Hinke /Dörfl (Naschmarkt)

Kräuter vom Gärtnerhof Vis a Vis/Peter Laßnig (Naschmarkt, Karmelitermarkt)

Dem Thema Bier & Wein wird noch mal ein eigenes Kapitel gewidmet sein – ich habe einstweilen Ottakringer Bier unter „regional“ verbucht.

Meine erste Bilanz: Regional/Saisonal schmeckt frischer, herzhafter als die Kost, die ich sonst gewohnt war. DIe vielen Wiesen-Kräuter und Frischgemüse versetzen mich mit ihren Gerüchen und Geschmäckern in eine wunderbare Stimmung, wecken Kindheitserinnerungen. Dass Wiesenkräuter und Kräutertees manchmal ein wenig bitter sind, stört gar nicht – erstaunlich ist vielmehr, wie stark der Bitter-Geschmack aus der regulären Küche verschwunden ist.

Obwohl die Versuchung groß ist, ab und zu mal auf das Dogma zu pfeifen – es bleiben für mich noch viele Fragen unbeantwortet. Wie genau ist das mit dem Fleisch? Bin ich als Regional-Esser ein elitärer Sonderling, oder lässt sich regionale Kost auch auf einem Billig-Level durchziehen? Wo soll das Regional-Dogma bewusst durchbrochen werden, weil andere Faktoren wichtiger sind? Es bleibt also gar nichts anderes übrig, als weiter zu bloggen und diese Fragen im Alltag etwas näher an eine Lösung zu bringen.

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4 Antworten

  1. Horst sagt:

    Tiefen Respekt vor der Aktion. Sowas müsste man mal koordiniert an mehreren Regionen gleichzeitig durchführen.

    Mit dem Bier habe ich dann keine Probleme. Wenn die nächste Brauerei weiter als 10 km weg ist, hat man Franken mit ziemlicher Sicherheit verlassen. 😎

  2. Martin Wehning sagt:

    Das ist ja mal eine gute Idee!
    Spannend finde ich vor allem, dass man mal an’s Nachdenken kommt, wo unser Essen und Trinken herkommt und wie es kommt, dass viele unserer täglichen Gerichte schon Tausende von Kilometern gereist sind…
    Ich finde, fast alles ist erlaubt (essensmässig). Wichtig ist aber, sich bewusst zu sein, was man durch seinen tagtäglichen Konsum auslöst und ob man dies tatsächlich so will!
    M. Wehning

  3. markus sagt:

    @Horst:

    Ah trifft man hier noch einen Franken! 🙂

    @Michael: Klasse Aktion. Weiter so! 🙂

  1. Juni 2, 2008

    […] sei noch einmal auf das sehr spannende Projekt des (Fußball)-Nachbarn Österreich verwiesen, auf Biorama.at gibt es den Wiener “Regional-Monat”, d.h. der Autor ernährt sich einen Monat aus einem […]