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Was Tee mit sozialer Fairness und Umweltschutz zu tun hat

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Auch Teeplantagen können Lebensräume sein. (Quelle: FonthipWard (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Wahrer Tee-Genuss achtet auch auf das Wohlergeben von Plantagen-Arbeitern und die Umwelt-Bedingungen am Ursprungsort. Was Bio-Tee so besonders macht.

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Schon am frühen Morgen teilt sich unsere Gesellschaft in zwei Lager. Während manch einer nicht ohne Kaffee in die Gänge kommt, bevorzugen andere ein Tässchen Tee. Wer Tee trinkt, ist meist auf Genuss und Vielfalt aus, hat aber insgeheim die eine oder andere Lieblingssorte. Bei der Auswahl der getrockneten und verpackten Blätter jedoch nimmt jeder Konsument Einfluss darauf, wie gut es der Umwelt und den Menschen geht. Was in der Welt des Tees schon jetzt getan wird und worauf Teefans achten sollten, zeigt dieser Artikel.

Der Tee und die Umwelt
Häufig scheint Tee im Schatten des Kaffees zu stehen. Dass das nicht unbedingt richtig ist, zeigen auch die jährlichen Produktionsmengen weltweit. So wurden laut Statistik im Jahr 2016 5,4 Millionen Tonnen Tee produziert. Die Tatsache, dass für einen Liter Tee gerade einmal zehn Gramm getrocknete Blätter benötigt werden, macht das Ausmaß umso deutlicher. Es liegt also nahe, dass Verbraucher, die sich für nachhaltig angebauten Tee entscheiden, nicht nur sich selbst etwas Gutes tun.

Tee wird in zahlreichen Ländern weltweit angebaut. Hier unterscheidet sich auch das Klima deutlich, weswegen Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz je nach Anbauland variieren müssen. Die wichtigsten Tee-Länder weltweit sind indes

  • Indien,
  • China
  • und Sri Lanka,

aber auch in Kenia, Indonesien, Brasilien, Nepal und Vietnam stellt der Teeanbau eine wichtige Wirtschaftsgröße dar. Der Vorteil, den jede Teepflanze mit sich bringt, ist ihre hohe Lebenserwartung. Bei guter Pflege und in einer geeigneten Umgebung kann ein solches Gewächs durchaus 100 Jahre alt werden. So wird der Boden nicht Jahr für Jahr belastet, indem neue Gewächse gepflanzt werden müssen.

Die Plantage als gesunder Lebensraum
Auf Teeplantagen, die etwas für die Gesundheit des Ökosystems tun, gibt es jedoch nicht nur Teepflanzen. Auch das Anpflanzen von Bäumen ist ein effektiver Schritt, der einer Bodenerosion entgegenwirkt, abwechslungsreichere Lebensräume schafft und den Arbeitern angenehmen Schatten liefert. Siedeln sich dank dieser Bäume Insekten und Vögel an, so helfen sie automatisch bei der Beseitigung von Schädlingen, was den Einsatz chemischer Pestizide nicht zwingend nötig macht.

Nachhaltig angebauter Tee jedoch nimmt bislang einen eher kleinen Teil der weltweiten Produktion ein. Wie Rainforest Alliance bekanntgab, wurden in 2015 rund 911.457 Tonnen nachhaltigen Tees produziert. Hierbei handelt es sich häufig um Tee, der in umweltzertifizierten Plantagen angebaut wurde. Immer mehr Handelshäuser in wichtigen Konsumländern wie Deutschland haben den Nachhaltigkeits-Trend jedoch erkannt und kooperieren mit Lieferanten und Produzenten, die ihren Tee nachhaltig und umweltfreundlich herstellen. Hierdurch vergrößert sich auch das Angebot an Bio-Tee und biologisch hergestellten Teespezialitäten. So gibt es zum Beispiel verschiedene Teesorten wie den Oolong Tee, Chai Tee und Roiboos Tee. Ähnliches ist auch bei Kaffee und Kakao zu beobachten.

Das Sozialleben in Anbauländern
Geht es der Umwelt gut, ist bereits ein wichtiger Schritt hin zu Nachhaltigkeit und Fairness geschafft. Entscheidend für ethisch verantwortungsbewussten Teegenuss ist jedoch auch die Förderung und Verbesserung der Lebensumstände betroffener Arbeiter auf Teeplantagen. „Fair Trade“ ist eines der wohl bekanntesten Systeme, das sich mit angemessener Entlohnung befasst. Dennoch geht in der Realität bislang recht wenig Fair-Trade-Tee über den Tresen.

Fair entlohnte und geschätzte Arbeiter wandern nicht in Städte ab. (Quelle: Free-Photos (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Dass Fair Trade nicht die einzige Möglichkeit darstellt, die Lebensumstände in Anbauländern zu verbessern, ist ein wesentlicher Vorteil. Zahlreiche Produzenten und Handelshäuser engagieren sich im Rahmen eigener Projekte für soziale Fairness und bieten den Arbeitern auf Teeplantagen Vorteile, die sich anderenorts nicht genießen würden. Zu den Hilfsmaßnahmen gehören unter anderem der Bau von Kindergärten sowie Schulen für den Nachwuchs der Arbeiter und verbesserte medizinische Versorgung. Mit diesen Maßnahmen soll auch der Abwanderung der Arbeiter aus ländlichen Gebieten in Großstädte entgegengewirkt werden. Sicherheit sollen an diesem Punkt verlässliche Arbeitsverträge bieten, die den Arbeitern bessere Möglichkeiten für die Zukunftsplanung liefern.

Stark involviert in soziale Projekte ist auch Indien. Hier sorgt das „Tea Board of India“ für die Einhaltung der Grundsätze des „Plantation Labour Acts“, der vor allem die Förderung der hiesigen Teewirtschaft fokussiert, in diesem Zuge aber auch den sozialen Aspekt nicht außer Acht lässt. Ähnliche Projekte und Kontrollinstitutionen gibt es heute auch in anderen Ländern.

Was Teeliebhaber tun können
Da es sich auch bei Tee um ein Wirtschaftsgut handelt, herrscht ein starker Wettbewerb. Vor allem die Nachfrage bestimmt hierbei über das Angebot, weswegen der einzelne Konsument durchaus wichtige Beiträge zu positiven Veränderungen leisten kann. Den wohl wichtigsten Schritt stellt hierbei die Entscheidung für Tee dar, der nicht als Billigprodukt in den Läden steht. Hier nämlich ist klar, dass nur sehr wenig Geld bei den Produzenten ankommt. Diese wiederum haben dann mit existenziellen, finanziellen Nöten zu kämpfen und sind nicht in der Lage, Umwelt und Mitarbeiter zu schützen.

Nur wer Tee nicht als Billigprodukt erachtet und Bio-Tee kauft, kann sichergehen, dass Mensch und Umwelt am Ursprungsort keinen Schaden nehmen. (Quelle: Skitterphoto (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Verantwortungsbewusste Teetrinker greifen daher zu nachhaltigem und fairem Bio-Tee. Dieser kostet selbstverständlich mehr als die gewöhnlichen Tees in Supermarktregalen, ist jedoch dazu in der Lage, langfristigen Veränderungen auf die Sprünge zu helfen. Denn auch wenn bereits viel getan wird, ist in Sachen Teewirtschaft noch „Luft nach oben“. Behält billiger Tee mit fragwürdiger Herkunft die Oberhand, so könnten nachhaltig und fair arbeitende Produzenten schon bald vor dem Aus stehen.

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