Konspirative Küchen Konzerte

(c) Claudia Hoehne

Kochen, Kunst, Musik und interkulturelle Diskurse im Fernsehen. Funktioniert das? Ja!

(c) Claudia Hoehne

Mtv, einstiges Sprachrohr der Jugend, zieht um ins Pay TV, Viva übernimmt das gesamte Sendeformat. Eigentlich gut, aber irgendwie kommt es nicht mehr so richtig an.
Das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen, genauer genommen der Zdf sendet seit diesem Jahr auf einem Kanal namens Zdf.kultur.
Er übernimmt von nun an mit seinen vielseitigen Sendeformaten den Bildungsauftrag. Sowohl für die Jugend, als auch für Erwachsene. Die Bereiche Musik, bildende Kunst, Film und Theater werden dabei bestens abgedeckt.

Nun hat Zdf.kultur ein neues Format übernommen das bereits abgedreht wurde. „Konspirative Küchen Konzerte“ wird ab Januar im TV ausgestrahlt, schon jetzt kann man die einzelnen Episoden im Netz streamen. In der Sendung lädt der Gastgeber und Moderator Marco Antonio Reyes Loredo pro Folge einen bildenden Künstler und einen Musiker, beziehungsweise eine Band in seine Küche ein. Die Besonderheit: Er wohnt wirklich dort. Seine Hamburger Küche wird vor jeder Staffel in ein Studio umgebaut. Die geladenen Künstler gestalten den Raum nach ihren Vorstellungen, die Musiker spielen ein Konzert und der Moderator kocht für alle, während sich alle über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von bildenden und musikalischen Künsten unterhalten, streiten oder amüsieren.
Neben bekannten Deutschen Künstlern, wie Justus Köhncke, Die Sterne, Julius von Bismarck oder Christoph Faulhaber, waren auch schon österreichische Musiker zu Gast. Highlight waren aber durchaus die Trance-Urväter Scooter. Sie schrien nämlich „How much is the fish“ nicht vor 50.000, sondern vor nur 50 Gästen.
Die Wiener Band Ja, Panik, God’s Entertainment, sowie Das Erste Wiener Gemüseorchester (alias The Vegetable Orchestra) hatten auch schon die Möglichkeit in dem eher kleinen Raum ihre Ständchen zu spielen.

(c) Eibe Maleen Krebs

Die Macher der kollektiven konspirativen Küchenzusammentreffen fanden 2009 zusammen, da sie dem bereits erwähnten Untergang des deutschsprachigen Musikfernsehens entgegenwirken wollten. Das Format wurde bereits nach Fertigstellung der siebten Folge, als erste freie Produktion jemals, für den Grimme Preis nominiert.
Die knapp einstündigen Sendungen, sorgen aufgrund ihrer besonderen Gäste und deren Zusammenstellung inhaltlich für Überraschungen und sind in der Tat intellektuell, musikalisch, bewegend, lecker, würzig, laut, duftend, wissenschaftlich, subkulturell…
Mit anderen Worten: Eine Bereicherung für das derzeit doch sehr einseitige Kulturfernsehen.

Konspirative Küchekonzerte läuft ab dem 20.01.2012 auf zdf.kultur
Einzelne Sendungen können bereits jetzt auf www.konspirativeküchenkonzerte.de in voller Länge gestreamt werden.

(c) Eibe Maleen Krebs

 

(c) Claudia Hoehne

TEXT Moritz Gaudlitz

VERWANDTE ARTIKEL