Für „Bios“ und solche, die es noch werden wollen

Ein Wildschwein gehört zur Deko beim zweiten Bio-Wissensmarkt. (Bild: FiBL)

Ein Wildschwein gehört zur Deko beim zweiten Bio-Wissensmarkt. (Bild: FiBL)

Beim Bio-Wissensmarkt soll mehr vermittelt werden als pures Wissen. Denn beim Thema Bio geht es auch um persönliche Geschichten und um persönliche Identifikation. 

Morgenabend kann man in Wien viel über Bio erfahren. Und zwar von Leuten die sich nicht nur auskennen, sondern auch etwas zu erzählen haben. Das Ganze passiert in Form eines Bio-Wissensmarktes und wird vom FiBL organisiert, dem Forschungsinstitut für Biologischen Landbau. Das FiBL ist gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und es ist so etwas wie der große Think Tank der Bio-Landwirtschaft, der Know-how Speicher der ökologischen Landwirtschaft. Reinhard Gessl vom FiBL organisiert den Wissensmarkt in der Kunsthalle Exnergasse (WUK). Für wen eigentlich? „Grundsätzlich für „Bios“ und solche, die es noch werden wollen,“ erklärt er. „Und die Grundidee ist, sie nicht mit klassischem Wissen zu versorgen, sondern ihnen Geschichten aus der Bio-Landwirtschaft erzählen. Bio erklärt immer sehr viel. Da schalten viele Menschen ab. Geschichten aber, die kann man aber nicht wegargumentieren.

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„Alles was grün ist“ lautet das Motto des Events. (Bild: FiBL)

Ganz konkret bedeutet das, dass beim Bio-Wissensmarkt Identifikation mit dem Thema Bio gefördert und geschaffen werden soll. „Wenn zum Beispiel Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann die Geschichte erzählt, wie er mit ein paar Leuten im Waldviertel begonnen hat, und wie heute ein weltumspannendes Unternehmen daraus geworden ist, dann ist das einfach interessanter, als wenn er die Vorzüge von Biokräutern auflistet.“

Dieser Ansatz ist etwas Besonders, und das verlangt nach einer besonderen Form. Deshalb darf man sich den Bio-Wissensmarkt vorstellen wie eine Ausstellung. Den passenden Rahmen bietet das Industrie-Gemäuer mit seinen schlichten Räumen. Der Modus der Veranstaltung soll das noch unterstützen, erklärt Organisator Reinhard Gessl: „Du kommst hin und musst dir aus den 15 Expertinnen und Experten genau drei aussuchen. Erst wenn man sie ,gebucht’ hat, kommt man in die Halle hinein. Das heisst, man muss sich wirklich für drei entscheiden.“ Dann gibt es drei Runden, bei denen man nacheinander die Geschichten eben dieser drei Persönlichkeiten hört. „ können maximal 10 Personen in einer Gesprächsrunde teilnehmen. Ganz am Ende gibt es natürlich die Möglichkeit mit allen ins Gespräch zu kommen, und mit allen zu reden, mit denen man reden will.“

Wissen und Geschichten in Ausstellungsform wird es geben. (Bild: FiBL)

Wissen und Geschichten in Ausstellungsform wird es geben. (Bild: FiBL)

Einen Bio-Wissensmarkt gibt es nach der Premiere im Herbst 2015 nun schon ein zweites Mal. Als Expertinnen und Experten, deren Geschichten und Expertise man sich gezielt aussuchen darf, stehen 15 zur Auswahl: Ingrid Greisenegger (Journalistin), Isabella Gusenbauer (Nachhaltigkeitsforscherin), Johannes Gutmann (Bio-Kräuterpionier), Andrea Heistinger (Agrarwissenschafterin & Autorin), Isabella Hollerer (Garten- & Zierpflanzenexpertin), Tobias Judmaier (Wastecooking-Aktivist & Koch), Beate Koller (Nutzpflanzenvielfalt-Spezialistin), Stefan Kunze (Obst- und Gemüsekontrollator), Wolfgang Palme (Gemüsebauexperte), Fritz Prem (Bio-Obstbauer), Angie Rattay (Designerin), Johann Reisinger (Haubenkoch), Franz Traudtner (Bio-Bauer & Berater), Thomas Weber (Journalist & Autor) und Hans Zillinger (Bio-Winzer).

Wer Lust hat, sich am Montagabend ab 18:30 Uhr drei mal zehn Minuten lang etwas über individuelle Zugänge und Erfahrungen zum Thema Bio erzählen zu lassen, und ganz persönliche Geschichten hören möchte, der kann sich hier noch anmelden. Übrigens: das Ganze ist kostenlos.


Weitere Infos zum Bio-Wissensmarkt gibt es auf der der Website biodreinull.at

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