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Die bedrohte Art der Woche: die Meeresschildkröte

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Bild: Roger Leguen/WWF-Canon

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Wenn die Tage bei uns kalt sind, sehnen sich viele wieder zurück an jene Sommertage, die mit einem Buch oder guten Freunden an Strand und Meer verbracht wurden. Der Sandstrand als Synonym für Freizeit und Erholung. Vergessen wird dabei, dass Strände nicht nur dem Menschen gehören, sondern einen Fixpunkt im Lebenszyklus von vielen Tieren darstellen. Die Meeresschildkröte zählt zu jenen Arten, die durch den immer steigenden Tourismus an den Stränden der Welt zurückgedrängt wird. Alle Arten und Bestände der Meeresschildkröte gelten heute als gefährdet.
Meeresschildkröten sind weltweit in tropischen und subtropischen Meeren verbreitet und sowohl auf hoher See als auch in Küstennähe anzutreffen. An deren Stränden legen sie ihre Eier ab, wo sie durch die Wärme der Sonne ausgebrütet werden. Ein Gelege umfasst in der Regel über 100 Eier. Die frisch geschlüpften Schildkrötenjungen wiegen etwa 20 Gramm. Von den geschlüpften Jungtieren wird aber im Durchschnitt nur eines von 1.000 das fortpflanzungsfähige Alter von 20 bis 30 Jahren erreichen.

Bild: Roger Leguen/WWF-Canon

Bild: Roger Leguen/WWF-Canon

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Insgesamt sind uns sieben verschiedene Arten der Meeresschildkröte bekannt:
Die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) gehört als noch einzige Überlebende zur Familie Dermochelyidae (Lederschildkröten). Zur Familie der Cheloniidae (Meeresschildkröten) gehören die folgenden sechs Arten: Australische Suppenschildkröte (Natator depressus), Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata), Grüne Meeresschildkröte oder Suppenschildkröte (Chelonia mydas), Kemp’s Bastardschildkröte (Lepidochelys kempii), Pazifische Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea) und Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta).

Bild: Michel Gunther/WWF Canon

Bild: Michel Gunther/WWF Canon

Der Strand als Geburtshaus

Neben der Verschmutzung der Meere, ist vor allem die extreme touristische Nutzung von Sandstränden durch den Menschen, gefährlich für das Überleben der Meeresschildkröte. Weibliche Meeresschildkröten legen ihre Eier in Sandgruben, welche sie an Stränden gebuddelt haben. Der verstärkte menschliche Einfluss an jenen Stränden, erschwert den Fortpflanzungsprozess der Schildkröten. Beobachtungen der Nistplätze haben gezeigt, dass die Zahl der Eiablagen dramatisch gesunken ist. Immer häufiger wird im Meer herumschwimmendes Plastik zum Verhängnis der Schildkröten, da diese die Plastikteile nicht von anderer Beute unterscheiden können. Der unverdauliche Kunststoff kann bei großer Menge im Darm zum Tod führen. Die Hauptbedrohung ist jedoch, dass Meeresschildkröten verstärkt Opfer des sogenannten Beifangs der industriellen Fischerei werden. Pro Jahr fallen 38 Millionen Tonnen Beifang an!

Bild: naturepl.com/Jeff Rotman/WWF

Bild: naturepl.com/Jeff Rotman/WWF

Der WWF Österreich konzentriert sich in seiner Naturschutzarbeit auf die Reduktion des Meeresschildkrötenbeifangs durch die Einführung von schildkrötenfreundlichen Rundhaken im Korallendreieck, der artenreichsten Meeresregion der Erde. Neben der Entwicklung schonender Fischereimethoden hat der WWF im Südpazifik ein Monitoring-Netzwerk für Meeresschildkröten aufgebaut um die Populationen zu überwachen und die Niststrände zu schützen.

 

„Das Geschäft mit dem Tod – das letzte Artensterben?“

23. Oktober 2013 – 21. April 2014
Naturhistorisches Museum (NHM)
Burgring 7, 1010 Wien

Die Sonderausstellung informiert über das menschengemachte Artensterben. Dabei werden der Verlust von Lebensräumen, schwindende Ressourcen und sich verändernde klimatische Bedingungen, genauso wie Wilderei und der illegale Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Gründe für den Rückgang von Biodiversität thematisiert. In Kooperation mit dem NHM und dem WWF präsentiert BIORAMA in einer neuen Online-Rubrik „Die bedrohte Art der Woche“ wöchentlich eine vom Aussterben bedrohte Tierart.

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