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‚Art Advent‘ am Karlsplatz: Wiens Bio-Weihnachtsmarkt

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Agnes Überegger, Event- und Bio-Profi der Bio-Austria Marketing, sorgt bereits zum zweiten Mal für Wiens ersten 100% Bio-Weihnachtsmarkt. (Foto: Bio Austria)

Alle Speisen, Getränke und Naschereien am „Art Advent“-Weihnachtsmarkt am Wiener Karlsplatz sind auch heuer wieder bio-zertifiziert. Ausnahmen gibt es nur für Wildbret. Die vor Ort verkauften Christbäume stammen allerdings noch aus konventionellen Monokulturen – wofür die Stadt Wien zuständig ist.

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Erstmals 2016 war die vorweihnachtliche Gastronomie am Wiener Karlsplatz komplett bio-zertifiziert. Agnes Überegger hat den unter dem Namen „Art Advent“ bekannten Weihnachtsmarkt auch 2017 wieder begleitet – als  Projektmanagerin des Verbands Bio Austria. BIORAMA bat sie zum Interview.

Ganz bestimmt einzigartig für einen Markt dieser Größe: Zuckerwatte, Schaumrollen und Langos sucht man hier vergeblich.“ (Agnes Überegger)

Besondere Stimmung bei Dunkelheit. Das kulinarische Angebot am Weihnachtsmarkt am Karlsplatz rechtfertigt einen Besuch aber durchaus auch mittags. (Foto: Bio Austria)

BIORAMA: Das Gastro-Angebot des Christkindlmarkt am Wiener Karlsplatz ist heuer bereits zum zweiten Mal voll biozertifiziert. Die Vorbereitungen fürs erste Jahr waren unglaublich aufwändig. Ging beim zweiten Mal alles leicht und problemlos?
Agnes Überegger: Es ging auf jeden Fall leichter als beim ersten Mal, da die Prozesse und Abläufe bereits bekannt sind. Da sich aber Rezepturen, Lieferanten oder sogar Gastronomen ändern können, bleibt es jedes Jahr aufregend.

Im Vorjahr soll es eine Ausnahmeregelung für Schilcher gegeben haben …
Agnes Überegger: Wenn ein Produkt nicht in Bio-Qualität verfügbar ist, zum Beispiel Produkte aus Wildsammlung, Wildfang, der Jagd oder spezielle Produkte wie der Schilcher, dann kann eine Ausnahme bei uns beantragt werden. Wir überprüfen das. Letztes Jahr gab es Bio-Schilcher nicht in ausreichender Menge, da Spätfrost und Hagel große Bestände vernichtet hatte. Daher stimmten wir einer Ausnahme in Abstimmung mit Kontrollstelle und dem Veranstalter-Verein Divina Art zu. Die wenigen erlaubten Ausnahmen werden von uns gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten mittels deutlicher Auslobung ganz eindeutig und transparent als konventionell deklariert. By the way – dieses Jahr gibt es Bio-Schilcherglühwein und darauf sind wir sehr stolz!

Ausnahmen gibt es nur für Wildbret. Alle anderen Speisen und Lebensmittel, aber auch alle Getränke, die am Weihnachtsmarkt am Karlsplatz verkauft werden, sind bio-zertifiziert. (Foto: Bio Austria)

Gibt es Standler, die nach dem ersten Jahr abgesprungen sind oder war der Schritt hin zu 100% Bio-Gastronomie für alle Anbieter ein Erfolg?
Agnes Überegger: Alle Gastronomen haben trotz teilweise vorhandener anfänglicher Skepsis sehr positiv auf die Bio-Umstellung reagiert. Bei der Evaluierung des ersten Marktes im Jänner 2017 gab es sehr viel Lob für das gelungene Projekt. Von den 15 Ständen hat einer sich zurückgezogen. Wobei hier kein Zusammenhang mit der Bio-Umstellung besteht.

Im Grunde gibt es auf Christkindlmärkten kulinarisch ja selten Überraschungen: Glühwein, Punsch, Jagertee, Maroni, Lebkuchen, Schokofrüchte, Schaumrollen und auch pikant dominiert Deftiges. Jetzt, wo der Adventmarkt im Resselpark biozertifiziert ist, gibt es da noch Neuerungen?
Agnes Überegger: Bei uns wird darauf geachtet, dass jeder Gastronom seine individuelle Handschrift beibehält. Durch die sehr hohe Qualität und die Vielfalt, die den Gästen geboten wird, hat der Art Advent hier sicher ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal. Die Bandbreite der gebotenen Speisen und Getränke ist enorm und bietet wirklich für jeden etwas: Bio-Lammfleischprodukte, Bio-Blunzn, Bio-Kartoffelpuffer, Bio-Crepes, Bio-Maroni sind nur einige der kulinarischen Highlights. Sogar eigene Bio-Biere wurden eigens für den Adventmarkt gebraut. Und ganz bestimmt einzigartig für einen Markt dieser Größe: Zuckerwatte, Schaumrollen und Langos sucht man hier vergeblich. 

Ist eigentlich auch angedacht, die Bio-Zertifizierung auf das restliche Angebot am Christkindlmarkt zu erweitern? Auch das Kunsthandwerk, Woll- und Strickwaren und dergleichen gibt es – zumindest teilweise – in Bioqualität.
Agnes Überegger: 
Es gibt Warengruppen, für die eine Biozertifizierung nicht möglich ist, beispielsweise Porzellanwaren, Schmuck usw. Aber der Art Advent wurde im Frühjahr für den Green Event Award in der Kategorie Feste nominiert, was uns sehr gefreut hat. Die Nominierung hat die Betreiber und uns als projektverantwortlichen Verband zusätzlich angespornt, uns auch bei den Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln. Daher werden dieses Jahr Schwerpunkte bei der Mülltrennung und bei der Plastikvermeidung gesetzt. Außerdem wird bei der Ausgabe von Werbematerialien und Give Aways gespart. Langfristig werden auch bei Produktgruppen Schwerpunkte gesetzt werden, welche bereits bio-zertifizierbar sind, wie der Naturkosmetik oder bei Woll- und Strickprodukten.

Auch bei Christ- und Weihnachtsbäumen gibt es konventionelle und solche aus Bio-Kulturen.
Agnes Überegger: 
Der Weihnachtsbaum-Verkauf ist nicht in der Verantwortung des Art Advent oder von uns als Bio Austria. Hier ist die Stadt Wien zuständig, welche die Standplätze vergibt. Daher kann hier kein Einfluss auf die Auswahl der Bäume genommen werden. Auch wenn Bio-Christbäume aus unserer Sicht eine wunderbare Ergänzung des Marktes wären.

Ist Bio auf den anderen Wiener Weihnachtsmärkten, etwa am Rathausplatz, Spittelberg oder bei „Winter im MQ“ im Museumsquartier, ein Thema?
Agnes Überegger: Wenn das Herz für Bio schlägt, ist alles möglich. Wir sehen den Art Advent jedenfalls als Leuchtturm-Projekt und auch als Vorbild für andere Großveranstaltungen, auch anderer Weihnachtsmärkte. Als Verband stehen wir jedenfalls gerne als kompetenter Ansprechpartner in Sachen Umstellung zur Verfügung und würden uns über weitere Interessenten freuen.

Die Stände des „Art Advent“-Weihnachtsmarkts im Wiener Resselpark (Karlsplatz vor der Karlskirche) sind vom 17. November bis zum 23. Dezember 2017 täglich von 12 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

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Thomas Weber

Herausgeber

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