Südostasien im Wohnzimmer

Atisan bietet handgefertigte Korbwaren, Keramik und Teppiche aus Südostasien an – nach Kriterien, die Artisan nach eigenen Angaben ist jedes Produkt unter fairen Bedingungen hergestellt. Eine Zertifizierung durch Gütesiegel gibt es aber nicht – doch wie wird eine Produktion unter fairen Bedingungen gewährleistet?

Bild: Atisan.

Atisan ist ein noch junges Unternehmen und bietet südostasiatische Wohnaccessoires an. Jedes Produkt ist ein handgemachtes Unikat aus Thailand, Vietnam, Bali und Java. Das kleine Sortiment des Onlineshops reicht von Körben über Lampen bis hin zu Teppichen. Verarbeitet werden dabei natürliche Rohstoffe, die am Produktionsstandort lokal verfügbar sind. Konkret sind das Materialen wie Rattan, Seegras, Bambus, Holz, Ton und Wasserhyazinthe.

Dorka und Daniel sind die Gesichter hinter Atisan – Sie gründeten den Shop, um für einen bewussteren Konsum einzutreten und verfolgen eine faire, nachhaltige und ökologische Geschäftsphilosophie. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die sich als nachhaltig vermarkten, ist Atisan durch kein Gütesiegel zertifiziert. Dies erklären die GründerInnen damit, dass es momentan noch keine klar definierten Fair-Trade-Standards für Produkte aus natürlichen Fasern gibt, wie sie bei Atisan angeboten werden. Während faire Fashion beispielsweise durch das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) zertifiziert werden kann, gibt es ein vergleichbares Gütesiegel für Produkte bestehend aus natürlichen Fasern noch nicht.

Doch wie funktioniert die Umsetzung bei Atisan ohne Gütesiegel? Dorka und Daniel geben an, dass sie sich auf die Kriterien der Verifizierung durch die World Faire Trade Organisation (WFTO) fokussieren. Die WFTO ist ein globales Netzwerk – bestehen aus mehr als 400 ProduzentInnen, Gesellschaften, Einzelhänderlnnen, ImporteurInnen und Vereinigungen aus über 70 Ländern. Die WFTO setzt sich für fairen Handel innerhalb der ganzen Produktionskette eines Produktes ein und zeichnet weltweit Unternehmen aus, die sich in ihrem Betrieb für eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Entwicklungsländer starkmachen. Vergleichbar mit dem weltweit größtem und bekanntesten Gütesiegel für einen fairen Handel – dem Fairtrade-Siegel – ist die Zertifizierung durch die WFTO jedoch nicht.

Eine Checkliste und Selbstkontrolle statt externe Zertifizierung

Um in ihrem Shop einen bewussteren Konsum auch ohne Gütesiegel vermitteln zu können, erstellten Daniel und Dorka eine Checkliste, mit welcher sie potenzielle PartnerInnen vor einer Zusammenarbeit überprüfen. Persönliche Gespräche mit dem Betrieb und Besuche vor Ort sollen sicherstellen, dass diese ihre Erwartungen und Vorstellungen eines fairen Betriebes mit einem schonenden Ressourcenumgang erfüllen. Die Checkliste – so die GründerInnen – orientiere sich an den »UN Sustainable Development Goals« – und beinhalte die folgenden sechs Punkte:

  • Faire Arbeitsbedingungen
  • Keine Kinderarbeit
  • Support der lokalen Community
  • Respekt vor der Natur
  • Bereitschaft für persönlichen und regelmäßigen Austausch
  • Mitarbeiter-Trainings (derzeit bei einem Partner implementiert)

Atisan wolle sicherstellen, dass im Onlineshop nur Produkte von KünstlerInnen und PartnerInnen angeboten werden, deren Betriebe faire Arbeitsbedingung, den Support lokaler Communities, die Bereitschaft eines regelmäßigen und persönlichen Austausches, den Respekt vor der Natur und ihren Ressourcen, regelmäßige MitarbeiterInnen-Trainings und das Verbot von Kinderarbeit gewährleisten können.

Holzwaren, Keramik und Teppiche

Um sich einen Überblick über die Einhaltung der arbeits- und umweltpolitischen Anforderungen des Labels zu verschaffen wurden im Zeitraum zwischen Jänner und Juli 2018 über 80 zur Auswahl stehende Partnerbetriebe von Atisan besucht.

Aktuell arbeitet das Unternehmen in der Herstellung der Produkte mit drei unterschiedlichen PartnerInnen aus Südostasien zusammen: In Indonesien werden die Holzwaren, Lampen und Stühle erzeugt. Während das handgemachte Geschirr und die Keramik aus Thailand und die Korbwaren und die Teppiche aus Vietnam stammen.

Durch regelmäßige Gespräche mit den MitarbeitInnen soll überprüft und gewährleistet werden, dass Kriterienkatalog, zu dem sich Atisan selbst verpflichtet, auch weiterhin eingehalten wird. Um diesem Anspruch nicht nur bei den Zulieferbetrieben, sondern in der ganzen Warenkette bis zu den VerbraucherInnen sicherzustellen, wird klimaneutral durch DHL Go Green versandt und beim Verpackungsmaterial auf recyceltes Altpapier zurückgegriffen.

Hinter der heutigen Tür des BIORAMA Ökofundi-Adventskalenders besteht die Möglichkeit, einen Einkaufsgutschein (im Wert von 200€ ) für den Onlineshop von Atisan zu gewinnen.

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