Aus dem Wald, in den Kiez

Das Berliner Unternehmen Kiezbett produziert handgefertigte Holzbetten aus Kiefernholz. Gründer Steve Döschner spricht über die Herausforderungen dabei – umweltfreundliche Verpackungen und ökologische Versandarten.

Steve Doschner in der Kiezbett-Werkstatt. Bild: Florian Reimann.

Die Massivholzbetten des Berliner Unternehmens Kiezbett bestehen zu 100 Prozent aus dem Holz des Grunewaldes, des Tegler Waldes und den Wäldern des Westhavellandes und werden lokal ausgeliefert.

Gefertigt werden die Kiezbetten in einer Inklusions- und Förderwerkstatt der christlichen Stephanus Stiftung in Spandau. Die Stiftung bietet Wohn- und Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen sowie für Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenslagen.

Das Kiefernholz kommt zu 100 Prozent aus dem Berliner Grunewald, dem Tegler Wald und den Wäldern des Westhavellandes. Bild: Kiezbett.

Was macht ein Kiezbett nachhaltig?

Kiezbett achtet auf eine lokale Wertschöpfungskette: Kiefernholz ist die am häufigsten vorkommende Holzart im Berliner Umland und liefert den Rohstoff für die Kiezbetten. Nur reifes, etwa 125 Jahre altes Holz wird ein Kiezbett. Außerdem achtet Döschner darauf, dass die Wälder schonend bewirtschaftet werden und berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse der Tiere, die im Wald leben – so werden beispielsweise während der Vogelbrutzeit keine Bäume abgeholzt.

Das Kiefernholz wird zum Großteil von Auszubildenden des Ausbildungsbetriebes der Berliner Forsten geholzt, von Pferden aus dem Wald gezogen, in einem lokalen Sägewerk verarbeitet und in einer Förderwerkstatt in Spandau per Hand fertigstellt und so weit vorgefertigt, dass man Zuhause beim Aufbauen nicht mehr als 15 Minuten braucht – das Holz bleibt in der Verarbeitung naturbelassen und verleiht dem Bett so ein zeitloses Design. Kiezbett arbeitet mit dem Anspruch, dass die Betten für eine lebenslange und generationenübergreifende Nutzung gebaut werden. Berliner Forsten ist ein Naturland zertifizierter Forstbetrieb.

Das Holz wird von Auszubildenden des Ausbildungsbetriebes der Berliner Forsten geholzt und von Pferden aus dem Wald gezogen. Bild: Kiezbett.

Bei der Abholzung und Verarbeitung des Kiefernholzes orientiert Kiezholz an den Kriterien von Naturland. Mit der Begründung, dass Kiezbett in der Produktionskette mit vielen kleinen und oftmals Familienbetrieben zusammenarbeitet, die die Naturschutzansprüche von Kiezbett zwar erfüllen, sich eine Zertifizierung aber oft nicht leisten können, verzichtet das Unternehmen auf Zertifizierungen durch das FSC-Siegel oder andere Gütesiegel.

Der Hersteller verspricht: Das Kiezbett lässt sich in nur 15 Minuten aufbauen. Bild: Kiezbett.

Derzeit überlegt Steve Döschner, künftig auch Babybetten anzubieten – und aus den bei der Produktion anfallenden Resten Kinderspielzeug.

Auslieferung per Lastenfahrrad und Elektroauto

Die Kiezbetten werden in einer Mehrwegverpackung ausgeliefert. An der Entwicklung einer umweltfreundlichen Verpackung mit dem Anspruch einer mehrmaligen Nutzung arbeitete das Unternehmen lange. Das Ergebnis sind extra designte und wiederverwendbare Taschen des finnischen Verpackungsdesigners Repack. In diesen wird das Massivholzbett geliefert. Die Taschen werden nach dem Auspacken gleich wieder mitgenommen oder vom Kunden durch eine Gepäckstückfrankierung mit der Post zurückgesendet und für den Transport des nächsten Bettes verwendet.

 

Das Kiefernbett wird in einer wiederverwendbaren Tasche des finnischen Verpackungsdesigners Repack geliefert. Bild: Kiezbett.

Die Auslieferung innerhalb Berlins erfolgt  per Lastenfahrrad. Für die Potsdamer Gegend kommt ein Elektroauto zum Einsatz. Da die Auslieferung per Fahrrad für Lieferungen über größere Dimensionen und ins Ausland nicht möglich ist, versuche das Unternehmen durch das Pflanzen neuer Bäume gemeinsam mit den Berliner Forsten und Berliner Schulklassen einen »ökologischen Ablasshandel« zu betreiben, erklärt Steve Döschner, Gründer von Kiezbett. Seit Anfang 2017 beträgt die Zahl der neuen Bäume bereits 2.000. Für jedes Bett, das innerhalb Berlins verkauft wird, pflanzt Kiezbett vier neue Bäume – für außerhalb Berlins verkaufte Betten sind es zehn Bäume.

Guter Schlaf

Durch die Zusammenarbeit mit kleinen und regionalen Betrieben unterstützen die KundInnen beim Kauf eines Kiezbetts lokale AkteurInnen, Förderwerkstätten sowie Naturschutzprojekte. Von jedem verkauften Kiezbett geht ein Prozent des Kaufpreises an den Naturschutzbund Berlin sowie ein Prozent in einen Fördertopf für die MitarbeiterInnen der Inklusions- und Förderwerkstatt.

Bild: Kiezbett.

BIORAMA verlost einen Gutschein für eine Waldführung in den Berliner Wäldern (Grunewald, Tegler Wald, Wälder um das Westhavelland) mit Erklärungen eines Försters des Inklusionsbetriebes der Berliner Forsten. Dieser gibt Einblicke in die Forstwirtschaft, aus der Kiezbett das Kiefernholz verwendet. Das Motto lautet: »Wie funktioniert ein nachhaltiger Wirtschaftswald?«. Der Gutschein kann von dem/der GewinnerIn auch verschenkt werden;)

Der Gewinn bezieht sich auf eine Teilnahme für eine LeserIn und eine Begleitperson. Der Termin findet nach Vereinbarung im Laufe des Forstjahres 2019 statt.

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