Türchen 16: Der Onlinebauernmarkt Markta

Ein digitaler Lebensmittelmarkt für KleinproduzentInnen für Wien und das Wiener Umland: Im März 2018 ist Markta.at onlinegegangen. Mittlerweile können dort Waren von  über 300 ProduzentInnen bezogen werden.

Helena Zottmann aus dem Markta-Team hat BIORAMA beantwortet, was KleinproduzentInnen sind, und erklärt, warum Regionalität nicht alles ist.

BIORAMA: Wie würdest du Markta in einem Satz beschreiben? 

Helena Zottmann: markta ist ein digitaler Bauernmarkt und eine Plattform für richtig gutes Essen aus den Regionen Österreichs.

Wer steckt hinter Markta? 

Hinter markta steckt erst mal Gründerin Theresa Imre, die mit Herzblut für ein neues Lebensmittelnetzwerk arbeitet. Mit ihr im Boot sind zahlreiche motivierte und tatkräftig anpackende Menschen. Gemeinsam kümmern wir uns um ProduzentInnen- und KundInnen-Support, damit der Produkt-Versand klappt, verpacken und versenden die markta-Packerl und veranstalten Bauernmärkte, um das Bewusstsein für die kleinstrukturierte Landwirtschaft zu erhöhen.

Warum gibt es bei euch im Shop nicht nur biozertifizierte Produkte? 

Es geht bei markta vor allem darum, KonsumentInnen in der Stadt den Zugang zur Vielfalt aus der kleinstrukturierten Landwirtschaft zu ermöglichen. Dabei wollten wir möglichst auf harte Kriterien wie Zertifizierungen verzichten, da gerade in der kleinstrukturierten LaWi, wo ProduzentInnen meist allein oder zu zweit arbeiten, oft die Mittel für eine Zertifizierung fehlen oder sie andere Gründe haben, die für sie persönlich gegen eine Zertifizierung sprechen.
Natürlich bevorzugen wir die biologische Landwirtschaft, deswegen geben wir auch die Möglichkeit zur Filterung auf markta und bestärken ProduzentInnen auch dabei, wenn es um eine mögliche Umstellung ihres Betriebs geht.

Sind es nur »kleine« Produzenten, die ihr auch ohne Biozertifizierung listet? 

Auf markta dürfen sich nur »kleine« Betriebe anmelden, egal ob bio oder nicht. Die Betriebsgröße ist unser einziges hartes Kriterium in der Auswahl der ProduzentInnen und da legten wir die Grenze bei 50 MitarbeiterInnen fest. Damit soll ein fairer Wettbewerb unter KleinproduzentInnen ermöglicht werden, denn in der gegenwärtigen Handelsstruktur sind sie in Konkurrenz mit größeren Betrieben, was ihnen schon mal eine schlechtere Ausgangsposition beschert.

Bei euch kann man ja über einen Reiter die Bioprodukte aus dem Shop filtern. Habt ihr eine Ahnung, wie viele der Konsumenten das in Anspruch nehmen? 

Derzeit sind auf markta über 200 ProduzentInnen und insgesamt 2.150 Produkte gelistet, davon sind 1.050 biozertifiziert. Wie viele Konsumenten bio kaufen, ist schwierig zu sagen, weil sie aus verschiedenen Produkten und ProduzentInnen wählen und damit auch nicht einheitlich bio einkaufen. Bei der Kreation der markta Pakete schauen wir jedenfalls auf einen hohen Bio-Anteil. Im Weihnachtspackerl sind von sieben Produkten vier biozertifiziert und ein Betrieb befindet sich gerade in der Umstellung.

Wie läufts? Wie viele Packerl habt ihr 2018 verschickt? 

Seit dem Start haben wir über 1.500 Pakete versandt und hunderte Produkte bei jedem der 10 Pop-up-Bauernmarkt »markta vor Ort« verkauft.

Wie funktioniert Marktas hinter den Kulissen? Wie kommt die Ware zu euch, wie wird sie verpackt und wie wird sie verschickt? 

Bestellen KundInnen bei den ProduzentInnen direkt, läuft die Ware gar nicht über uns, sondern geht direkt von ProduzentIn zu KundIn über. Bei den markta Paketen kommen die Produkte zu uns ins Büro und wir verpacken die Packerl und versenden sie von Wien aus. Ab 2019 werden wir gemeinsam mit ProduzentInnen ein Wochenkistl und frischen Lebensmittel aus österreichischer Kleinproduktion im Raum Wien zustellen.

Nach welchen Kriterien sucht ihr aus und wie ist das auch für die/den BesucherIn des Shops nachvollziehbar? 

Auf markta können sich ProduzentInnen selbständig anmelden und werden von uns dann geprüft und freigeschaltet. Das einzige harte Kriterium ist die Betriebsgröße, im Laufe der folgenden Zusammenarbeit lernen wir die ProduzentInnen dann kennen und stellen fest, ob sie bei markta bleiben dürfen. Hier kann man nachlesen, auf welche Kriterien wir achten.

Was bedeutet für euch regional – ist das eine Entfernung in Kilometern? Wie viele Produkte habt ihr – so in etwa – aus der Slowakei?

Was regional heißt, ist nicht eindeutig definiert. Manchmal spricht man da von einem Umkreis von nicht mehr als 60 Kilometern, in manchen Gegenden werden Regionen geografisch sehr speziell eingegrenzt, in Wien verstehen KonsumentInnen oft ganz Österreich als regional. markta bringt die Region auf den Tisch und von denen gibt es in Österreich zahlreiche. Aus der Slowakei haben wir gerade keine Produkte, zur Zeit sind nur österreichische ProduzentInnen auf markta zu finden. Mehr zum Thema Regionalität findest du hier.

Hinter Tür 16 des BIORAMA-Adventskalenders gibt’s 3 x einen Markta.at-Gutschein für Waren im Wert von 50 Euro zu gewinnen. Viel Glück! 

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