Die Sims 4: Nachhaltig leben

Im Erweiterungspack »Nachhaltig Leben« rückt der Umweltschutz in den Fokus von »Die Sims 4«.

@ EA

Videospiele und Umweltschutz – diese beiden Themen wurden bisher selten miteinander verknüpft. Es gibt zwar natürlich auch aus dieser Branche Ankündigungen künftig klimaschonender agieren zu wollen – allerdings waren die meisten Ankündigungen (»Playing 4 the Planet«) bisher so vage wie ihre Umsetzung offen. Strukturell gehören dazu Fragen wie Energieverbrauch von Betrieb, Downloads und Online-Modus, dort wo noch Retail verkauft wird, gibt es Verpackungen. Klar: Videospiele sind eine Freizeitbeschäftigung, die Energie verbraucht, mehr Energie als andere.

Inhaltlich gibt es wenige Ansätze, die das Thema Umweltschutz einbinden – abgesehen von postapokalyptischen Szenarien, die oft als Hintergrund dienen, und einzelnen Spielen weit abseits des Mainstreams, in denen es etwa ums Aufräumen geht. Immer wieder werden deswegen die gleichen Beispiele genannt, wenn es darum geht, Verbindungen aufzuzeigen. Für »Pokemon Go« gab es eine Aktion, die SpielerInnen mit Ingame-Boni belohnte, wenn sie an Müllsammelaktionen teilnahmen. Und in der »Minecraft Umwelt Challence« im Rahmen des Youth Hackathon können Schulen, die die Minecraft Education Edition nutzen, an einem Wettbewerb teilnehmen, in dem es darum geht Umweltprobleme kreativ zu lösen.

Nachhaltig leben als Kategorie, wie Mode, Haustiere oder das Studierendenleben

Beides sind Nischenprogramme. Dagegen darf es als durchaus aussagekräftig angesehen werden, wenn EA für sein Erfolgsspiel »Die Sims 4« das Erweiterungspack »Nachhaltig leben« auf den Markt bringt. Das Thema ist damit für die Entwickler markttechnisch zumindest auf einem ähnlichen Level wie Haustiere, Berühmtheit, Inselleben oder das Leben als Studierende angekommen. Also die anderen Erweiterungspacks.

© EA

»Nachhaltig Leben« ist als Erweiterung für die PC/Mac-Version erhältlich und lädt SpielerInnen zu beginn ein, eine neue Lebensumgebung in »Evergreen Harbour«, nahe eines alten Industriehafens zu wählen. Auch hier geht es erstmal darum das eigene Haus und das Lebens der Sims einzurichten. Allerdings haben alle Entscheidungen diesmal Auswirkungen auf den nun implementierten Fußabdruck, der sich verschlechtert, wenn man ein elektrisches Gerät kauft, und sich verbessert, wenn man etwa einen Baum pflanzt. Dazu gibt es nicht nur die neue Spielumgebung, sondern auch eine ganze Menge neuer Objekte, Möbel und natürlich auch Frisuren und Outfits.

Das Erweiterungspack bleibt dabei in mancher Hinsicht seinen marktgerechten Mustern treu und wer recyclen will, muss dafür etwa erst eine entsprechende Maschine kaufen. Andererseits gibt es die nachbarschaftlichen Aktionspläne (NAPs) in denen die Basisdemokratie geübt werden kann und in denen etwa vertikale Gärten oder auch Insektenfarmen thematisiert werden. Für Wasserknappheit gibt es eine technische Lösung, den Tausammler, und »Plus Energie«-Häuser funktionieren unabhängig von der öffentlichen Versorgung und erzeugen selbst Strom, Wasser und Wärme. Neben den NAPs gibt es »Maker Spaces« in denen neue Lösungen gefunden werden müssen, die sich als Experimentierfeld von erneuerbarer Energie und ihrer Speicherung bis zu Erzeugung künstlichen Fleisches widmen. Dazu gibt es neue Job-Optionen wie das neue Bestreben »Öko-Innovator« (EA meint weibliche Sims nur mit, auch bei den nachfolgenden Merkmalen) zu werden oder neue Merkmale wie Hersteller (Sims, die glücklich sind, wenn sie Dinge herstellen), Recycling-Fan, Ökofanatiker oder sogar Freegan (diese Sims lehnen jeglichen Konsum ab).

Nachhaltigkeit innerhalb der Spielregeln

Auch »Nachhaltig Leben« kann nicht gegen seine Spielregeln und Grundgedanken gespielt werden. Die Integration nachhaltiger Prinzipien bleibt dabei fast zwangsweise an der Oberfläche – ist gleichzeitig aber breit angelegt und durchaus ernsthaft in das Setting integriert. Damit bietet die Erweiterung den zumindest teilweise jungen SpielerInnen durchaus Anknüpfungspunkte an Nachhaltigkeit, die sie mit anderen Informationen aus dem Alltag verbinden können. Immerhin.

Das Erweiterungspack »Nachhaltig Leben« für die PC/Mac-Version von »Die Sims 4« ist bereits erschienen.

@ EA

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