Buchrezension: »The Book of Birkenstock«
Nachgelesen für alle, die wissen wollen, wie aus einem funktionalen Gesundheitsschuh ein globaler Modetrend wurde...
Es fällt einem nicht leicht, ein Produkt zu finden, das einen vergleichbaren Imagewandel durchgemacht hat wie die Birkenstock-Sandale. Lange als bequemer, wenngleich etwas peinlicher »Gesundheitspatschen« bekannt, kooperiert die Firma seit den 2010er-Jahren mit den größten Mode-Ikonen und gilt mittlerweile für viele auch außerhalb der eigenen vier Wände als essenzieller Bestandteil der Garderobe. Ein unwahrscheinlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass in den 80ern noch recht unbeholfen mit dem Slogan »funny looking Birkenstock sandals« geworben wurde. Der mit fast 700 Seiten sehr ausführliche und sorgfältig gestaltete Bildband ist somit weit mehr als eine bloße Zusammenfassung der 250-jährigen Firmengeschichte. Er bietet eine Werkschau der sich wandelnden Marketingkampagnen eines Produktes, das nahezu unverändert bleibt. Das Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte, charakteristische orthopädische Fußbett ändert sich über die Jahre kaum, im Gegensatz zu den Werbetexten und der zunehmend dominierenden bildlichen Inszenierung der Schlapfen. Seit 2021 ist Birkenstock mehrheitlich nicht mehr in Familienbesitz, sondern in dem der amerikanisch-französischen Beteiligungsgesellschaft L Catterton, 2023 erfolgte der Börsengang. Produziert wird zwar nach wie vor fast ausschließlich in Deutschland, in Onlineforen wird aber beklagt, dass die Qualität seit der Übernahme nachgelassen habe. Der Publikationszeitpunkt wirkt daher passend und verleiht dem Band gefühlt einen abschließenden Charakter.
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