8 Apokalyptische Szenarien zum Verzweifeln

Die Jemenitische Hauptstadt Sanaa ist die erste Millionenstadt der Welt, die der Dürre wahrscheinlich weichen werden muss. Flickr: Rod Waddington, BY CC 2.0

Die Jemenitische Hauptstadt Sanaa ist die erste Millionenstadt der Welt, die der Dürre wahrscheinlich weichen werden muss. Flickr: Rod Waddington, BY CC 2.0

Muss denn jede Apokalypse gleich den Weltuntergang bedeuten? Naja, eigentlich schon. Es geht schließlich um das Ende der Geschichte. Und wenn nicht zumindest eine Äonenwende ansteht, handelt es sich schlimmstenfalls um eine Vorstufe der Apokalypse. Die wiederum sind zumindest gefühlt eigentlich ohnehin omnipräsent und insofern kaum der Rede wert.

Nestroy wusste es, wir ahnen es, diese Menschheit ist dem Ende nah. Übrig bleibt auch bei nichtreligiöser Betrachtung die Frage: Wenn die Welt untergeht, sind dann wir schuld daran? Eine Annäherung an die Apokalypse, oft b

esser bekannt als Grauen, Unheil, Untergang, Verderben, Verhängnis, Zerfall, Zerstörung oder Zusammenbruch: 

  1. Nukleare Katastrophe

1952 (Kubakrise) und 1983 (Fehlalarm meldete der UDSSR einen US-Atomraketenangriff) war das Ende der Geschichte so nah wie nie, sagen Experten. Es gibt wirklich viel Plutonium auf der Welt, von dem keiner weiß, wohin es verschwunden ist, sagen Experten auch. Allein in den letzten Jahren sind 27 Fälle von Diebstahl und 14 von »Verlust« nuklearen Materials bekannt. So einige Staaten und Terroristen sind potenzielle Käufer. Seit 1986 ist die Zahl der nuklear besetzten Sprengköpfe rückläufig, doch es sind und bleiben vermutlich auf absehbare Zeit mehr als genug, um die Menschheit vernichten.

  1. Krieg der Nerds

Im Schützengraben werden kaum mehr Kriege entschieden und die Angst vor dem nuklearen Niederschlag ist (womöglich zu Unrecht) geschwunden, das Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts ist ein – zunächst – virtuelles. Gute und böse Regierungen wie Terroristen brauchen »nur« Know-how und fiese Absichten, um in der Lage zu sein, Informationssysteme oder öffentliche und private, zivile wie militärische Infrastruktur zu manipulieren. Öffentliche Verwaltung, Kommunikation, Strom- und Wasserversorgung, Verkehr, Raketenabschuss, die Liste der virtuell angreifbaren Ziele mit potenziell verheerenden realen Auswirkungen ist endlos.

  1. Outlaws: Killer-Roboter und Drohnen

Irgendwie haben wir es bisher nicht hingekriegt, die Entwicklung und Herstellung oder den Handel von sogenannten »lethal autonomous weapons« (zu Deutsch vereinfacht: Killer-Roboter) global zu regulieren. Hollywood hat einiges geleistet, damit hier nicht beschrieben werden muss, was Killer-Roboter (auch ohne gutes oder böses Herz) so können und künftig können könnten. Wie immer bei internationalen Verträgen, die durch eine Regulation das militärische Aufrüsten der einen und den Profit der anderen beschneiden würden: Einige wollen nicht mitmachen. Spannende Fragen außerdem: Ab wann ist etwas eine autonome Waffe? Dürfen Roboter Menschen angreifen?

  1. Den Boden unter den Füßen verlieren

Bodenerosion und Flächenversiegelung – der globale Humusschwund geht ins Bodenlose. In den letzten 150 Jahren ist die Hälfte dieser nährstoffreichen obersten Schicht der Erde verlorengegangen. 24 Milliarden Tonnen beträgt der Verlust mittlerweile jährlich – verursacht durch Rodungen, Verbauung und Formen landwirtschaftlicher Nutzung, die Erosion begünstigen. Somit schwinden landwirtschaftlich nutzbare Flächen wie auch Wasser- und C02-Speicherkapazitäten. Die Gewässer werden verschlammt und mit Düngemitteln verschmutzt, das beeinträchtigt die Trinkwasserqualität und -verfügbarkeit und die Lebewesen in den Flüssen, Seen und Meeren.

  1. Das Wasser abgraben

Während in der EU diskutiert wird, ob wir »dem Wasser einen Wert verleihen« müssen, ist der Kampf um sauberes Wasser in anderen Erdteilen schon manifest. Wer Oberanrainer eines Flusses ist, tiefere Brunnen graben kann oder die Regeln für Besitz und Nutzung definiert, dem können andere nicht das Wasser reichen. Ein Blick auf die Verhältnisse zwischen Indien und Pakistan, China und Indien, Israel und Palästina oder zwischen so manchem Großunternehmen und brasilianischen oder indischen Kleinbauern reicht, um zu sehen, das dass die Sorge um diese Ressource oben auf vielen Agenden angekommen ist. Und um zu befürchten, dass die Verteilung der immer knapper werdenden Ressource Wasser künftig nicht immer friedlich verlaufen wird.

So sieht es offenbar aus, wenn ein Asteroid auf die Erde trifft.

 

  1. Der regelrechte Untergang

Nicht die ganze Welt, aber auch nicht nur die Malediven werden wortwörtlich untergehen. Vor allem durch die Erwärmung der Weltmeere und durch Eisschmelze steigt der Meeresspiegel. Abhängig von der erwarteten Klimaerwärmung wird versucht Prognoseszenarien zu errechnen: Bis zum Jahr 2100 erwartet der International Panel on Climate Change (IPCC) der UNO einen Anstiegs des Meeresspiegels von weltweit durchschnittlich 0,55 m bis 1,2 m, mit starkem Aufwärtstrend in den Folgejahrzehnten. Schon ein einen Meter höherer Meeresspiegel überflutet ohne Gegenmaßnahmen Gebiete, die derzeit von 180 Millionen Menschen bewohnt werden.

  1. Asteroideneinschlag

Irgendwann – möglicherweise noch bevor unsere „Welt“ mit der Sonne verschmilzt – könnte auch ein Asteroid auf der Erde einschlagen und je nach Größe auf diverse Arten und Weisen die Menschheit bzw. den Teil, der nicht gerade im Weltraum unterwegs ist, vernichten. Der nächste, dem das zugetraut wird, nähert sich 2036 der Erde mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,0022 % zu nah an. Kalkulierbares Risiko, sagen die einen. Was ist mit jenen Asteroiden, die wir noch nicht sehen, fragen die anderen.

  1. Die Angstmache und die Öko-Propaganda

„Trumpocalypse“ ist noch gar nichts! Die heute spürbaren unmittelbaren Folgen des Klimawandels sind laut dem IPCC nur ein kleiner Vorgeschmack, auf das, was kommen wird und der stellt eher konservative Schätzungen an. Überschwemmungen, Dürre, Stürme und als deren verwüstende Konsequenzen für Mensch und Natur werden Hunger und Elend vergrößern und nie dagewesene Migrationsströme auslösen.

Nun hat sogar die geballte Intelligenz des US-amerikanischen Senats die Existenz des Klimawandels existiert. Eine Gelegenheit für den weltweiten klimapolitischen Kurzswechsel böte die nächste Klimakonferenz diesen Herbst in Paris. Die Hoffnung stirbt bekanntlich erst mit der Apokalypse. 

Sehenden Auges in das Verderben

7 von 8 vorgestellten Horrorszenarien wären nach heutigem Forschungsstand Selber-schuld-Apokalypsen. Wenn sie mit weltzerstörerischer Wirkung eintreffen, werden wir den kollektiven Darwin-Award als Menschheit leider nicht entgegennehmen können. 3 vor 12 ist es laut dem Wissenschaftsjournal Bulletin of the Atomic Scientists auf der „Doomsday Clock“ – Der Uhr, die die Zeit bis zum Ende der Welt anzeigt und seit 1947 je nach Weltlage vor und zurück gestellt wird! Als musikalische Begleitung zum Abschiednehmen von Welt eignet sich besonders das „Kometenlied“.

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