Jeder zweite Radfahrer ist unzufrieden

Auf den Radwegen herrscht gerade Hochsaison. In Wien stehen den Radlern 1.298km zur Verfügung. Der VCÖ sieht allerdings Verbesserungsbedarf bei der Fahrrad-Infrastruktur.

Man kennt das. Die Tage werden länger, das Wetter wird schöner und die Lust auf Bewegung steigt. Neben den klassischen Wochenendausflügen, steigen viele Österreicher während der warmen Jahreszeit vom Auto aufs Rad auf dem Weg zur Arbeit um. Nicht nur um Kosten zu sparen, sondern auch für die Fitness und zur Entspannung, denn Outdoor-Aktivitäten steigern nachweislich das Wohlbefinden!
Dass die Realität auf dem Radweg häufig nicht viel mit Vergnügen zu tun hat, beweist eine Umfrage des VCÖ (Verkehrs Club Österreich). Demnach sieht jeder zweite Radfahrer Verbesserungsbedarf bei der Infrastruktur für Radfahrer. Häufigster Grund ist zu starker KfZ-Verkehr.

Kreuzungen: Für viele zu riskant!

Natürlich variieren die Ansprüche und Forderungen der Radfahrer. 45 Prozent sind sich aber einig, dass ein risikoloses überqueren von Straßen kaum möglich ist. Hingegen zeigen sich 70 Prozent mit der Qualität der Verbindung (Breite, Asphalt, etc.) zufrieden. Auch bei der Länge des Radnetzes herrscht überwiegend (76 Prozent) Zufriedenheit. Woran auf jeden Fall noch gearbeitet werden sollte, ist die Anzahl der Abstellplätze im Straßenraum. Hier empfinden 43 Prozent aller RadfahrerInnen die Situation als mangelhaft.  Keinen Grund zur Besorgnis sehen 64 Prozent der Befragten. Sie haben keine Angst vor Diebstahl oder Vandalismus.

Amsterdam die Fahrrad Hauptstadt (Bild: Fred PO / CC BY-SA 2.0)

Amsterdam die Fahrrad Hauptstadt (Bild: Fred PO / CC BY-SA 2.0)

Rad Highways wie in den Niederlanden

Trotz der relativ ausgewogenen Ergebnisse, 55 Prozent sehen bereits jetzt Verbesserungen in der Infrastruktur, fordert der VCÖ einen raschen Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer. Zahlreiche Events und eine abwechslungsreiche Landschaft ziehen bereits jetzt Radtouristen an. Immerhin geben 10 Prozent der Österreichs Sommergäste an, dass sie während ihres Aufenthaltes Radfahren. Ein Faktor der dieses Thema auch wirtschaftlich relevant macht. Möglichst lange und kreuzungsfreie Rad-Highways, wie es sie bereits in den Niederlanden gibt, sollen im Umland der Städte entstehen.
In den Niederlanden, die generell als radliebendes Land bekannt ist, sollen diese Radschnellverbindungen bis 2025 sogar noch auf 675 Kilometer ausgebaut werden.


Tipp: Mit der kostenlosen App Bike Citizens der Stadt Wien findet man sich im Straßenverkehr besser zu recht.

Hier entlang geht es zur Umfrage des VCÖ.

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