Am 19. August ist Welterschöpfungstag

planet earth balloon

Ab heute leben wir – was den Verbrauch an ökologischen Ressourcen angeht – auf Pump. Der Welterschöpfungstag, der Earth Overshoot Day, rückt Jahr für Jahr im Kalender weiter nach vorn. 

„Ab jetzt leben wir von den Vorräten des nächsten Jahres und damit auf Kosten von zukünftigen Generationen“, mahnt Wolfgang Pekny von der Plattform Footprint. Gemeinsam mit Umweltorganisationen WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 macht er darauf aufmerksam, dass die Reduktion des globalen Overshoot zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zählt.

Was bedeutet Overshoot genau?

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr, ab welchem Zeitpunkt die Menschheit die natürlichen Ressourcen eines ganzen Jahres erschöpft hat. Mit dem 19. August ist dieser heuer erreicht. Von nun an verbrauchen wir mehr natürliche Ressourcen, als die Erde von sich aus wieder herstellen kann. 2013 war es der 20. August, 2012 der 22. August. 1993 fiel der Earth Overshoot Day auf den 21. Oktober.

Das Global Footprint Network stellt somit fest, dass wir heute in acht Monaten den Vorrat an erneuerbaren Ressourcen für ein ganzes Jahr verbrauchen und wir mehr CO2 ausstoßen, als die Erde innerhalb dieser Zeit wieder umwandeln kann. Gemäss den Berechnungen entspricht unsere Nachfrage an erneuerbaren ökologischen Ressourcen etwas mehr als anderthalb Erden. Die Statistiken zeigen, dass wir bis Mitte des Jahrhunderts die Ressourcen von zwei Planeten beanspruchen.

Welche Gründe hat die Verschuldung?

Der Klimawandel ist das offensichtlichste Beispiel der ökologischen Verschuldung. Aber es gibt auch andere. „Overshoot bedeutet konkret schrumpfende Regenwälder, Artenverlust, Überfischung der Meere, Bodenerosion und Trinkwasserknappheit, um nur einige zu nennen“, sagt Wolfgang Pekny. Zum Wettstreit um die Ressourcen kommt das globale Verteilungsproblem: Unsere Ökosysteme wären bei heutiger Technik in der Lage, 14 Milliarden Erdbewohner nachhaltig zu tragen – hätten diese die Ansprüche eines durchschnittlichen Inders. Der Überkonsum der Europäer überfordert die Erde hingegen: Sie könnte nur mit 2,5 Milliarden Menschen unserer Lebensweise fertig werden.

Länderverbrauch verschieden

Heute leben bereits 85 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, die deutlich mehr verbrauchen, als sie reproduzieren können. Dabei sind die Herausforderungen höchst unterschiedlich. Die Menschen in China und in Brasilien haben einen ähnlichen Fußabdruck, der jedoch deutlich kleiner als jener der OECD- Länder ist. Dennoch befindet sich China längst im nationalen Overshoot und verbraucht etwa drei Mal so viel, wie sein Territorium bereithält. Brasilien dagegen beansprucht erst ein Sechstel seiner Biokapazität. Österreich befindet sich im Mittelfeld.

Der Overshoot Day wäre heuer bereits auf den 2. Mai gefallen, würden alle Menschen so leben wie die Österreicher. „Da sollten doch alle Alarmglocken läuten“, sagt Leonore Gewessler, Geschäftsführerin der Umweltschutzorganisation Global 2000. „Ein Ende des Overshoots ist eine notwendige Bedingung für Zukunftsfähigkeit. Konzepte für ein Wirtschaften innerhalb der Grenzen des Planeten sind vorhanden. Das ‚Gute Leben‘, mit einem fairen Anteil an der Welt ist machbar“, ist sich Gewessler sicher.

Unter dem Hashtag #oShoot können in den Social Media Diskussionen zum Welterschöpfungstag verfolgt werden.

 

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